Fussball: Rendez-vous mit der Weltklasse

publiziert: Dienstag, 19. Aug 2003 / 16:33 Uhr

Zum reizvollen Meeting mit der Weltklasse kommt es für die Schweizer Nationalmannschaft im Testspiel in Genf (Mittwoch, 20.45 Uhr): Der amtierende Europameister Frankreich rückt mit allen Topstars an und ermöglicht damit eine echte EM-Hauptprobe.

Jacques Santini, der Nationaltrainer Frankreichs.
Jacques Santini, der Nationaltrainer Frankreichs.
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Nur drei Wochen vor dem vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiel gegen Russland in Moskau ist der Schweizer Nationalcoach Köbi Kuhn froh um den aussagekräftigen Gegner.

Nicht wie gegen Italien Ende April wird seine Mannschaft heute im mit 30 000 Fans ausverkauften Stade de Genève auf einen Widersacher treffen, der seine Versprechungen wahrmachte und die besten Spieler nominiert hat.

Zinedine Zidane, Thierry Henry, Robert Pires, Fabien Barthez, Marcel Desailly, Lilian Thuram, Patrick Vieira oder David Trezeguet -- die Namen vergehen auf der Zuge wie feinste Schokolade.

Nicht nur die Fans dürfen sich auf das Rendez-vous mit der absoluten Weltklasse freuen, auch für die Spieler wird es ein spezielles Erlebnis sein, sich mit diesen Klasseleuten zu messen.

Meyer für Haas

"In einem solchen Spiel kann man nur lernen und wertvolle Erfahrungen sammeln", sagt 1860-Söldner Remo Meyer, der auf der rechten Abwehrseite zu seinem dritten Länderspieleinsatz kommen dürfte.

Weil Bernt Haas gegen Russland gesperrt ist, wird der Verteidiger von West Bromwich Albion gegen die Franzosen nur auf der Ersatzbank sitzen. Meyer ist auf dieser Position ein erfahrener Mann, spielte er doch in seiner erfolgreichen ersten Saison in München und zuvor bei Lausanne sowie in der U21-Nationalmannschaft vorwiegend auf der rechten Aussenbahn. "Remo kann zeigen, was er drauf hat, ich habe volles Vertrauen in ihn, auch wenn er zuletzt bei 1860 nicht mehr Stammspieler war."

Der zweite Wechsel in Kuhns Startformation drängt sich im Mittelfeld auf, wo Hakan Yakin wegen seinem doppelten Leistenbruch nicht zur Verfügung steht.

An Yakins Stelle, zentral und vorgeschoben hinter den beiden Sturmspitzen, wird wohl dessen ehemaliger Klubkollege bei GC, Ricardo Cabanas, zum Einsatz kommen. Cabanas agiert auch bei seinem neuen Verein Guingamp auf dieser Position und dürfte von Kuhn den eher defensiveren Fabio Celestini und Debütant Benjamin Huggel vorgezogen werden.

Auf Cabanas Position im rechten Mittelfeld ergibt sich dadurch eine Chance für Patrick Müller, dessen Wunschposition in der zentralen Abwehr durch Stéphane Henchoz besetzt ist. Müller wurde von seinem Trainer bei Olympique Lyon zuletzt rechts im Mittelfeld eingesetzt. Auch für ihn wären Celestini und Huggel valable Alternativen.

Die anderen Positionen werden von Kuhn nicht verändert: "Es ist jetzt nicht die Zeit für einen Systemwechsel. Wir haben eine wichtige Hauptprobe vor uns und streben auch in dieser Partie eine weitere Eliminierung gemachter Fehler an."

Sieben Mal in Führung gegangen

"Wir sind in den letzten acht Länderspielen sieben Mal in Führung gegangen und haben diese mit einer Ausnahme immer wieder preisgegeben" bemängelt Kuhn, "daran müssen wir arbeiten."

Wie die Franzosen antreten werden, ist offen. "Das Spiel hat für Jacques Santini eventuell nicht die gleiche Bedeutung wie für uns, da die Franzosen schon beinahe sicher für die nächste EM qualifiziert sind. Möglich, dass er sein ganzes 20-Mann-Kader einsetzen wird", rätselt Kuhn.

Unklar im Team des vor einem Jahr entthronten Weltmeisters und diesjährigen Konföderationencup-Siegers scheinen vor allem die Torhüterposition und der Einsatz von Real-Madrid-Star Claude Makelele.

Santini hat angekündigt, auf Spieler zu setzen, die auch in ihren Vereinen Stammspieler sind. So gesehen müsste er Lyon-Goalie Grégory Coupet dem 59-fachen Internationalen Fabien Barthez vorziehen. Der Glatzkopf ist momentan bei Manchester United nicht mehr erste Wahl.

Auch Makelele sieht sich in seinem Verein mit grossen Problemen konfrontiert. Seiner Forderung nach einer massiven Lohnerhöhung sind die Königlichen bisher nicht nachgekommen. Der Franzose reagierte mit einem Trainingsstreik und wurde von den Ärzten psychisch krank geschrieben.

Ins Camp der Franzosen ist er dennoch eingerückt, was Real Madrid veranlasst hat, schriftlich einen Einsatz seines Spielers zu unterbinden. Ob Santini diesem "Verbot" nachkommt, bleibt bis zum Spiel sein Geheimnis. Für Makelele könnte Bayern Münchens Verteidiger Willy Sagnol oder Olivier Dacourt (AS Roma) rechts neben Patrick Vieira die defensive Absicherung des Mittelfeldes übernehmen.

Ausgeglichene Bilanz gegen den Europameister

Wohl weil das letzte Duell mit Frankreich bereits über elf Jahre zurückliegt, weist die Schweizer Nationalmannschaft gegen den entthronten Weltmeister und aktuellen Europameister überraschend eine ausgeglichene Bilanz aus.

In bisher 31 Länderspielen hat die Schweiz "Les Bleus" zwölfmal geschlagen. Neben sechs Unentschieden setzte es 13 Niederlagen ab. Auch das Torverhältnis ist mit 56:56 ausgeglichen. Die Heimbilanz ist gar positiv: Von 17 Spielen wurden 9 gewonnen und 7 verloren.

Der letzte Sieg über Frankreich wurde im letzten Aufeinandertreffen am 27. Mai 1992 in Lausanne realisiert. Es war der positive Wendepunkt in der Ära von Roy Hodgson und leitete die goldenen vier Jahre im Schweizer Fussball zwischen 1992 und 1996 ein.

Voraussichtliche Startformationen

Schweiz: Stiel; Meyer, Murat Yakin, Henchoz, Berner; Müller, Vogel, Wicky; Cabanas; Frei, Chapuisat. -- Auf der Ersatzbank: Zuberbühler; Haas, Zwyssig, Cantaluppi, Celestini, Huggel, Rama. -- Verletzt: Hakan Yakin, Magnin.

Frankreich: Coupet (Barthez); Thuram, Desailly, Silvestre, Lizarazu; Makelele (Sagnol/Dacourt), Vieira; Pires (Wiltord), Zidane, Trezeguet; Henry.

SR Paul Allaerts (Be).

(René Baumann, Prangins /Si)

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