Freispruch für Appenzeller Nacktwanderer
publiziert: Freitag, 28. Mai 2010 / 16:18 Uhr

Trogen AR - Das Appenzell Ausserrhoder Kantonsgericht hat einen 47-jährigen Nacktwanderer freigesprochen. Gemäss Urteil sieht das Gericht den Tatbestand des «unanständigen Benehmens» nicht erfüllt. Die Verfahrenskosten von rund 2000 Franken trägt der Staat.

Der Mann war letzten Oktober «födleblutt» auf einem Wanderweg bei Herisau erwischt worden. (Symbolbild)
Der Mann war letzten Oktober «födleblutt» auf einem Wanderweg bei Herisau erwischt worden. (Symbolbild)
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Der Mann stand am Donnerstag als erster Nacktwanderer in Trogen AR vor Gericht. Er war im vergangenen Oktober «födleblutt» auf einem Wanderweg bei Herisau erwischt worden. Eine Frau zeigte ihn an. Die Busse von 100 Franken focht der Nacktwanderer an, so dass das Gericht die Sache beurteilen musste.

Verteidigen liess sich der Herisauer durch Puistola Grottenpösch, den bekanntesten Schweizer Nacktwanderer. Dieser plädierte auf Freispruch vom Vorwurf des «unanständigen Benehmens» gemäss kantonalem Strafrecht. Der Nacktwanderer habe sich weder schamlos noch unanständig benommen.

(sl/sda)

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Sie werden's nicht glauben
Ja, von mir aus, sollen die so viel oder so wenig tragen wie sie wollen.
und von mir aus müssten sich die nackt badenden auch nicht verstecken.

Weil aber viele Leute allen Nackten mit Stielaugen hinterher sehen, kann gut verstehen, wieso sich diese in FKK-Clubs zurückziehen. Wären häufiger Nackte zu sehen, würden wir uns irgendwann daran gewöhnen und hätten einen ebenso natürlichen Umgang mit dem Nacktsein wie die Urwaldindianer.

Ich glaube nicht, dass man das Ende des Bekleidungsgewerbes befürchten müsste, selbst wenn Nacktsein in der Öffentlichkeit zum Volkssport würde, denn bei unpassendem Klima werden die Kleider wieder angezogen.

Haben Sie übrigens schon mal von "the naked office" gehört? Schauen Sie mal nach, sie werden sich wundern.
Dekadenz
Erklären Sie mir doch bitte, weshalb dann nackt baden vorwiegend in FKK-Clubs stattfindet? Ihrer Meinung nach könnten wir somit nackt in der Stadt spazieren gehen, solange wir uns damit nicht produzieren. Autofahren in der warmen Jahreszeit ohne Kleider kann auch befreiend sein, usw., usw. Geht es hier bloss um ein verpasstes Geschäft des Bekleidungsgewerbes oder um die Frage, was in unserer Gesellschaft erlaubt ist und was nicht? Mal ganz abgesehen vom ästhetischen Gesichtspunkt gibt es doch auch gewisse Verhaltensweisen, die respektiert werden sollten, Gesetz hin oder her. Ich kenne die allgemeine Rechtslage nicht und will auch nicht Moralapostel sein. Aber eine gewisse Dekadenz ist nicht zu verkennen.
Exhibitionisten
präsentieren beispielsweise ihre Geschlechtszeile in aller Öffentlichkeit und zwar so dass es nicht zu übersehen ist.
So einem bin ich vor vielen Jahren im Eingangsbereich des Regionalzugs einmal begegnet.
Nun, mir wurde es irgendwann zu bunt und ich verzog mich ins Abteil.

Nacktwandern hat damit nichts zu tun, denn diese Leute sind zwar nackt, aber sie produzieren sich nicht damit. Und genau hier liegt die Grenze zum Exhibitionismus. Wenn diese Leute dann einen Sonnenbrand bekommen oder auf einen spitzen Stein treten ist das etwas anderes und nicht mein Problem

Ich finde es somit absolut richtig, dass das Gericht den Nackttwanderer freigesprochen hat.
Tiefschlag für die Bekleidungsindustrie?
Ein heikles Urteil - Aeschbacher sei Dank?. Ohne Moralapostel sein zu wollen stelle ich die Frage, wo denn die Grenze zum Exhibitionismus zu ziehen ist?
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