G-8-Gipfel: Für die Schweiz ausser Spesen nix gewesen?

publiziert: Freitag, 23. Mai 2003 / 09:02 Uhr

Bern - Anfang Juni findet die Weltpolitik quasi vor der Schweizer Haustüre statt. Am G-8-Gipfel trifft sich alles was in der grossen Politik Rang und Namen hat. Und zum ersten Mal ist die Schweiz nicht nur Zaungast, sondern sitzt mit am Tisch.

Bundespräsident Pascal Couchepin wurde vom französischen Präsidenten Jacques Chirac zum erweiterten G-21-Gipfel eingeladen. Kritiker sagen, dass - angesichts des engen Zeitplanes der grossen Staatschefs - der Bundespräsident eine Randfigur am Gipfel bleiben werde. Zu viel mehr als einem schnellen Händeschütteln zum Beispiel mit US-Präsident George W. Bush werde es nicht kommen, wird prophezeit. Dies nachdem der Traum von einem bilateralen Treffen Couchepins mit Bush kürzlich geplatzt ist.

Spesen

Angesichts dessen, dass die Schweiz mit rund 10 000 Sicherheitskräften - verbunden mit enormen Kosten - zum Gelingen des Gipfels beitragen muss, erhoffen sich viele, dass für die Schweiz dabei etwas herausspringt. Die Schweiz habe vom G-8-Gipfel keinen direkten Nutzen oder Schaden, sehe man einmal von den Kosten für die Sicherheit ab, sagt Professor Dieter Ruloff, der an der Universität Zürich internationale Beziehungen lehrt. Man könne dies aber nicht so einfach aufrechnen.

Profit?

Aber die Schweiz sitze mit den anderen Nationen in einem Boot und habe deshalb ein enormes Interesse daran, dass die Weltwirtschaft wieder in Schwung komme. Schliesslich verdiene die Schweiz jeden zweiten Franken im Ausland, sagte Ruloff gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Zudem könne sich für den Bundesrat "die eine oder andere Begegnung" ergeben. Wichtig sei zudem die Frage, ob die Schweiz es schaffe, die Rechte von Gipfel-Teilnehmern und Globalisierungskritikern zu gewährleisten, unterstrich Ruloff.

Militarisierung

Zehntausende Globalisierungskritiker werden in Lausanne und Genf erwartet. Nach Ansicht des Mediensprechers von Attac-Schweiz, Alessandro Pelizzari, bringt der Gipfel der Schweiz nichts. Dies abgesehen von einer "Militarisierung des gesamten Genfersees", wie er auf Anfrage sagte. Für Attac selbst sieht Pelizzari aber Vorteile: Er hoffe, dass durch Evian die Zahl der Kritiker in der Schweiz wachsen werde. Und dass Globalisierungskritiker und Gewerkschaften künftig enger zusammenrückten, wie dies in Italien vor dem G-8-Gipfel in Genua vor zwei Jahren geschehen sei.

Zusammenarbeit

Auch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verspricht sich einen Gewinn für die Schweiz durch den G-8-Gipfel. Für EDA-Sprecher Livio Zanolari steht dabei der Dialog im Mittelpunkt. Dazu zählt er die Gespräche, die verschiedene Bundesräte in Lausanne mit diversen Staatschefs führen werden, die Zusammenarbeit mit Frankreich sowie mit den Kantonen Genf, Waadt und Wallis. Wichtig sei auch, dass der Bund mit den Globalisierungskritikern den "Dialog gefunden" habe. Auch wenn die Meinungen zum Teil auseinander gehen würden, sagte Zanolari in Anspielung auf die Gespräche zur Vorbereitung der geplanten Demonstrationen. Die Schweiz könne zudem einmal mehr beweisen, dass sie fähig sei, "solch grosse internationale Anlässe zu unterstützen".

(Daniela Karst/sda)

 
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