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Fussball: Super League statt NLA

publiziert: Freitag, 6. Jun 2003 / 20:24 Uhr

Im Zuge der Reformen ist die Schweizer Fussball-Nationalliga zur Swiss Football League umbenannt worden. Die NLA wird durch die Super League ersetzt, die zweithöchste Liga heisst ab sofort Challenge League.

Ralph Zloczower, Urs Saladin, Jean-Francois Kurz, Werner Wassmer praesentieren die neuen Wimpel.
Ralph Zloczower, Urs Saladin, Jean-Francois Kurz, Werner Wassmer praesentieren die neuen Wimpel.
Die Reduktion der alten Nationalliga A auf zehn Teams ist längst beschlossene Sache. Nun haben die Vereins-Präsidenten in Zusammenarbeit mit den NL-Komiteemitgliedern in den vergangenen Monaten ein Konzept ausgearbeitet, das massgeblich zur Attraktivitätssteigerung beitragen soll. Vom neuen Erscheinungsbild, das der englischen Begriffe wegen in allen Landesteilen verständlich sein dürfte, erhoffen sich die Initiatoren den nächsten Schritt zu einer gehobeneren Qualität mit europäischer Ausrichtung.

Liga-Präsident Jean-François Kurz als auch Direktor Edmond Isoz hoben den einheitlichen Charakter der neuen Super League gleichermassen hervor. In den Monaten Juli und August werden alle fünf Partien am Samstag und gleichzeitig um 19.30 Uhr beginnen. Ab Anfang September (und bis zum Saisonende) werden die Spiele immer am Sonntag um 16.15 Uhr angepfiffen. Terminkollisionen mit dem publikumswirksamen Eishockey werden so praktisch ausgeschlossen sein, da sich die beiden Verbände vor den Beschlüssen abgesprochen haben.

Die neugeschaffene Super League ist keine geschlossene Gesellschaft. Der Zehnte wird nach 36 Runden durch das erstklassierte Team der Challenge League ersetzt, sofern es die Auflagen der Lizenzkommission erfüllt. Die neuntplatzierte Equipe hat gegen den Zweiten der tieferen Klasse zur Barrage anzutreten. Im Budgetbereich schreibt die Swiss Football Leauge ihren Mitgliedern keine Mindestansätze vor. "Nein, wir orientieren uns nicht an der Finanzkraft", versicherte Isoz.

Als Vertreter der Elite-Klubs sprach in Bern im Gebäude des Weltpostvereins Peter Stadelmann (FC St. Gallen) zu den Medienvertretern. Er bekräftigte, dass die neuen Logos bei sämtlichen Vereinen ausserordentlich positiv aufgenommen worden seien, zumal die Klubvertreter in den gesamten Reformprozess miteinbezogen worden seien. Das neue Produkt beschrieb Stadelmann als "trendig, modern, zukunftsgerichtet und mit einem internationalen Touch versehen".

Noch kein Titelsponsor

"Ich glaube, wir haben das etwas Griffiges geschaffen", geizte Stadelmann nicht mit Eigenlob. Die Frage, ob die angepeilten Titelsponsoren (werden künftig in den Namen der Ligen einfliessen) schon unterschrieben hätten, konnte der St. Galler Funktionär allerdings nicht bejahen. Präsident Kurz wies indes darauf hin, dass "die Gespräche mit den möglichen Sponsoren weit fortgeschritten sind". Ein möglicher Geldgeber müsste sich mindestens für ein dreijähriges Engagement binden und dürfte nicht in Konkurrenz zu einem Sponsor der Profi-Teams stehen.

Erheblich mehr Finanzerträge werden die Teilnehmer an der Super League im Durchschnitt nicht generieren können. Stadelmann rechnet höchstens mit 20 Prozent mehr Einnahmen durch die TV-Gelder. Am Reglement der Ausländerbeschränkung (nur fünf dürfen gleichzeitig spielen) wurden ebenfalls keine Anpassungen vorgenommen. Und den Risiken sind sich die Macher offenbar bewusst. Die Akzeptanz der neuen Begriffe ist noch nicht gesichert und die Finanzprobleme einzelner Klubs werden durch die neue Namensgebung ebenfalls nicht behoben.

Bonuspunkte und UEFA-Cup-Modus in Challenge League

In der 16 Teams umfassenden Challenge League sind die Klubs nur zwei Monate (Juli und August) verpflichtet, am Freitagabend um 19.30 Uhr anzutreten. In der Phase danach, sind die Anspielzeiten fakultativ. Ein Novum wird der Spielplan beinhalten. Die Teams der zweithöchsten Liga werden ihre Partien mit einer "Hin- und Rückspiel-Formel" austragen. Sollte Kriens beim Start am 18. Juli zu Hause auf Delémont treffen, haben die Luzerner eine Woche später im Jura zum "Rückspiel" anzutreten. Der Sieger über beide Partien hinweg (UEFA-Cup-Regel) erhält im Weiteren zwei Bonuspunkte.

Sicherheitsreglement ergänzt

Am Rande der Namensreform haben die Vertreter der Vereine eine Lücke im Sicherheitsreglement geschlossen. Künftig stehen bei Partien der Swiss Football League bei Randalen nicht mehr nur die Gastgeber in der Verantwortung, sondern auch die Besucher. Die Ligaführung hat für die Gästeklubs ein Pflichtenheft erstellt und klar deklariert, dass Spiele in fremden Stadion für Hooligans der Gastklubs keine rechtsfrei Zone mehr sein dürfen.

von Sven Schoch, Bern

(bert/Si)

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