Fussball: Meisterschaftsstart mit sieben Schweizern

publiziert: Mittwoch, 30. Jul 2003 / 20:16 Uhr

Die am Freitag beginnenden Meisterschaft in Frankreich kündigt sich so spannend an wie seit Jahren nicht mehr -- auch aus Schweizer Sicht. Nach dem Wechsel von Hakan Yakin zu Paris St-Germain stehen sieben Schweizer in der Ligue 1 im Einsatz.

Auch Ricardo Cabanas gehört zu den Schweizer-Legionären in Frankreich.
Auch Ricardo Cabanas gehört zu den Schweizer-Legionären in Frankreich.
Die Zeiten, als die Ligue 1 Saison für Saison als Wundertüte ohne klaren Favoriten und mit stark veränderten Mannschaften daherkam, scheinen überwunden. Der flaue Transfermarkt verhinderte einen Ausverkauf, die Grossklubs aus den Metropolen konnten sich allesamt verstärken.

Der Transfercoup schlechthin gelang Paris St-Germain. Der Nobelverein verpflichtete mit einem Teil der Millionen aus dem Verkauf von Ronaldinho den Goalgetter Pedro Pauleta (Bordeaux), der in den letzten drei Saisons 91 Tore schoss. Als Nachfolger des zu Barcelona abgewanderten brasilianischen Spielmachers wurde Basels Hakan Yakin verpflichtet.

Paris und "Canal Plus"

Trotz einer völlig verpatzten letzten Saison (11. Platz) kann das Ziel der Pariser nur der Meistertitel sein. Weniger das Kader, das neben Lyon das bestbestückte der Ligue 1 ist, als das Verhalten des Vorstands werden über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

In den letzten Jahren sorgte die Besitzerin "Canal Plus" für viele Querelen hinter den Kulissen des 1972 gegründeten Vereins. Für Hakan Yakin, der sich mit dem Wechsel ins Ausland einen "Bubentraum" erfüllt hat, wird das Engagement in Paris kein Selbstläufer. Der Spielmacher muss immerhin einen bei den Fans äusserst beliebten brasilianischen Weltmeister vergessen machen.

Die Mannschaft, die es zu schlagen gibt, heisst wie in den letzten beiden Jahren Lyon. Der zweifache Meister und Krösus der Liga ist zwar noch auf der Suche nach einem Nachfolger für Captain und Topskorer Sonny Anderson, hat sich mit Mickaël Essien (Bastia), Florent Malouda (Guingamp) und Anthony Réveillère (Rennes) dennoch klar verstärkt. Bereits zu den bewährten Kräften gehört Patrick Müller. Der Genfer, der seinen Vertrag mit den Lyonern um zwei Jahre bis 2006 verlängert hat, gehört seit drei Jahren zum Stamm der erfolgreichsten französischen Mannschaft der letzten fünf Jahre.

Lyons Konkurrenz aus dem Süden

Monaco und Marseille scheinen neben Paris am besten gerüstet zu sein, um die Triplette Lyons zu verhindern. Die beiden Mannschaften von der französischen Riviera wollen nach der überraschend guten letzten Saison wieder ganz an die Spitze. Monaco zählt grösstenteils auf die gleichen Spieler, Marseille hat die enttäuschende Offensivabteilung (41 Tore in 38 Spielen) massiv verstärkt.

In der Abwehr wurde der nach Katar ausgewanderte Frank Leboeuf durch Philippe Christanval (Barcelona) ersetzt. Fabio Celestini, der sich innerhalb eines Jahres im schweren Umfeld von OM zum Führungsspieler entwickelt hat, ist begeistert von den Neuzugängen und glaubt fest an den ersten Titelgewinn Marseilles seit elf Jahren. Zum Meisterschaftsauftakt in Guingamp und in Absenz von Manuel Dos Santos wird er die Captainbinde tragen.

In der bretonischen Kleinstadt steht dann bereits das erste Schweizer Duell zwischen Celestini und Ricardo Cabanas an. Der Neuzugang Guingamps will sich so schnell wie möglich als Leistungsträger und Leader etablieren. Das Potential seiner neuen Mannschaft kann der ehemalige Grasshopper noch nicht einschätzen: "Nach fünf bis zehn Runden werden wir sehen, wie stark wir sind. Die ersten vier Heimspiele gegen Marseille, Bordeaux, Lyon und Paris werden entscheidend sein." Nach den Weggängen von Didier Drogba (Marseille) und Malouda, die in der vergangenen Saison knapp die Hälfte aller Tore schossen, ist aber das Verteidigen des siebten Platzes eher unwahrscheinlich.

Grichtings Pech, Auxerres Chance

120 Kilometer südöstlich von Guingamp setzt Cabanas´ Freund Alex Frei in Rennes zum zweiten Anlauf an. Nach einer halben Saison mit nur 427 Minuten Einsatzzeit und einem Tor will der Baselbieter den Durchbruch schaffen.

Als Ziel hat er sich mit Rennes eine Platz im vorderen Mittelfeld gesetzt. Offiziell geben sich die Bretonen nach dem Abstiegskampf in der letzten Saison bescheidener: Der Klassenerhalt soll "so schnell wie möglich" gesichert werden.

Neben den vier Internationalen, die regelmässig zum Einsatz kommen sollten, sind mit Johann Lonfat (Sochaux) und Stéphane Grichting (Auxerre) zwei weitere Schweizer in der Ligue 1 engagiert.

Grichting wird es erneut schwer haben sich gegen die beiden Innenverteidiger Jean-Alain Boumsong und Philippe Mexes durchzusetzen. Allgemein war damit gerechnet worden, dass einer der beiden Nationalspieler den Verein Richtung Ausland verlassen würde. Weil auch die zwei weiteren Spieler mit Nationalmannschaftserfahrung, Olivier Kapo und Djibril Cissé, im Burgund bleiben, geht Auxerre als Geheimfavorit in die Meisterschaft.

Starke Aufsteiger

Von den Aufsteigern weist Toulouse, das nach der Zwangsrelegation den direkten Durchmarsch von der dritten in die erste Liga schaffte, mit 20 Millionen Euro das grösste Budget auf. Le Mans und Metz hoffen mit 16 Millionen Euro den Klassenerhalt zu sichern. Damit liegen sie zumindest finanziell auf einer Höhe mit Mannschaften wie Nice, Guingamp oder Ajaccio. Lyon, der reichste Verein Frankreichs, hat 100 Millionen Euro zur Verfügung.

von Julien Oberholzer

Die Meister der letzten 10 Jahre

2003: Lyon. 2002: Lyon. 2001: Nantes. 2000: Bordeaux. 1999: Monaco. 1998: Lens. 1997: Monaco. 1996: Auxerre. 1995: Nantes. 1994: Paris St-Germain.

Startprogramm

Ligue 1. 1. Runde. Freitag, 1. August: Lille - Lyon. -- Samstag, 2. August: Monaco - Bordeaux, Auxerre - Nice, Guingamp - Marseille, Lens - Le Mans, Metz - Ajaccio, Montpellier - Rennes, Paris St-Germain - Bastia, Sochaux - Nantes, Toulouse - Strasbourg.

(bert/Si)

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