Gedenken an Opfer von Auschwitz
publiziert: Donnerstag, 27. Jan 2005 / 16:37 Uhr

Auschwitz - Ehemalige Häftlinge von Auschwitz-Birkenau haben 60 Jahre nach der Befreiung des grössten deutschen Vernichtungslagers zu Wachsamkeit gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen.

Eingang ins Lager von Auschwitz.
Eingang ins Lager von Auschwitz.
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Unser Wunsch, aller Wunsch, dass dies niemals wieder geschehen soll, hat sich nicht erfüllt, sagte Simone Veil, die ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments, bei der zentralen Gedenkfeier auf dem Lagergelände von Birkenau vor Überlebenden und führenden Politikern aus mehr als 40 Staaten. Seit Auschwitz habe es wieder Völkermord gegeben.

Die 77-jährige Veil, die im Alter von 17 Jahren selbst nach Auschwitz deportiert wurde, erinnerte an die 1,1 Mio. bis 1,5 Millionen dort ermordeten Menschen, die meisten von ihnen Juden aus ganz Europa.

Schweigeminute im Europaparlament

Auch das Europaparlament hat der Befreiung gedacht. Die Abgeordneten legten im Gedenken an die Opfer eine Schweigeminute ein. Zuvor hatte der Europäische Jüdische Kongress im polnischen Krakau und der Deutsche Bundestag in Berlin den Opfern von Auschwitz gedacht.

Im Bundestag prangerten der Holocaust-Überlebende Arno Lustiger und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse den Auftritt der NPD im sächsischen Landtag an und beklagten zugleich, rechtsextremistische Einstellungen seien in Teilen der Gesellschaft fest verankert.

Gedenken nicht Missbrauchen

Wegschauen, ignorieren, schweigen, all das dürfen wir Demokraten nicht tun, sagte Thierse. Lustiger fragte: Ist es nicht an der Zeit, dass deutsche Verfassungsrichter ihre Samthandschuhe ausziehen, wenn es sich um Feinde unserer Verfassung und Demokratie handelt?

Die sächsischen NPD-Abgeordneten hatten am vergangenen Freitag im Landtag den Opfern des Nazi-Regimes die Ehre verweigert und die Alliierten-Luftangriffe als Bomben-Holocaust und kaltblütig geplanten industriellen Massenmord bezeichnet.

Thierse sagte dazu: In Dresden und überall in Deutschland müssen wir verhindern, dass die Erinnerung an die deutschen Opfer und die Trauer über das Leid auch der Deutschen missbraucht wird für neonazistische Propaganda.

In Auschwitz und Birkenau, der schlimmsten Todesmaschinerie der Nazis, kamen nach Schätzung der Historiker bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Mehrzahl davon waren Juden. Aber auch viele Polen, Mitglieder der Sinti und Roma und Homosexuelle wurden getötet.

(sl/sda)

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Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
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