Keine Zwischenfälle

Franzosen protestieren für «traditionelle Familienwerte»

publiziert: Sonntag, 5. Okt 2014 / 19:33 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Okt 2014 / 23:33 Uhr
Leihmutterschaften waren auch ein Hauptthema der Demonstrationen. (Symbolbild)
Leihmutterschaften waren auch ein Hauptthema der Demonstrationen. (Symbolbild)

Paris - Zehntausende Menschen sind am Sonntag in Paris und Bordeaux für «traditionelle Familienwerte» auf die Strasse gegangen. Die Proteste richteten sich insbesondere gegen künstliche Befruchtung bei lesbischen Paaren sowie Leihmutterschaften.

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Den Veranstaltern zufolge nahmen in der französischen Hauptstadt etwa 500'000 Menschen teil. In Bordeaux waren es demnach 30'000, nach Polizeiangaben 7500.

An den Demonstrationen beteiligten sich Erwachsene, Kinder, Jugendliche. Sie schwenkten französische Flaggen und trugen Banner der konservativen Organisation «Manif pour tous» (Demo für alle), die zum Protest aufgerufen hatte.

In der französischen Hauptstadt begleiteten mehr als tausend Polizisten die Demonstration. Bei früheren Protesten hatte es einzelne gewalttätige Zwischenfälle sowie Festnahmen gegeben.

«Wir betreiben eine Vermarktung unserer Kinder», sagte ein Rentner, der in Paris an der Protestaktion teilnahm. «Der nächste Schritt ist, dass Kinder in Geschäften angeboten werden und man sich diejenigen aussucht, die einem gefallen.»

Valls versuchte Wogen zu glätten

Der französische Premierminister Manuel Valls hatte noch am Freitag versucht, die Wogen zu glätten und versichert, dass Leihmutterschaften in Frankreich verboten blieben.

Die Teilnehmer der Protestzüge schien das nicht beeindruckt zu haben. Auf Transparenten hiess es: «Nein zu Leihmüttern!» oder «Eine Frau ist keine Baby-Maschine».

La Manif pour tous hatte sich in der Vergangenheit mit einer grossangelegten Kampagne gegen die gleichgeschlechtliche Ehe gewandt. Dennoch legalisierte Frankreich im vergangenen Jahr als 14. Land der Welt die Homo-Ehe.

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop für die Nachrichtenwebsite atlantico.fr unterstützen weniger als ein Drittel der Franzosen (31 Prozent) die von den Demonstranten eingeforderten Werte.

Eine Gegeninitiative «für die Gleichheit aller Paare und Familien» unterzeichneten im Internet mehr als 200'000 Menschen. Zu einer Demonstration gegen La Manif pour tous in Paris fanden sich allerdings nur einige hundert Menschen ein.

Im Februar waren in Paris und Lyon nach Polizeiangaben 100'000 Menschen einem Demonstrationsaufruf von La Manif pour tous gefolgt. Den Veranstaltern zufolge waren es 540'000 Menschen.

(ww/sda)

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