Für Deutschland zählt auf «Schweizer» Boden nur der Sieg

publiziert: Freitag, 31. Mai 2002 / 15:59 Uhr / aktualisiert: Freitag, 31. Mai 2002 / 18:38 Uhr

Sapporo - Im Norden Japans in Sapporo, wo 1972 die Schweizer Wintersportler geschichtsträchtige Olympia-Erfolge feierten, startet die deutsche Nationalmannschaft heute Samstag gegen Saudi- Arabien (13.30 Uhr MEZ) das Unternehmen WM.

Für Rudi Völler und die Deutschen beginnt die WM.
Für Rudi Völler und die Deutschen beginnt die WM.
«Wir müssen von Anfang an so auftreten, dass es keine Diskussionen darüber gibt, wer das Spiel gewinnt», sagt Deutschlands Teamchef Rudi Völler. Sein Team zählt zwar nicht zu den Topfavoriten dieser WM, aber gegen diesen Gegner muss ein Sieg ganz einfach her.

Die Saudi haben zwar in der Qualifikation 47 Tore geschossen, so viele wie kein anderes Team weltweit; und unvergessen ist ihr Auftritt von 1994, als sie Marokko und Belgien bezwangen und den Vorstoss in die Achtelfinals schafften. Aber gegen Deutschland traut ihnen kaum einer einen weiteren grossen Coup zu. Das bisher einzige Länderspiel gegen Deutschland haben die Saudi 1998 zuhause in Riad 0:3 verloren.

In der deutschen Startelf stehen mit den beiden England-Profis Dietmar Hamann und Christian Ziege nur zwei Spieler, die schon in einer früheren WM-Endrunde mit dabei waren. Goalie Oliver Kahn ist zwar schon zum dritten Mal im Kader, hat aber noch keinen Einsatz vorzuweisen. Bis auf den verletzten Berliner Marko Rehmer (muskuläre Probleme) kann Völler seine Wunschformation aufbieten. Im Angriff vertraut er auf Miroslav Klose (Kaiserslautern) und Carsten Jancker (Bayern München). Die beiden Oliver (Bierhoff und Neuville) sitzen vorerst auf der Bank.

Sind die Iren ohne Roy Keane gefährlicher?

Irland und Kamerun, die beiden anderen Gruppengegner Deutschlands, begegnen sich in Niigata an der japanischen Westküste (08.30 Uhr MEZ). Diese beiden Teams stehen sich erstmals überhaupt gegenüber. Unter ganz besonderem Druck stehen die Iren. Sollten sie nach den Querelen um ihren suspendierten Starspieler Roy Keane verlieren, droht ihnen Häme und Spott. Das Fehlen von Keane sieht aber Kameruns deutscher Trainer Winfried Schäfer auch als Gefahr: «Keane ist weltweit einer der besten Mittelfeldspieler. Aber ohne ihn werden die Iren näher zusammenrücken und dadurch gefährlicher.»

Kamerun war 1990 in Italien als erste und bisher einzige afrikanische Mannschaft in einen Viertelfinal vorgedrungen, doch seither setzte es nurmehr Enttäuschungen ab. 1994 und 1998 gab es keinen einzigen Sieg mehr, in beiden Fällen belegte Kamerun den letzten Gruppenplatz. Das soll sich ändern. Irland überstand die WM- Qualifikation ungeschlagen und liess als Gruppenzweiter hinter Portugal die Holländer hinter sich. Im Gegensatz zu Kamerun können die Iren vermutlich nicht ganz in Bestbesetzung antreten: Routinier Jason McAteer (31) ist am Knie verletzt.

Uruguay hat das 1:6 nicht vergessen

Revanche ist angesagt, wenn Uruguay heute Samstag im Süden Südkoreas in Ulsan gegen Dänemark (11.00 Uhr MEZ) zum zweiten Spiel der Gruppe A antritt. 1:6 unterlagen die Südamerikaner 1986 in Mexiko gegen die Dänen. Es war dies Uruguays grösste WM-Schmach überhaupt. Dänemarks Trainer Morten Olsen und dessen Assistent Michael Laudrup standen damals beide im siegreichen Team.

Ganz so einfach wird den Dänen das Toreschiessen diesmal aber nicht gemacht. In der südamerikanischen WM-Ausscheidung liessen die Uruguayer nur 12 Gegentore zu, weniger als Argentinien oder Brasilien. Die von Juventus-Turin-Söldner Paolo Montero geführte Abwehr stellt ein Bollwerk dar, das nicht einfach zu knacken ist. Uruguay muss im Mittelfeld auf den an der Achillessehne verletzten Fabian O'Neill verzichten. Die Dänen sind komplett.

(kil/sda)

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