Gaddafi-kritisches Buch in Ägypten beschlagnahmt
publiziert: Freitag, 5. Feb 2010 / 12:46 Uhr

Kairo - Die ägyptischen Behörden haben das Gaddafi-kritische Buch «Der Führer lässt sich die Haare schneiden» des ägyptisch-nubischen Schriftstellers Idris Ali beschlagnahmt. Zudem nahmen sie den Verleger des Romans, Dschumaili Ahmed Schehata, in Kairo fest.

Die ägyptische Führung pflegt ein herzliches Verhältnis zu Revolutionsführer Gaddafi.
Die ägyptische Führung pflegt ein herzliches Verhältnis zu Revolutionsführer Gaddafi.
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Dies bestätigte das Arabische Netzwerk für Menschenrechtsinformationen (ANHRI) in der ägyptischen Hauptstadt. Polizisten in Zivil beschlagnahmten ausserdem alle Exemplare des Romans, die auf der derzeit laufenden Kairoer Buchmesse ausgestellt waren.

Idris, einer der bedeutendsten nubischen Schriftsteller der Gegenwart, lebte von 1976 bis 1980 in Libyen. In seinem neuesten Buch erzählt er freimütig von den menschlichen und sozialen Verhältnissen unter der Diktatur des libyschen Präsidenten Muammar el-Gaddafi, der sich 1969 an die Macht geputscht hatte.

Zukunft ungewiss

Mit ungewöhnlichen Auftritten und manchmal brutalem Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung sorgt Gaddafi immer wieder für Aufsehen. In der Schweiz sorgt die Affäre Gaddafi und das Schicksal der beiden seit über eineinhalb Jahren festgehaltenen Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani für Schlagzeilen.

Das offizielle Ägypten pflegt jedoch ein herzliches Verhältnis zum nordafrikanischen Nachbarn. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte erst Mitte der Woche Gaddafi im libyschen Sirte einen Besuch abgestattet.

Behörden ignorierten Buch

Menschenrechtsbeobachter sehen einen Zusammenhang zwischen der Visite und den Zensurmassnahmen. Denn «Der Führer lässt sich die Haare schneiden» erschien vor vier Monaten in Ägypten, ohne dass sich die Behörden damals darum gekümmert hätten.

Während die Zensur von Kunst, Literatur und Medien in Ägypten milder ist als in Libyen, werden auch im Nilland immer wieder unbequeme Autoren und Publizisten eingesperrt oder gemassregelt. Tabu sind vor allem Kritik an Mubarak, an befreundeten Regimen und an der Religion sowie die Sexualität.

(tri/sda)

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Gleich und Gleich
Was viele nicht wissen, ist das Gaddafi auch "Banker" für die schlimmsten Verbrecher der Welt ist. So hatte der kongolesische Präsident bei Gaddafi 7 Milliarden Dollar parkiert. Nachdem Kabila II an die Macht kam, teilte er diesem mit er würde das Geld nicht mehr hergeben.

Wen Bilanzen interessieren, dessen Augenmerk möchte ich mal auf die Einnahmen des Suez Kanal für eigene Recherche lenken. Da fehlen mindestens 3 Milliarden Dollar. Da schweigt die Welt wenn Sich Mubarak's Familie bedient. Und nicht nur dort. Diese Familie hat dem Land noch mehr Milliarden gestohlen. Mubarak ist im Volk verhasst und getraut sich aus Angst vor einem Abschuss nicht mal im Heli über die Stadt zu fliegen.

Vebrecher halten sich halt gegenseitig die Stange. Es kann auch gut sein dass Mubarak privat dort "ein paar" Dollar Bunkert und zu Gefälligkeiten neigen muss.
Dabei
gräbt Libyen Aegypten am oberen Nil das Wasser ab. Trotzdem muss Mubarak "folgen". Wie ist dort die Handelsbilanz ?
Hallo Kaktus
Ich hatte einen Beitrag gegen Ralph Krüger auf diesem Forum geschrieben, der wurde zensuriert.

Damit ist Ihre Frage wohl beantwortet.
Na also
Da sieht man wieder, wie es in diesen Gashahn-Ländern läuft mit den Menschenrechten. Bleibt zu hoffen, dass einige der Bücher über den lybischen "Führer" in Sicherheit gebracht wurden, damit man sie dereinst auch ins Deutsche übersetzen kann. Der ganze Wirbel um das Buch zeigt auf, dass darin wahrscheinlich aufgelistet ist, wie viel Dreck der lybische Oberhalunke am Stecken hat.

Zum Glück dürfen wir Schweizer noch öffen sagen oder schreiben was wir wollen – oder??!!
.
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