Weitere Ausschreitungen in Nordirland

Fünfte Krawallnacht in Folge erschüttert Belfast

publiziert: Dienstag, 8. Jan 2013 / 08:01 Uhr
Ein Flaggen-Entscheid löste die Proteste aus.
Ein Flaggen-Entscheid löste die Proteste aus.

Belfast - In der fünften Nacht in Folge haben sich Polizei und Demonstranten in der nordirischen Hauptstadt Belfast gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei setzte in der Nacht zu Dienstag Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen aufgebrachte Demonstranten ein.

6 Meldungen im Zusammenhang
Rund tausend Menschen protestierten am Montagabend zunächst friedlich vor dem Rathaus, während der Stadtrat erstmals wieder seit seinem umstrittenen Flaggen-Beschluss tagte.

Zu den neuerlichen Ausschreitungen kam es, als rund 250 pro-britische Protestanten auf dem Rückweg vom Rathaus auf katholischen Republikaner stiessen. Die Polizei versuchte, beide Gruppen auseinanderzuhalten. Auf die Beamten auf der Newtownards Road hagelte es Steine und Brandsätze.

Umstrittener Flaggen-Entscheid

Die Proteste im zu Grossbritannien gehörenden Nordteil der irischen Insel richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtrats von Belfast vom 3. Dezember, die britische Flagge nicht mehr jeden Tag über dem Rathaus wehen zu lassen. Dagegen wehren sich pro-britische Protestanten.

Sie sehen darin ein zu grosses Zugeständnis an die nach einem vereinten Irland strebenden katholischen Republikaner. Beratungen von Politikern und Kirchenvertretern darüber, wie die Gewalt gestoppt werden könnte, waren bislang erfolglos geblieben.

Aufrufe und Vorwürfe

Robin Newton von der Democratic Unionist Party (DUP) rief zu Besonnenheit auf. «Wir müssen einen Weg finden, um da herauszukommen, aber wie wir das machen, weiss ich nicht», sagte er und verwies darauf, dass von den Demonstranten keine klaren Forderungen erhoben würden.

Michael Copeland von der Ulster Unionist Party (UUP) sagte, es gebe unter den Demonstranten keinen Ansprechpartner. Polizeichef Matt Baggott warf der paramilitärischen Ulster Volunteer Force vor, die Gewalt zu steuern.

Fünfte Gewaltnacht

Bereits seit Donnerstag hatte es in den Nächten in Belfast Ausschreitungen mit teils mehreren hundert Demonstranten gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden bislang mehr als 50 Beamte verletzt, zudem gab es 70 Festnahmen.

Einige Beamte berichteten, sie seien von Demonstranten unter Beschuss genommen worden. Ein 38-jähriger Mann wurden wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen.

In drei Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken wurden rund 3500 Menschen getötet. Mit dem Friedensabkommen vom Karfreitag des Jahres 1998, das die Machtteilung zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht, wurde der Nordirland-Konflikt weitgehend beendet.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Belfast - Der Streit um die britische Fahne auf dem Rathaus von Belfast wird ... mehr lesen
Augenzeugen berichteten, protestantische Randalierer hätten die Sicherheitskräfte in Belfast mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. (Symbolbild)
Belfast - Auch am Samstag haben ... mehr lesen
Belfast - In der nordirischen Hauptstadt Belfast hat es die vierte Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. Eine Menschenmenge attackierte am späten Sonntagabend mit Stahlbarrieren, Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen Polizisten, die im Osten der Stadt patrouillierten. mehr lesen 
London - Nach erneuten Unruhen in der nordirischen Hauptstadt Belfast hat die Polizei am Samstag einen 38-jährigen Mann unter dem Verdacht des versuchten Mordes festgenommen. Die Polizei trieb die Demonstranten mit Wasserwerfern auseinander. Insgesamt gab es den Angaben zufolge zwei Festnahmen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Blockade in Belfast.
London - Im Zusammenhang mit ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche Überwachung der Erdoberfläche, insbesondere für militärische Zwecke.
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche ...
Nach Berichten aus den USA plant SpaceX den Bau eines neuen Satellitennetzwerks für einen US-Geheimdienst. Dieses Netzwerk namens «Starshield» soll die gesamte Erdoberfläche überwachen. mehr lesen 
Musikstreaming-Apps im App Store  Brüssel hat Apple mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro belegt. Laut einer Untersuchung der EU-Kommission hat das US-Unternehmen seine dominante Stellung durch bestimmte Regeln im App Store missbraucht und Konkurrenten im Musik-Streaming-Geschäft behindert. Ein zentraler Punkt ist das allgemeine Verbot von Apple für Entwickler, in ihren Apps auf günstigere Kauf- oder Abonnementmöglichkeiten hinzuweisen. mehr lesen  
Während die USA und andere Länder sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, prognostiziert eine neue Studie eine Eskalation der täglichen Aktivitäten von bösartig-manipulierenden Akteuren, ... mehr lesen
Internationales Super-Wahljahr 2024.
Obwohl künstliche Intelligenz komplexe Probleme lösen kann, hat sie auch ihre Grenzen. In einem virtuellen Test des US-Militärs mit KI-gesteuerten Drohnen sollen laut einem Bericht des britischen Guardian unerwartete und tödliche Folgen aufgetreten sein. Es wird behauptet, dass die Drohne jeden attackierte, der sich einmischte. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Basel 8°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 7°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Bern 7°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 9°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Genf 9°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 13°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten