Fussball: EM-Vergabe 2008 - Interview mit Bundesrat Schmid zur EM-Kandidatur

publiziert: Mittwoch, 4. Dez 2002 / 16:54 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Dez 2002 / 22:02 Uhr

(Si) Bundesrat Samuel Schmid nennt wirtschaftliche und politische Stabilität neben der Qualität und der Sicherheit als wichtigste Argumente der Kandidatur.

Neben dem Schweizer Volk steht auch die Schweizer Regierung hinter der EM-Bewerbung Österreich-Schweiz.
Neben dem Schweizer Volk steht auch die Schweizer Regierung hinter der EM-Bewerbung Österreich-Schweiz.
Die Schlussoffensive für die EM-Kandidatur 2008 hat begonnen. Was kann der Schweizer Sportminister noch ins Spiel bringen?

Bundesrat Samuel Schmid: Er zieht nochmals unseren Hauptjoker und weist auf die durchgehend hohe Qualität unserer gemeinsamen Kandidatur mit Österreich hin. Wir erfüllen die Vorgaben der UEFA vollumfänglich und dürfen hoffentlich beweisen, dass wir nicht nur erstklassige Buchhalter, sondern auch sportliche Macher sind.

Worauf beruht Ihre Zuversicht, dass die gemeinsame Kandidatur Österreich/Schweiz den Zuschlag erhält?

Wir sind bereit und in der Lage, eine solche Grossveranstaltung wie die EM zu organisieren und durchzuführen. Unsere sportliche Infrastruktur ist erstklassig. Unser Dossier hat eine hohe Qualität. Beide Alpenländer bieten Gewähr für Sicherheit und Stabilität. Zudem spüren wir den uneingeschränkten Rückhalt und die Unterstützung der Regierungen, der Wirtschaft und besonders auch der Bevölkerung. Und wir werden nicht an politischen Problemen stolpern. Unsere Verhältnisse sind konstant.

Ist denn die Schweiz eine Sportlernation oder sogar ein Fussballland?

Die Schweiz ist ein sportbegeistertes Land. Der Fussball hat dieses Jahr Hochsaison. Ich verweise gerne und mit Stolz auf die Erfolge der U17-Nationalmannschaft hin, die Europameister wurde, oder auf das U21-Nationalteam, das im eigenen Land und in einer begeisternden Atmosphäre die Halbfinals erreichte. Der geglückte Start der Nationalmannschaft unter Trainer Köbi Kuhn und vor allem die Erfolge des FC Basel in der Champions League haben ebenfalls gezeigt, dass gesundes Holz vorhanden ist. Das Feuer ist entfacht - wir würden es gerne weitertragen.

Wie sicher wären Spiele in Österreich und der Schweiz?

Wir haben bereits zahlreiche Massnahmen ergriffen oder sind daran, sie umzusetzen. Ich habe eine Arbeitsgruppe gebildet, die gesetzliche Regeleungen prüft, um auf verschiedene Eventualitäten reagieren zu können. Die Schweiz hat in der Vergangenehiet und auch in diesem Jahr schon mehrfach bewiesen, dass sie Grossveranstaltungen durchführen kann, die nicht unproblematisch waren. Ich verweise nur auf die Champions-League-Gastspiele von Liverpool und Manchester United in Basel.

Ist Österreich der ideale Partner?

Wir können uns keinen besseren vorstellen! Beides sind neutrale Alpenländer mit konstanten Verhältnissen. Beide Länder arbeiten für die gemeinsame EM-Kandidatur auf allen Ebenen hervorragend zusammen und garantieren für die Einhaltung der Versprechen gegenüber der UEFA. Österreich und die Schweiz verstehen sich traditionell sehr gut. Wir sind in etwa gleich gross und haben eine vergleichbare Kultur. Auch die neue österreichische Regierung verspricht uneingeschränkte Unterstützung.

Was könnten eventuelle Handicaps sein?

Ich möchte in erster Linie von unseren Vorzügen sprechen, von den Stadien, der Begeisterung, der Sicherheit, der Konstanz. Wenn aber sportliche Kriterien politischen Signalen weichen müssen, entscheiden andere Überlegungen und Grundlagen. Ich finde, dass die Ausrichtung der Fussball-EM dem Sport dienen muss. Aber ich spreche als Schweizer Sportminister und nicht als Mitglied des Exekutivkomitees der UEFA.

Könnten die IOC-Abweisung von Sion bei der Olympiavergabe für 2006 oder das böse Nein für die Olympiakandidatur von Bern ein Nachteil sein?

Auch ich war bestürzt, als Sion den Zuschlag nicht erhielt. Doch das ist abgehakt. Wir müssen in die Zukunft schauen. Die EM ist ein anderer Wettbewerb, eine neue Herausforderung, die noch besser auf unsere Verhältnisse und Möglichkeiten zugeschnitten ist.

Die Schweiz ist aber kein EU-Staat...

... aber unser Partner Österreich ist Mitglied der EU. Jetzt begeben wir uns aufs Parkett der Spekulationen. Was ist, wenn... Auch andere Kandidaten sind nicht EU-Mitglieder. Vielleicht gereicht uns gerade dies zum Vorteil. Aber entscheidend müssen doch unsere Argumente sein. Wenn diese nicht ausreichen, werden wir eine Niederlage sportlich akzeptieren.

Was würde der Zuschlag für unserer Land bedeuten?

Die Schweiz würde im europäischen und sogar im globalen Schaufenster stehen. Das wäre für uns alle eine grosse Anerkennung, Motivation und auch Herausforderung. Der Schweizer Sport allgemein und der Fussball im speziellen würden davon profitieren. Ich erwarte neue Impulse. Die sporttreibende Jugend bildet die Basis für jeden Spitzensport. Sport hat neben einer gesundheitlichen Bedeutung auch eine wichtige erzieherische und soziale Funktion. Alle unsere Bestrebungen und Projekte im Sport würden einen Aufschwung erfahren. Und wirtschaftlich würden beide Gastländer vom Tourismus und von neuen Arbeitsplätzen profitieren.

Im Tessin stehen aber keine Stadien. Wird der italophone Teil ausgegrenzt?

Nein. Das Tessin wird mit einbezogen, obwohl dort keine Spiele stattfinden werden. Lugano ist als Hauptquartier für die Schiedsrichter vorgesehen, und vielleicht bereiten sich einige Teams im Tessin auf ihre EM-Einsätze vor.

Sie setzen sich vehement für den Sport und für die EM-Kandidatur ein, obwohl sie als wenig sportlich gelten.

Ich war und bin kein Spitzensportler, marschiere aber täglich, schwimme, fahre Rad und schiesse gerne. Dazu bin ich naturverbunden und war seit jeher begeisterter Sportbeobachter. Meine drei Söhne spielen Fussball im FC Rüti bei Büren in der 4. Liga. Ich besuche gelegentlich ihre Spiele, gehe aber auch gerne an wichtige Sportanlässe und lasse mich mitreissen. Und ich setze mich für die sportlichen Bedürfnisse an der Spitze und an der Basis ein... ... und möchten am 12. Dezember in Nyon und Genf feiern können. Ich bin am Tag der Entscheidung nicht vor Ort. Ich werde aber die Entscheidung mit Spannung mitverfolgen und hoffe, später mit dem Kandidaturkomitee feiern zu können.

(Peter Wyrsch/sda)

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