Frühere bosnisch-serbische Präsidentin Plavsic belastet Milosevic
publiziert: Montag, 16. Dez 2002 / 15:47 Uhr

Den Haag - Vor dem UNO-Tribunal in Den Haag hat die frühere bosnisch-serbische Präsidentin Biljana Plavsic den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic schwer belastet.

Biljana Plavšic
Biljana Plavšic
Milosevic sei einer der Verantwortlichen der Politik der ethnischen Säuberungen in Bosnien gewesen, heisst es in einem Anhang zu Plavsics schriftlichem Geständnis.

Mit der Planung und Ausführung gewaltsamer ethnischer Trennungen in Bosnien seien mehrere Personen befasst gewesen, unter ihnen Milosevic, der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und seine damalige rechte Hand, Momcilo Krajisnik, sowie der bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic.

Die bosnisch-serbische Führung, also auch Plavsic selbst, habe gewusst, dass das Ziel ethnischer Trennungen nur durch Verfolgung von Moslems und Kroaten in Bosnien zu erreichen gewesen sei, heisst es in dem Text weiter. Die Armee der bosnischen Serben sei im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 von Belgrad finanziert und logistisch unterstützt worden.

Der Anhang zum Geständnis wurde von der Anklage veröffentlicht. Plavsic hat sich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig erklärt. Das UNO-Tribunal will das Urteil am Mittwoch fällen. Bis dahin sollen mehrere Zeugen und Plavsic selbst gehört werden. Der 72-Jährigen droht lebenslange Haft.

Zum ersten Mal hat sich eine wichtige Persönlichkeit aus dem früheren Jugoslawien, die wegen ihrer Führungsrolle angeklagt worden ist, für grauenhafte Verbrechen verantwortlich erklärt, betonte Chefanklägerin Carla Del Ponte.

Plavsics Schuldbekenntnis ändere nichts an der Schwere der Verbrechen. Aber das Bekenntnis muss als wichtiger Schritt zur Versöhnung in Bosnien-Herzegowina gesehen werden, sagte die Anklägerin.

(fest/sda)

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