Frankreich blamierte sich gegen Senegal

publiziert: Freitag, 31. Mai 2002 / 15:40 Uhr / aktualisiert: Freitag, 31. Mai 2002 / 21:53 Uhr

Seoul - Die erste saftige Überraschung der 17. Fussball-Weltmeisterschaft wurde bereits im Eröffnungsspiel perfekt. WM-Debütant Senegal schlug Titelverteidiger Frankreich dank einem Tor von Papa Bouba Diop (ex GC und Xamax) sensationell mit 1:0.

Debütant Senegal jubelt - Der amtierende Weltmeister Frankreich wurde geschlagen.
Debütant Senegal jubelt - Der amtierende Weltmeister Frankreich wurde geschlagen.
42 Jahre nach der Entlassung in die Unabhängigkeit revanchierte sich die einstige Kolonie Senegal in ihrer ersten WM- Endrundenpartie am früheren Unterdrücker mit einem historischen Sieg. Die Westafrikaner vollbrachten damit eine ähnliche Überraschung, wie sie Kamerun vor 12 Jahren in Italien im Eröffnungsspiel gegen den Titelverteidiger und späteren Finalisten Argentinien geglückt war. Für Frankreich bedeutete es die erste Niederlage im neunten WM-Spiel seit dem 0:2 im Halbfinal 1986 gegen Deutschland.

Es war keine grosse Partie zum Auftakt dieser ersten WM im dritten Jahrtausend und sie vermochte in keiner Weise an die bombastische Eröffnungsfeier anzuknüpfen, die kurz zuvor auf den grünen Rasen gezaubert worden war. Ohne seinen verletzten Weltklassespieler Zinedine Zidane gelang es dem Welt- und Europameister nicht, die von ihm gewohnte Klasse auszuspielen. Zwar war das Team von Trainer Roger Lemerre offensiver ausgerichtet als noch beim Titelgewinn vor vier Jahren im eigenen Land. Die beiden Torschützenkönige von England (Thierry Henry) und Italien (David Trezeguet) wurden jedoch vom -- durch Zidanes Ausfall -- geschwächten Mittelfeld zuwenig in Abschlussposition gebracht und konnten ihre Skorerqualitäten nicht ausspielen.

Zweimal standen die «siamesischen» Zwillige zwar nahe vor einem Torerfolg, zweimal aber klatschte der Ball von der Torumrandung ins Feld zurück. Erst traf Trezeguet nach Vorarbeit von Henry den Pfosten (23.), dann verpasste Henry mit einem eleganten Lobball an die Latte (67.) den vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Nur zwei Minuten zuvor war aber auch auf der Gegenseite ein Hammer von Khalilou Fadiga lediglich an die Latte geklatscht.

Reaktionsschneller Papa Bouba Diop

Für den goldenen Siegestreffer war Papa Bouba Diop besorgt, der noch vor einem Jahr mit den Grasshoppers den Schweizer Meistertitel feiern konnte. Der grossgewachsene Hüne reagierte in der 30. Minute blitzschnell, als ihm eine scharfe Hereingabe von Senegal-Star El Hadji Diouf überraschend vor die Füsse prallte. Emmanuel Petit hatte den Pass von Diouf, der nach der Partie zum «Mann des Spiels» gewählt wurde, seinem Torhüter Fabien Barthez an den Oberarm geschossen. Papa Bouba Diop konnte den Ball, am Boden liegend, reaktionsschnell einschiessen.

Während Senegal die Begegnung mit elf Akteuren in Angriff genommen hatte, die alle in Frankreich tätig sind, vertraute Lemerre auf sieben Spieler aus England, zwei «Italiener» und einen «Deutschen». Einzig Verteidiger Frank Leboeuf spielt seit seiner Rückkehr von Chelsea wieder im Weltmeisterland (Marseille). Dass ausgerechnet Leboeuf neben Youri Djorkaeff und dessen Stellvertreter Christophe Dugarry zu den schlechtesten Franzosen zählte, dürfte Zufall sein.

Langsame Weltmeister-Abwehr

Nicht zufällig war aber, dass darin der Grund der Niederlage zu suchen ist. Die Abwehr des Weltmeisters ist der klar älteste Mannschaftsteil und verzeichnete die deutlichsten Defizite in der Schnelligkeit. Nicht nur beim einzigen Gegentreffer, sondern auch beim Lattenschuss von Fadiga sahen die französischen Verteidiger nur die Absätze ihrer Gegenspieler.

Senegal spielte seine Stärken (Athletik, Kampfgeist, Motivation) voll aus und wurde fürstlich belohnt. «Es war eine exzellente Vorstellung», zollte auch Lemerre dem Bezwinger ein Kompliment. Sein Landsmann Bruno Metsu hatte ein 4-5-1-Bollwerk erstellt, das dank seiner Ballfertigkeit aber jederzeit zu schnellen Konterangriffen fähig war. In der Schlussphase brachten die Afrikaner den knappen Vorsprung mit viel Herz und Einsatz über die Distanz, ohne gross zittern zu müssen. Henrys Lattenschuss war in der 67. Minute praktisch die letzte Ausgleichschance des desillusionierten Weltmeisters gewesen.

Frankreich - Senegal 0:1 (0:1)

Seoul. -- 65 000 Zuschauer. -- SR Bujsaim (VAE).
Tor: 30. Papa Bouba Diop 0:1.

Frankreich: Barthez; Thuram, Leboeuf, Desailly, Lizarazu; Vieira, Petit; Wiltord (81. Djibril Cissé), Djorkaeff (60. Dugarry), Henry; Trezeguet.

Senegal: Sylva; Coly, Diatta, Papa Malick Diop, Daf; Moussa Ndiaye, Diao, Aliou Cissé, Papa Bouba Diop, Fadiga; Diouf.

Bemerkungen: Frankreich ohne Zidane (verletzt); Senegal ohne Sarr (gesperrt). Japans Kaisersohn und Südkoreas Staatspräsident Kim sowie UNO-Sonderbotschafter Adolf Ogi auf der Tribüne. 23. Pfostenschuss Trezeguet. 65. Lattenschuss Fadiga. 67. Lattenschuss Henry. Verwarnungen: 45. Petit (Foul), 51. Aliou Cissé (Foul).

(René Baumann, Seoul /sda)

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