Formel-1: Verhaltene Zuversicht im Sauber-Team

publiziert: Dienstag, 2. Mrz 2004 / 12:02 Uhr

Mit einem 3. Platz in Indianapolis konnte das Sauber-Team im Herbst 2003 das drohende Fiasko kurz vor Saisonschluss dank einem Quäntchen Glück noch abwenden. Statt des zu befürchtenden 9. Rangs unter den Teams schaute schliesslich der 6. heraus.

Giancarlo Fisichella im Sauber/Petronas.
Giancarlo Fisichella im Sauber/Petronas.
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Sich in der Hackordnung möglichst weit vorne einzureihen, ist nicht nur aus Prestigegründen das Ziel jedes Teams. Mindestens so wichtig sind die finanziellen Konsequenzen; die ausgesetzten Erfolgsprämien differieren je nach Resultat bald einmal um mehrere Millionen Franken.

"Wir wollen hinter den Top 4 eine wichtige Rolle spielen", erklärte Peter Sauber. "Ferrari, Williams, McLaren und Renault sind für uns nach wie vor eine Nummer zu gross. Wir messen uns daher an BAR und Toyota, die wir unter unsern direkten Konkurrenten als die stärksten betrachten."

Obschon Saubers Budget mit rund 130 Millionen Dollar (inklusive Motoren) fünfmal so gross ist wie beim Formel-1-Einstieg im Jahre 1993, gehört das Schweizer Team nach wie vor zu den schwachdotierten; nur Jordan und Minardi müssen mit weniger auskommen. Krösus Toyota setzt vermutlich gegen 500 Millionen ein, Ferrari, McLaren-Mercedes, Renault, BMW-Williams, BAR-Honda und Jaguar zwischen 400 und 150 Millionen. Auch bezüglich Personalbestand gehört Sauber mit 285 Mitarbeitern zu den Kleinen; Ferrari beispielsweise beschäftigt nahezu 800 Leute.

Diese Zahlen, die sich unwesentlich von jenen der vergangenen drei Jahre unterscheiden, stellen dem Knowhow und der Effizienz des Sauber-Teams ein gutes Zeugnis aus. Auch die Kontinuität der wichtigsten Partnerschaften ist Ausdruck der Anerkennung für die geleistete Arbeit; Petronas und Red Bull sind seit 1995 dabei, Credit Suisse seit 2001. Mit dem Technischen Direktor Willy Rampf sowie dem leitenden Ingenieur Jacky Eeckelaert sind auch die Inhaber der wichtigsten Funktionen seit 2000 die selben. Beat Zehnder amtet sogar seit 1994 als Teammanager und Urs Kuratle seit 1999 als Chefmechaniker.

Bezüglich der Fahrer ist das Sauber-Team stärker einzuschätzen als im Vorjahr. An die Stelle von Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld traten Giancarlo Fisichella und Felipe Massa. Der 31-jährige Römer kam von Jordan, wo er durch Heidfeld ersetzt wurde. Er gehört nicht bloss zu den erfahrensten Leuten im Feld (mit 123 GP-Starts), sondern auch den besten. Der acht Jahre jüngere Brasilianer kehrte nach einem erspriesslichen Lehrjahr als Testfahrer bei Ferrari ins Schweizer Team zurück. Neu sind auch die zuständigen Renningenieure: der Italiener Paolo Dall´Ara (für Fisichella) und der Luxemburger Mike Krack (für Massa).

Das neue Auto, der Sauber-Petronas C23, kann nicht als Weiterentwicklung seines Vorgängers gelten. Willy Rampfs jüngstes Kind wurde vielmehr in Anlehnung an den letztjährigen Ferrari geplant und gebaut. Gewitzigt durch die aerodynamischen Schwächen des C22 und weil der neue Windkanal in Hinwil zum Zeitpunkts des Designs noch nicht zur Verfügung stand, orientierte sich Rampf am besten Auto des Vorjahrs. Darüber hinaus will er von den Erfahrungen des Partnerteams mit den Bridgestone-Reifen profitieren.

"Wir haben mit dem C23 total 7400 Testkilometer abgespult", sagte Peter Sauber. "Wir wissen schon jetzt, dass er besser ist als der C22. Ob er den Vergleich mit der Konkurrenz aushält, lässt sich allerdings erst nach zwei bis drei Rennen schlüssig beurteilen." Als grosse Unbekannte stehen noch die Zuverlässigkeit und das wahre Kräfteverhältnis zwischen den Reifenherstellern im Raum. Letzteres scheint zumindest unter normalen Rennbedingungen zu Gunsten von Michelin auszufallen.

Das seit 1997 bestehende Abkommen mit Ferrari beschert Sauber dank einer neuen Regel erstmals den aktuellen Motor aus Maranello. Der unter dem Namen des Geldgebers Petronas laufende Ferrari 053 leistet schätzungsweise 880 PS -- etwa gleich viel wie der Honda, der Toyota und der Mercedes. Stärker ist nur der BMW (rund 900 PS), schwächer der von Jaguar und Jordan verwendete Cosworth (850), der Renault (830) und der schon drei Jahre alte Cosworth im Minardi (810).

(Hans Hug/Si)

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