Erneut Roma-Lager in Frankreich geräumt

Französische Polizei räumt Roma-Lager mit hunderten Bewohnern

publiziert: Mittwoch, 29. Aug 2012 / 21:18 Uhr
Laut den Behörden gab es bei der Räumung keine Zwischenfälle. (Symbolbild)
Laut den Behörden gab es bei der Räumung keine Zwischenfälle. (Symbolbild)

Stains - Die französische Polizei hat am Mittwoch erneut ein Roma-Lager mit hunderten Bewohnern geräumt. Die Polizei rückte in der zum Grossraum Paris gehörenden Gemeinde Stains an.

4 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben der Behörden und von Romavertretern mussten bis zu 500 Menschen das in einem Neubaugebiet gelegene Lager verlassen. Nach Behördenangaben wurde das Lager auf Anordnung der Justiz geräumt, unter anderem aus sanitären Gründen.

Laut den Behörden gab es bei der Räumung keine Zwischenfälle. Die Hütten der Roma wurden nach der Räumung mit Planierraupen niedergerissen. Ein Bewohner des Lagers beklagte, den Roma seien keine Alternativunterkünfte angeboten worden.

Dagegen erklärte die Präfektur, die Roma hätten angebotene Unterkünfte nicht angenommen und seien auch der Aufforderung nicht nachgekommen, das Lager freiwillig zu verlassen.

In Frankreich wird derzeit heftig über die Politik gegenüber den Angehörigen der Minderheit der Roma diskutiert, die zumeist aus Rumänien und Bulgarien kommen.

EU-Kommission beobachtet

Der neue sozialistische Innenminister Manuel Valls war auch in den eigenen Reihen unter Beschuss geraten, weil ihm vorgeworfen wurde, den harten Kurs der konservativen Vorgängerregierung unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy fortzusetzen. Die EU-Kommission stellte die französische Politik gegenüber der Minderheit Anfang August erneut unter Beobachtung.

Paris hatte daraufhin angekündigt, die für Bulgaren und Rumänen geltenden und auf EU-Richtlinien basierenden Arbeitsmarktbeschränkungen teilweise abzubauen, um eine Integration von Roma zu erleichtern. Ungeachtet der Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt hält die Regierung an der Möglichkeit fest, Roma-Lager in Frankreich aufzulösen.

Kritik von der UNO

Auch die UNO kritisiert die Zwangsräumungen. Die vier UNO-Berichterstatter für Minderheiten, Migranten, Wohnen und Rassismus sagten am Mittwoch in Genf, die Räumungen brächten viele Familien in eine schwierige Lage.

Den Menschen müssten alternative Unterkünfte angeboten werden, sagte die Berichterstatterin für Wohnen, Raquel Rolnik. Es gelte zu verhindern, dass Menschen, besonders Frauen, Kinder oder Behinderte, obdachlos würden.

Die Räumungen würden zudem dem Klima der Feindseligkeit gegenüber den Roma in Frankreich Vorschub leisten, sagte der Berichterstatter für Rassismus, Mutuma Ruteere.

(knob/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel/Paris - Im Streit mit der ... mehr lesen
Die EU-Justizkommissarin hatte der französischen Regierung am Mittwoch vorgeworfen, sie setze ihre Strategie zur Integration von Roma nicht um.
Die Lager der Romafamilien wurden in Brand gesetzt.
Marseille - Bewohner eines Stadtteils von Marseille haben eine Gruppe von Roma aus ihrem Lager vertrieben und die Reste des Camps in Brand gesetzt. Polizisten rückten am ... mehr lesen 2
Payerne VD - Die Waadtländer Kantonspolizei hat am Donnerstag dafür gesorgt, dass eine Gruppe Roma mit rund 50 Wohnwagen ihren illegalen Standplatz in der Nähe des Flughafens Payerne VD verlässt. Nach einigen Diskussionen räumte die Gruppe schliesslich gegen Mittag das Feld. mehr lesen 
Bern - Bei der Bekämpfung der organisierten Bettelei in der Schweiz sollen ... mehr lesen
Die Minderjährigen kommen in der Regel nicht freiwillig, sondern werden von Menschenhändlern in die Schweiz gebracht, um Geld zu beschaffen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Berühmtes Deepfake: Papst Franziskus in fetter Daunenjacke.
Berühmtes Deepfake: Papst Franziskus in fetter Daunenjacke.
Um der steigenden Verbreitung manipulierter Inhalte entgegenzuwirken, haben sich Google, Meta und OpenAI der C2PA angeschlossen. Ihr Ziel ist es, Standards zu entwickeln, um authentische Inhalte von solchen zu unterscheiden, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. mehr lesen 
Bei einem Treffen am 13. Februar 2024 in Bern diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte, Gemeinden, Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft unter Leitung von Bundesrat Guy ... mehr lesen
Teil des Plans ist die Durchmischung von Arbeits- und Wohnzonen sowie eine Überprüfung möglicher höherer Bauprojekte an geeigneten Standorten.
Mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen (35,6%) arbeitet die gesamte Zeit mit digitalen Geräten.
eGadgets Aufgaben, digitale Geräte und Automatisierungsrisiko am Arbeitsplatz im Jahr 2022  Erwerbstätige Personen, die bei ihrer beruflichen Tätigkeit nie einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone ... mehr lesen  
Fotografie Vom 18. August 2023 bis 8. Oktober 2023  Eine Ausstellung im Stadtmuseum Aarau blickt auf die Arbeit der renommierten Fotojournalistin Sabine ... mehr lesen  
Aus der Reportage zum «Frauenhilfsdienst», Rekrutinnen nach einer Übung in Kloten, 1983.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 4°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Basel 4°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
St. Gallen 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer freundlich
Bern 3°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 6°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 2°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 10°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten