Fussball: Optimismus vor dem Final gegen Irland

publiziert: Mittwoch, 10. Sep 2003 / 21:58 Uhr

Der Traum von der frühzeitigen EM-Qualifikation dauerte für die Schweizer in Moskau nur sieben Minuten. Am Schluss hatte sie nicht nur den ersten "Matchball" vergeben, sondern ist beim 1:4 von den Russen überfahren worden. Der Blick geht nun nicht zurück, sondern nach vorne, zum "Final" gegen Irland in Basel.

Nationaltrainer Köbi Kuhn blieb trotz der Niederlage ein fairer Verlierer. Damit ist er ein Vorbild für einige Spieler, die damit mehr Mühe hatten.
Nationaltrainer Köbi Kuhn blieb trotz der Niederlage ein fairer Verlierer. Damit ist er ein Vorbild für einige Spieler, die damit mehr Mühe hatten.
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Köbi Kuhn blieb auch nach dieser klaren Niederlage ein anständiger Mensch. An der Pressekonferenz nach dem Spiel teilte er im stickigen Medien-Saal im Bauch des modernen Lokomotive-Stadions Komplimente aus.

An den Gegner natürlich, der "sehr gut gespielt und den Sieg verdient" habe. "Und der bewiesen hat, dass er noch immer eine grosse Fussball-Nation ist. Die Russen waren heute klar besser."

Komplimente machte Kuhn auch dem lauten, teilweise fanatisch mitgehenden Publikum. "Es hat für eine tolle Ambiance gesorgt. Die Fans peitschten ihre Mannschaft nach vorne, blieben aber immer fair." Und Kuhn wäre nicht Kuhn, hätte er nicht auch im Auftritt seiner Mannschaft Positives gesehen. "Ich muss meinen Spielern ein Kompliment machen. Es war eine schwierige Partie. Doch sie haben sich trotz des am Schluss klaren Resultates nicht gehen lassen und haben bis zum Schluss gekämpft."

Nicht alle der Schweizer Delegation verarbeiteten die Niederlage so charmant wie der Trainer. Raphaël Wicky etwa stapfte grimmig durch die Katakomben und (fast) wortlos an der wartenden Medienschar vorbei. Mit einem kurzen "Nein!" schmetterte der Walliser sämtliche Interviewwünsche barsch ab.

Andere dagegen waren bereit für die Analyse, suchten Antworten auf die Frage, weshalb es mit der Qualifikation (noch) nicht klappte. "Die Russen sind kein Angstgegner, schliesslich sind wir noch immer vor ihnen klassiert", sagte Fabio Celestini. "Dumm war aber, dass wir wieder nach einer Standardsituation einen Treffer kassiert haben. Daran müssen wir arbeiten". Diesmal war es das 1:3, der dritte Streich von Dimitri Bulikin.

Im Hinspiel in Basel hatte Ignaschewitsch mit seinem Kopftor die Aufholjagd der Russen lanciert. Und in Dublin vor elf Monaten fiel der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich der Iren nach einer Freistossflanke. "Das sind alles wichtige Tore gewesen", sagte der Mittelfeldspieler von Olympique Marseille.

Dieses Defizit dürfte auch Köbi Kuhn aufgefallen sein. "Wir werden die Fehler, die wir hier gemacht haben genau analysieren. Dann können wir sie gegen Irland vielleicht vermeiden", gab der Trainer an.

Doch was ist nun vom Spiel gegen die Iren zu erwarten? Der bullige Stürmer Bulikin hat die Schweizer Flotte in dieser kühlen Moskowiter Nacht fast im Alleingang versenkt. Und die Iren stellen eine Equipe, in der fast jeder, gleich wie Bulikin, seine Stärken in der Luft und in der Athletik hat.

"Der Match gegen die Iren wird ganz anders. Wir haben dann zwei wichtige Trümpfe in der Hand. Wir spielen zu Hause und wir können die EM-Endrunde aus eigener Kraft schaffen", blickte Mittelfeldspieler Patrick Müller dem 11. Oktober optimistisch entgegen.

Pascal Zuberbühler sprach zwar von Lehrgeld, das man hier habe zahlen müssen, doch die Moral sei dadurch nicht angeschlagen. Und Alex Frei fordert nach dem Dämpfer: "Jetzt müssen wir zeigen, dass wir eine richtige Equipe sind. Und ich bin sicher, dass wir eine richtige Equipe sind."

Die Gedanken der Schweizer waren also schon wenige Minuten nach dem Spiel in Moskau auf den "Final" gegen Irland gerichtet. Oder wie es der ehemalige deutsche Nationaltrainer Helmuth Schön einst sagte. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Am 11. Oktober schlägt die Schweiz zum zweiten "Matchball" auf.

Georgi Jarzew (Trainer Russland):

"Wir haben unser Ziel erreicht und aus den beiden Spielen gegen Irland und die Schweiz vier Punkte geholt. Damit ich bin ich sehr zufrieden, denn es ist schwer, in kurzer Zeit eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Erst seit einer Woche arbeite ich ja mit den Spielern. Das Ergebnis lässt sich sehen. Wir sind jetzt auf gutem Weg, zu alter Stärke zu finden. Ein besonderes Kompliment möchte ich Verteidiger Solomatin machen. Er hat gekämpft wie ein Löwe und hat sich für die Mannschaft zerrissen. Und nicht vergessen dürfen wir das tolle Publikum. Die Fans waren unser zwölfter Mann."

(von Stefan Wyss, Moskau/Si)

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