Schwierigste Umstände in Notunterkünften

Flüchtlinge im Irak: Es fehlt am Nötigsten

publiziert: Freitag, 29. Aug 2014 / 16:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Aug 2014 / 17:00 Uhr
Salma erinnert sich an die Flucht: «Wir liefen durch die Berge. Ich hatte grosse Angst - ich habe noch immer Angst».
Salma erinnert sich an die Flucht: «Wir liefen durch die Berge. Ich hatte grosse Angst - ich habe noch immer Angst».

Tausende Flüchtlingsfamilien im Nordirak leben unter schwierigsten Umständen in Notunterkünften. Ein Team von World Vision ist vor Ort und plant die Not- und Katastrophenhilfe.

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Flüchtlinge im Irak: Es fehlt am Nötigsten
Tausende Flüchtlinge im Nordirak leben unter schwierigsten Umständen. World Vision ist vor Ort und plant die Not- und Katastrophenhilfe.
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Seitdem sich der Konflikt im Irak verschärft hat und die Verfolgung von Christen, Jesiden und weiteren Minderheiten eskalierte, befinden sich rund 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie verlassen ihre Häuser und nehmen bei enormer Hitze lange Fussmärsche auf sich, um der Gewalt zu entgehen, die vielen ihrer Angehörigen bereits das Leben gekostet hat. Wie das World Vision-Team vor Ort berichtet, suchen die Vertriebenen Zuflucht in verlassenen Gebäuden, aber auch in nur notdürftig errichteten Zelten auf Pausenplätzen, vor Tankstellen und auf freien Feldern.

UN rufen höchste Notstandsstufe für den Irak aus

Die Deutsche Kathryn Taetzsch leitet den geplanten Hilfseinsatz von World Vision im Nordirak, der so bald als möglich startet. «Unsere Hilfe ist hier dringend nötig», berichtete sie nach Erkundungen in der Region Sulaymaniah. «Der Flüchtlingsstrom aus dem Norden reisst nicht ab und wird in nächster Zeit weiter in diese Richtung umgeleitet, weil andere Orte schon überlastet sind.» Am meisten betroffen von Konflikten und Vertreibung sind stets die Kinder. Die sechsjährige Salma, die heute mit ihrer Familie in einem aus Decken und Kartons errichteten Zelt lebt, erinnert sich an ihre Flucht: «Wir liefen durch die Berge. Ich hatte grosse Angst - ich habe noch immer Angst. Ich kann nicht mehr lachen. Ich glaube, ich weiss gar nicht mehr, wie das geht.»

Lebensbedingungen verschlechtern sich von Tag zu Tag

Vor einer Tankstelle haben sich mehrere Familien niedergelassen und aus Teppichen, Blachen und Karton improvisierte Notunterkünfte gebaut. Der Tankstelleneigentümer unterstützt die rund 350 Menschen vor seinem Geschäft nach Kräften, aber auch er ist verzweifelt: «Jeden Tag kommen mehr Menschen an, die meisten von ihnen sind Kinder. Ich versuche, ihnen allen Lebensmittel und Windeln für ihre Babys zu besorgen. Sie dürfen auch die Toiletten der Tankstelle benutzen.» Die steigende Anzahl der Flüchtlinge verschlimmert die Situation aber für die lokale Bevölkerung, sowie die Flüchtlinge selbst, immer mehr. Die Hilfsmassnahmen von World Vision werden sich deshalb zunächst auf die lebensnotwendigen Bereiche wie Lebensmittel, Trinkwasser, Sanitäranlagen und Kinderschutzzonen konzentrieren.

(sk/World Vision)

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