Fussball: Bayern im Kreativitätsstau - Real in Fahrt

publiziert: Dienstag, 24. Feb 2004 / 08:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Feb 2004 / 14:13 Uhr

Im Münchner Olympia-Stadion dürfte heute Abend in erster Linie der Gast aus Madrid für europäische Top-Qualität bürgen. Die Chancen der formschwachen Bayern, im Achtelfinal der Champions League Real zu bezwingen, sind als gering einzustufen.

Ungeachtet der mangelhaften Verfassung des deutschen Meisters ist die Affiche in München gewiss die beste der ersten "Achtelfinal-Tranche". Im restlichen Programm -- Lokomotive Moskau - Monaco, Celta Vigo - Arsenal und Sparta Prag - Milan -- geht sich die im jeweiligen Championat erstklassierte Prominenz aus Frankreich, England und Italien aus dem Weg.

Bayerns gesunkene Ansprüche

In der Bundesliga ist der Rückstand von sieben Punkten auf Leader Werder Bremen in 13 Runden nicht nur in der Theorie aufzuholen. Weil die Bayern in dieser Saison aber mit einer ungewohnten Regelmässigkeit Fehltritt an Missgeschick reihen, beginnen sie selbst im Verein mit dem landesweit grössten Selbstverständnis allmählich am Gewinn des 19. Titels zu zweifeln.

"Vielleicht ist es auch mal ganz gut, wenn man nicht deutscher Meister wird, damit man wieder angreift", liess sich Michael Ballack zitieren. Andere, allen voran Uli Hoeness, blasen seit geraumer Zeit ins Horn der (Zweck-)Pessimisten.

Wenig zur Entspannung trug der erzitterte 1:0-Heimsieg gegen den HSV bei. Klaus Toppmöllers Kritik, die Schwächeren hätten die Dümmeren bezwungen, sagt alles. Wesentlich wichtiger war aus bayerischer Sicht deshalb, dass mit dem verletzten Stammkeeper Oliver Kahn dank einer Spritzenkur gegen Real wieder zu rechnen sein wird.

Ob Michael Ballack nach eben auskurierter Bronchitis schon bereit ist für die Startformation, wird Trainer Ottmar Hitzfeld erst Stunden vor dem Anpfiff entscheiden. Ballack, dem beidfüssigen Mittelfeldakteur, ist es am ehesten zuzutrauen, den Kreativitätsstau aufzulösen.

Manch einer aus dem illustren Führungsgremium des Münchner Giganten befürchtet eine "königliche" Lehrstunde. Franz Beckenbauer formulierte es vorsichtig so: "Ich hoffe, es gelingt uns, dass wir ein adäquater Spielpartner sind."

Kerniger kommentierte der einflussreiche Verwaltungsrats-Präsident Karl-Heinz Rummenigge die Ausgangslage, und billigte seiner Belegschaft keine zehn Prozent Chancen auf eine Viertelfinal-Teilnahme zu.

Hitzfeld hingegen gewinnt der Aussenseiterrolle Positives ab: "Jeder schreibt uns ab. Das wird die Mannschaft zusätzlich motivieren." Bei allem Respekt vor dem erfolgreichsten Trainer Deutschlands, seine Worte nähren den Verdacht, da beschönige einer die triste Realität.

Bayern hat in dieser Saison auf internationaler Bühne nie überzeugt. Die sehr gut gehaltene Auswahl strahlt wenig aus und besitzt derzeit wohl kaum über die Mittel zum Triumphzug -- das haben an der Säbenerstrasse mittlerweile auch jene Phantasten erkannt, die vor der Saison vom Sieg in der Champions League schwadronierten.

Nur aus der Statistikabteilung erhalten die Bayern Support. Sechs von acht Begegnungen in der Champions League (in den letzten fünf Jahren) hat der FCB gewonnen; nur einmal, im Viertelfinal vor zwei Jahren, schieden die Deutschen gegen Real aus. Diese Werte sind gerade zum heutigen Zeitpunkt mit Vorsicht zu geniessen.

Real vereinigt mittlerweile die weltbesten Fussballer in einer Mannschaft. Das letzte Muster ihrer einzigartigen Spielkunst boten die Madrilenen am Samstag beim 4:2 in Barcelona gegen Espanyol. Im Gegensatz zum Herausforderer führt das von Zinedine Zidane magistral geführte Star-Ensemble die Tabelle der eigenen Liga souverän an.

Selbstherrlicher Milan-Präsident

Milan setzt in der Serie A weiterhin die Akzente. Der furiosen Wende vom 0:2 zum 3:2 im Stadtderby gegen Inter folgte allerdings keine ruhige Einstimmung auf das Spiel in Prag gegen Sparta, sondern wieder einmal eine von Silvio Berlusconi inszenierte Polemik. Der Präsident legte in der TV-Sendung "domenica sportiva" die Spiel-Philosophie seines Klubs dar. Dass er ein System mit zwei Stürmern bevorzugt, liess der italienische Regierungschef (zur Pause) auch Trainer Carlo Ancelotti wissen.

Ancelotti, mit dem Selbstbewusstsein des Champions-League-Siegers, mochte sich -- vermutlich zum Selbstschutz -- nicht detailliert über das selbstherrliche Gebaren Berlusconis auslassen. Die italienische Agentur berichtete stattdessen, er habe zusammen mit Taktiker Berlusconi ausgiebig getafelt. "Es ist spät geworden am Samstag, und bezahlt habe nicht ich." Und eigentlich gebe es keinen Anlass zur Kritik, zumal er eigentlich fast immer mit zwei Angreifern zu spielen pflege.

Übersicht

Dienstag

18.00 Lokomotive Moskau - Monaco
20.45 Bayern München - Real Madrid
20.45 Celta Vigo - Arsenal
20.45 Sparta Prag - AC Milan

Mittwoch

20.45 Deportivo La Coruña - Juventus Turin
20.45 FC Porto - Manchester United
20.45 Real Sociedad San Sebastian - Lyon
20.45 VfB Stuttgart - Chelsea

Rückspiele am 9./10. März.

3. Runde des UEFA-Cup, Hinspiele

17.00 Groclin Grodzisk/Pol - Bordeaux
17.00 Spartak Moskau - Mallorca
17.00 Valerenga Oslo - Newcastle United
18.00 Gaziantepspor - AS Roma
19.00 Olympique Marseille - Dnjepr Dnjepropetrowsk/Ukr
19.30 Parma - Gençlerbirligi Ankara
19.30 Perugia - PSV Eindhoven
20.00 Auxerre - Panathinaikos Athen
20.30 Bröndby Kopenhagen - FC Barcelona
20.30 FC Brügge - Debrecen/Un
20.45 Celtic Glasgow - Teplice/Tsch
20.45 Galatasaray Istanbul - Villarreal
21.00 FC Liverpool - Levski Sofia
21.00 Sochaux - Inter Mailand
21.30 Valencia - Besiktas Istanbul
22.15 Benfica Lissabon - Rosenborg Trondheim

Rückspiele am 3. März.

(bert/Si)

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