Gaddafi heisst Lockerbie-Attentäter willkommen
publiziert: Samstag, 22. Aug 2009 / 09:44 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Aug 2009 / 22:27 Uhr

Tripolis - Einen Tag nach seiner Freilassung aus einem schottischen Gefängnis ist der Lockerbie-Attentäter Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi vom libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi empfangen worden.

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi.
Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi.
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Wie die libysche Nachrichtenagentur Jana berichtete, traf Gaddafi in der Hauptstadt Tripolis mit dem todkranken 57-Jährigen und dessen Familie zusammen.

Dabei begrüsste der Staatschef die Begnadigung Al-Megrahis durch die schottische Regierung. «Ich beglückwünsche sie zu ihrem Mut und der Demonstration ihrer Unabhängigkeit», sagte Gaddafi laut Jana.

Die Freilassung des Attentäters war vor allem in Grossbritannien und den USA auf heftige Kritik gestossen. Die US-Regierung hatte Tripolis davor gewarnt, dem verurteilten Massenmörder einen Heldenempfang zu bereiten.

Bei dem Bombenanschlag auf eine Maschine der US- Linie PanAm über dem schottischen Lockerbie waren 1988 270 Menschen ums Leben gekommen. Al-Megrahi hat seine Schuld stets bestritten.

Al-Megrahi will entlastende Beweise vorlegen

Noch vor seinem Tod wolle er über seine schottischen Anwälte neue, entlastende Beweise präsentieren, kündigte der frühere Geheimdienstagent an.

Auf die Frage, wer für den Anschlag in Lockerbie verantwortlich sei, sagte Megrahi: «Das ist eine sehr gute Frage, aber ich bin nicht der richtige Adressat.» Er beteuerte erneut, dass Libyen nicht hinter dem Attentat stecke.

Gaddafis Sohn Seif al-Islam hatte zuvor in einem Fernseh-Interview gesagt, dass die Freilassung Megrahis bei wirtschaftlichen Verhandlungen mit Grossbritannien eine Rolle gespielt habe. Bei Verhandlungen über Öl- und Gaslieferungen sei auch der Fall des Lockerbie-Attentäters zur Sprache gekommen.

Grossbritannien wies die Behauptungen entschieden zurück. «Es gibt kein Abkommen», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

(ht/sda)

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