Fussball: Schewtschenkos Lupfer

publiziert: Dienstag, 13. Mai 2003 / 22:42 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Mai 2003 / 20:50 Uhr

Ein Ukrainer entschied das Mailänder Derby in der Champions League. Andrej Schewtschenko lupfte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den Ball über Toldo und markierte im Halbfinal-Rückspiel das entscheidende Auswärtstor von Milan beim 1:1 gegen Stadtrivale Inter.

Als der erst 18-jährige Nigerianer Martins in der 84. Minute unerwartet zum 1:1 ausglich, musste Milan im San Siro aber nochmals um den Finaleinzug zittern. Kallon, einst bei Lugano tätig, und Verteidiger Cordoba vergaben den möglichen Siegestreffer der Blau-Schwarzen, der aber aufgrund der Spielanteile unverdient gewesen wäre.

Der fünffache Meistercupsieger Milan zieht dank der Auswärtstorregel bei Punkt- und Torgleichheit und nach der "Nullnummer" im Hinspiel zum neunten Mal ins Endspiel der Meister ein. Im Final der Champions League trifft die Squadra von Trainer Carlo Angelotti am 28. Mai in Manchester entweder auf Titelverteidiger Real Madrid oder Juventus Turin, die sich heute Abend im Delle Alpi zum Rückspiel duellieren.

Rot-Schwarz triumphierte vor 80 000 Zuschauern im ausverkauften San Siro knapp über Blau-Schwarz. Milan tat gesamthaft im erneut unspektakulären Spiel etwas mehr für die Offensive, griff vor allem in der ersten Halbzeit schwungvoller und kreativer an, biss sich aber meist in der kompromisslosen Abwehr von Inter fest. Nur Andrej Schewtschenko, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen Zweikampf gegen den Kolumbianer Cordoba gewann und anschliessend den Ball rechtsfüssig und gekonnt über den herauseilenden Torhüter Toldo ins Tor hob, fand einmal die Lücke in der kompakten Leibermauer des Teams von Hector Cuper.

Hector Cupers Tage gezählt

Der grosse Verlierer des 255. Mailänder Derbys ist ein Argentinier. Er heisst Hector Cuper und gilt als Verfechter des Sicherheitsfussballs. Die defensive und häufig auch destruktive Spielweise wird weder von Inters schwerreichem Präsident, dem Öl-Magnaten Massimo Moratti, noch vom Inter-Anhang geschätzt. Mit Pfiffen taten die Anhänger ihrer Enttäuschung auch gegen Milan kund. Die 14. Trainerentlassung in zehn Jahren Regime unter Moratti steht bevor, hat doch Inter auch den Scudetto nicht gewonnen und wartet nun mehr als 31 Jahre auf ein grosses Finale. 1972 stand Inter letztmals im Final und verlor 0:2 gegen Ajax Amsterdam.

Auch das 255. Mailänder Derby bot wenig Fussballkunst und Spektakel. Während sich Milan wenigstens bemühte, Druck zu erzeugen, agierte Inter wie gewohnt vorsichtig und ultradefensiv. Erstaunlich eigentlich, dass Hector Cupers Squadra mit 60 Toren die treffsicherste Mannschaft in der Serie A stellt. Doch ohne Goalgetter Vieri, der 24 Inter-Tore in der Meisterschaft markierte und wegen einer Kniebänderverletzung fehlte, ist der Angriff der Blau-Schwarzen ein laues Lüftchen. Erst der Schlussspurt liess erahnen, zu was Inter fähig wäre, wenn es mehr Risiken eingehen würde.

Milan musste Stammtorhüter Dida durch Abbiati ersetzen, der beim 2:1 von Italien B gegen die Schweiz am 30. April in Genf das Tor der Azzurri hütete. Der Brasilianer musste mit einem Daumenbruch passen. Schon die Aufstellung verriet, wer eher zu stürmen und wer zu verteidigen gewillt war. Milan mit dem diesmal schwachen portugiesischen Regisseur Rui Costa hinter seinen Stürmern Schwetschenko und Filippo Inzaghi, gestaltete die Partie, fand aber in der kompakten und äusserst kopfballstarken Inter-Abwehr kein Durchkommen. Das Teamgefüge geriet erst in den letzten Minuten und nach dem "Schnitzer" des erfahrenen Maldini auseinander. Letztlich bekundete Milan Glück, dass es nach den (Champions-League-) Sternen greifen kann.

Inter Mailand - Milan 1:1 (0:1)

Giuseppe Meazza. -- 80 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Veissière (Fr). -- Tore: 45. Schewtschenko 0:1. 84. Martins 1:1.

Inter Mailand: Toldo; Cordoba, Materazzi, Cannavaro; Conceiçao, Javier Zanetti, Cristian Zanetti, Di Biagio (46. Dalmat), Emre; Crespo (71. Kallon), Recoba (46. Martins).

Milan: Abbiati; Costacurta, Nesta, Maldini, Kaladse; Gattuso, Pirlo (89. Brocchi), Seedorf; Rui Costa (64. Ambrosini); Schewtschenko, Filippo Inzaghi (80. Serginho)

Bemerkungen: Inter ohne Vieri (Kniebänderverletzung) und Coco (angeschlagen). Milan ohne Dida (Daumenbruch) und Rivaldo (Ersatz); nur 8000 Milan-Fans im Stadion. Verwarnungen: 37. Inzaghi (Foul), 38. Gattuso (Reklamieren), 39. Di Biago (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 40. Rui Costa (Foul), 82. Matarazzi (Foul), 85. Kaladze (Handspiel).

(bert/sda)

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