Fussball: Rivaldo scheitert in Italien

publiziert: Freitag, 26. Sep 2003 / 18:41 Uhr

Der Brasilianer Rivaldo hat den noch bis Juni 2005 gültigen Vertrag mit Champions-League-Gewinner Milan mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Der 30-jährige Weltmeister, der unter Trainer Carlo Ancelotti meist nur auf der Ersatzbank sass, hatte selber um die Freistellung gebeten.

Die Vertragsauflösung zwischen Rivaldo (Archiv) und Milan kommt nicht überraschend. Der Brasilianer hat nie in das Konzept von Trainer Ancelotti gepasst.
Die Vertragsauflösung zwischen Rivaldo (Archiv) und Milan kommt nicht überraschend. Der Brasilianer hat nie in das Konzept von Trainer Ancelotti gepasst.
Rivaldo hatte im Sommer 2002 zum Nulltarif, aber für ein Jahressalär von rund neun Millionen Franken vom FC Barcelona zu Milan gewechselt.

Weil er nach dem Triumph mit der brasilianischen Nationalmannschaft an der WM in Südkorea und Japan längere Ferien in seiner Heimat verbracht hatte, stiess er vor 13 Monaten erst kurz vor Saisonbeginn (und in schlechter physischer Verfassung) zum Kader des 16-fachen italienischen Meisters.

Der fulminante Saisonstart Milans mit vier Siegen de suite in der Champions League und 13 Punkten aus den ersten fünf Meisterschaftsspielen hatten es damals Rivaldo auch nicht einfacher gemacht, sich der Startformation der "Rossoneri" anzunähern.

Einen Tiefpunkt erlebte der Offensivspieler im Mai im Final der Champions League gegen Juventus Turin, als ihn Ancelotti während 120 Minuten auf der Ersatzbank sitzen liess. Auch in der aktuellen Spielzeit verbesserte sich Rivaldos Situation nicht.

Als er beim Saisonstart bei Aufsteiger Ancona nicht nominiert war, kam es zur ersten verbalen Auseinandersetzung mit dem Coach. "Dieses Spiel war der Knackpunkt", sagte Rivaldo. "Mir war klar, dass ich in den grossen Partien nie zum Einsatz kommen würde, wenn mich Ancelotti sogar gegen Ancona auf der Bank lässt."

Nun hat Rivaldo die Konsequenzen gezogen und den Vertrag mit den Mailändern aufgelöst. Und der Klub selbst hat scheinbar wenig unternommen, um den Brasilianer von seiner Idee abzubringen.

Nach Patrick Kluivert, Fernando Mendieta, Darko Kovacevic, Saso Milosevic, Javi Moreno und Josep Guardiola ist die Italien-Karriere eines weiteren Stars der spanischen Primera Division kläglich gescheitert.

(tr/Si)

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