Fussball: Lucien Favre: Mich zu eliminieren, bringt nichts!

publiziert: Freitag, 5. Dez 2003 / 16:25 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Dez 2003 / 19:47 Uhr

Der FC Zürich und sein Trainer Lucien Favre stehen im Cup-Viertelfinal in Meyrin wieder einmal am Scheideweg. Sollte der FCZ am Sonntagnachmittag den Platz als Verlierer verlassen, stünde er im Winter ohne Perspektiven und Favre wohl ohne Job da.

Lucien Favre weiss aus seiner Zeit als Aktiver, dass nur Erfolge den Stuhl eines Trainers sichern.
Lucien Favre weiss aus seiner Zeit als Aktiver, dass nur Erfolge den Stuhl eines Trainers sichern.
Im Fussball-Business sind leere Worthülsen an der Tagesordnung. Der Alltag präsentiert sich gerade zur Adventszeit in vielen Schweizer Klubs schlicht zu grau für tiefschürfende Erklärungen und Erkenntnisse.

Und wer sich wie Zürich als Tabellenletzter auf die letzte Aufgabe vor der Winterpause vorbereiten muss, der bedient sich natürlich liebend gerne des gängigen Sportler-Klischees, dass im Cup alles möglich sei.

"Der Cup ist doch immer speziell." Dieser Spruch könnte von jedem Trainer der Viertelfinalisten FCZ, Meyrin, GC, Xamax, Agno, Wil, St. Gallen oder Thun stammen. Es war Lucien Favre, der den Standardsatz bemühte. Und so banal es klingen mag, Zürichs Coach ist diesmal vollumfänglich beizupflichten. Für ihn steht mehr als nur die Qualifikation für die Runde der letzten vier auf dem Spiel. Der Kredit bei Präsident Sven Hotz ist spätestens seit der 0:2-Niederlage in Thun aufgebraucht.

Die Frage, ob ein Fehltritt in Meyrin die Verabschiedung zur Folge hätte, mochte Favre nicht beantworten. Von einer merklichen Abkühlung der Beziehung zu Hotz will der Genfer nichts wissen.

"Davon spüre ich nichts. Aber sehen Sie, darum geht es doch auch nicht. Wir müssen kämpfen und zwar für die Sache FCZ. Das ist wichtig!" Die schlechte Klassierung hat ihm nichts von der Überzeugung genommen, "dass dieser Mannschaft nur Details fehlen".

Favre redet von punktuellen Verstärkungen, die im Winter nötig seien. Konkret mochte sich der Romand nicht über die fehlende Qualität seiner Equipe äussern. Seine Enttäuschung über die fehlende Cleverness im taktischen (Abwehr-)Bereich, über das Manko in der Antizipation, wie er es formulierte, war im Gespräch mit dem FCZ-Trainer indes herauszuspüren.

Frustriert wirkte Favre trotz der zahllosen Tiefschläge nicht. Er zieht gar einen bemerkenswerten Schluss: "Es bringt nichts, mich zu eliminieren."

Die Aufgabe im Genfer Vorort Meyrin kündigt sich für den FC Zürich der aktuellen Verfassung so oder so als heikel an. Im heimischen Kleinstadion Bois Carré hat der Stammklub von Johann Vogel (PSV Eindhoven) und Patrick Müller (Lyon) die letzten fünf Partien ungeschlagen überstanden. T

Trainer Jean-Michel Aeby lässt seine Mannschaft gegen Gleichklassige meistens im 3-4-3-System spielen. Favre sah Meyrin beim 2:2 "gegen ein sehr gutes Sion" live: "Meyrin spielt einen guten Konterfussball und ist bei Standardsituation gefährlich."

Nicht nur für den FCZ bildet der Cup-Wettbewerb praktisch die letztmögliche Bühne zur Schadensbegrenzung. Zyniker könnten anführen, im Feld der Achtelfinalisten seien nach dem Out der Branchenleader Basel, YB und Servette nur noch Mittellose oder Verlierer der Super League und mit Agno sowie Meyrin zwei Challenge-League-Zwerge vertreten.

Die tief gestürzten Grasshoppers beispielsweise treffen mit Xamax auf einen Kontrahenten, dem nach dem Out im UEFA-Cup und einem monumentalen Tief im Championat ebenfalls nur noch der Cup als Rettungsanker geblieben ist.

Indikatoren für eine verlässliche Prognose sind kaum vorhanden; fest steht einzig, dass GC-Trainer Carlos Bernegger auf der Maladière letztmals in der Hauptverantwortung steht. Zur Fortsetzung seiner Wiederaufbauarbeit fehlen dem 34-jährigen Argentinier die nötigen Papiere.

Meyrin - FC Zürich

SR Circhetta. -- Abwesend: Rama (gesperrt), Garcia, Powell, Zapico, Preite (alle verletzt); Bastida (bis Ende Saison) und Yasar (Trainingsrückstand). -- Fraglich: keiner; Gygax (Hüftmuskelbeschwerden), Buess

Wiesendangen, Wangen bei Olten, Herisau sind nicht etwa Ankunftsorte der nächsten Tour de Suisse, es sind die bisherigen Etappen der diesjährigen Zürcher Tour de Coupe, die im nächsten Jahr erst in europäischer Umgebung enden soll. Im Viertelfinal wird der FCZ nun erstmals mit einer zumindest halbprofessionellen Equipe konfrontiert. Egal mit welcher Besetzung, vom NLA-Letzten der Super League ist im Duell mit dem 12. der bedeutend schwächer einzustufenden Challenge League ein Sieg zu fordern.

Neuchâtel Xamax - GC

SR Rutz. -- Abwesend: Rey, Daffe Bättig (alle verletzt); Opabunmi (gesperrt), Gamboa, Shala, Schwegler (alle verletzt). -- Fraglich: Wiederkehr, Portillo (beide Trainingsrückstand); Jaggy (stark angeschlagen), Mitreski.

Die Hoppers werden sich ungern an das dramatische Cup-Halbfinal-Spiel in Neuenburg erinnern. 2:0 führte der damalige NLA-Leader im Frühling, ehe die Gastgeber dank Alexandre Rey ausglichen und das Penaltyschiessen 9:8 gewannen. Seither hat sich vieles verändert. Rey ist seit Monaten verletzt und Xamax ohne ihn in eine schwere Krise geschlittert. Seit dem 14. September (und dem 3:1 gegen GC) gewannen die Neuenburger nur noch zwei Meisterschaftspunkte. Den letzten Erfolg feierten sie im Cup in Winterthur. Xamax und GC gleichermassen ist nur der Cup geblieben, um eine bislang grösstenteils missratene Saison aufzuwerten.

Malcantone Agno - Wil

SR Etter. -- Abwesend: Marcelo (gesperrt), Padalino (verletzt); Nushi, Rogerio (beide verletzt).

Wie stark Agno wirklich ist, lässt sich trotz verblüffender Coups gegen die Spitzenklubs Servette und YB nicht schlüssig beurteilen. In beiden Fällen profitierten die Tessiner von schlecht vorbereiteten Kontrahenten, deren Nonchalance und Selbstgefälligkeit kaum zu überbieten war. Andererseits stehen im Kader des Miniklubs (150 Mitglieder) langjährige Lugano-Profis vom wie René Morf, Régis Rotenbühler oder Yane Bugnard. Für die von internen Machtkämpfen verunsicherten Wiler besteht kein Anlass, den Dritten der Challenge League zu unterschätzen.

Thun - St. Gallen

SR Leuba. -- Abwesend: Deumi (verletzt); Alex (gesperrt), Oberli, Longo, Haid (alle verletzt).

Hans-Peter Latours Trainingsprogramm beinhaltete am Freitag eine längere Einheit an Penaltyschüssen. Der Thuner Trainer tut gewiss gut daran, das Szenario einer nervenaufreibenden Zusatzschicht einzuplanen. Seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse trennte sich Thun dreimal unentschieden von St. Gallen; einmal verloren die Berner Oberländer. Im Cup-Wettbewerb standen sich die beiden Teams 1998 gegenüber. 0:5 lautete das Skore damals zu Gunsten der Ostschweizer.

(tr/Si)

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