Freis Rückkehr weckt Erinnerungen

publiziert: Montag, 8. Sep 2008 / 19:15 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Sep 2008 / 00:06 Uhr

Der Captain ist zurück! Nach dreimonatiger Verletzungspause ist Alex Frei gestern in den Kreis der Schweizer Nationalmannschaft zurückgekehrt. Sein Comeback wird am Mittwoch gegen Luxemburg erwartet und weckt Erinnerungen: Seine ersten drei Länderspieltore erzielte er gegen die Luxemburger.

Alain Nef, Alex Frei, Johan Vonlanthen und Christoph Spycher im Training.
Alain Nef, Alex Frei, Johan Vonlanthen und Christoph Spycher im Training.
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Am 7. Juni hatte sich Frei im EM-Startspiel gegen Tschechien die letzte schwere Verletzung zugezogen. Danach musste er zum dritten Mal innerhalb eines Jahres operiert werden. Inzwischen ist das teilweise abgerissene Innenband im linken Knie wieder zusammengenäht und Frei hat bereits drei Einsätze mit Borussia Dortmund im Regionalliga-Team hinter sich. Vier Treffer in diesen Einsätzen zeigen, dass der Schweizer Topskorer seine Torgefährlichkeit nicht eingebüsst hat.

«Es ist aber natürlich schon ein Unterschied, ob ich mit einem Amateurteam spiele oder mit der Nationalmannschaft um WM-Ausscheidungspunkte kämpfe», stellte Frei gestern in einer Medienkonferenz in Freienbach klar. «Ich bin wieder fit, doch mir fehlen Spiel-Rhythmus und -Praxis. Ich bin noch nicht wieder so weit, wie vor der EM, als ich zuvor einige Bundesliga- und Länderspieleinsätze absolviert hatte.»

Doch die Rückkehr zur Mannschaft, exakt drei Monate nach seinem so folgenschweren Out bei der EM, weckt nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Mitspielern Erwartungen.

Gute Erinnerungen

«Ich bin schon ein bisschen nervös, ihn als Mannschaftskollegen kennenzulernen. Natürlich will ich mich ihm in den Trainings von der besten Seite präsentieren und ich erhoffe mir auch, dass er mir hilft und mich mit seiner Erfahrung weiterbringt», sagt Valentin Stocker, der sich für Mittwoch gute Hoffnungen machen darf, in die Startformation zurückzukehren und so bereits mit Frei in der gleichen Mannschaft zu stehen.

Freis Rückkehr weckt auch Erinnerungen: Gleich in seinem ersten Länderspiel von Beginn weg hatte der damalige Servette-Stürmer dreimal getroffen. Es waren seine ersten von nunmehr 35 Länderspieltoren -- und Frei erzielte sie gegen Luxemburg.

Ein halbes Jahr nach dem 5:0-Heimsieg in der WM-Qualifikation für die Endrunde 2002 in Deutschland kam es in Luxemburg zum Rückspiel und wieder war Frei erfolgreich: Beim 3:0-Erfolg erzielte er schon nach zwölf Minuten den Führungstreffer. «Das ist lange her und damals hatte ich noch keine grauen Haare», flachst er, «doch es wäre auch am Mittwoch extrem wichtig, schnell in Führung zu gehen.»

Einsatz im Laufe des Spiels

So, wie damals auch beim 5:0 im Hardturm, als Frei schon nach neun Minuten erfolgreich war. Ob er am Mittwoch im Letzigrund wieder zum Toreschiessen zurückkehren darf, ist noch offen. Zu erwarten ist, dass Ottmar Hitzfeld seinen Rekordtorschützen im Laufe der Partie einsetzen wird. Frei selber äussert öffentlich keine Erwartungen auf einen Einsatz.

«Ich erwarte gar nichts. Es war mit Hitzfeld so abgesprochen, dass ich nach dem Israel-Spiel zur Mannschaft stossen werde. Mehr nicht.» Frei sagt es nicht, aber natürlich wäre er enttäuscht, wenn er morgen nicht zum Comeback gelangen würde. Sein Ehrgeiz und Torhunger lässt gar keine anderen Schlüsse zu.

Der Dortmund-Söldner hat das Israel-Spiel am TV mitverfolgt und zeigt sich erfreut über den reibungslosen Übergang vom ehemaligen zum neuen Trainer: «Es war in der Vergangenheit nicht so, dass wir auswärts bis in die Schlussphase mit 2:0 in Führung lagen.

Fortschritte

Das Team hat Fortschritte gemacht.» Für ihn persönlich sei es wahrscheinlich besser, erst gegen Luxemburg ein Comeback zu wagen: «In Israel wäre ein erster Einsatz sehr delikat gewesen.» Die hart einsteigenden und kampfstarken Israeli hätten Frei bestimmt einen unbequemen Empfang bereitet.

Frei trainierte gestern Vormittag in Freienbach erstmals mit dem Team und wurde danach von den Medien und Autogrammjägern belagert. Die 22 Kaderspieler wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die elf Starter von Tel Aviv regenerieren durften, wurden die anderen elf Spieler etwas intensiver gefordert.

Benjamin Huggel gehörte zur ersten Gruppe und meinte: «Heute ist es wichtig, die Batterien wieder ganz aufzuladen. Ab Dienstag sind wir wieder bereit für Luxemburg. Und es ist schön, dass Alex wieder unter uns ist. Er ist unser Leitwolf, eine Persönlichkeit auf und neben dem Platz.»

Änderungen angekündigt

Heute Dienstag steht am späten Nachmittag in Freienbach das letzte intensive (geschlossene) Training auf dem Programm. Am Mittwochvormittag folgt ein abschliessendes Footing, ehe Trainer Hitzfeld den Spielern in der Teamsitzung die Startformation bekannt gibt.

Der Nationalcoach hat bereits am Sonntag Wechsel gegenüber dem Israel-Spiel angekündigt. Zu erwarten ist, dass Alain Nef für Stephan Lichtsteiner als rechter Aussenverteidiger und Valentin Stocker im Mittelfeld für Tranquillo Barnetta ins Startteam rücken.

(René Baumann, Freienbach/Si)

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