Gedenkstätte für Opfer des Zuger Attentats eingeweiht

publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 21:08 Uhr

Zug - Mit einer schlichten Feier ist in Zug die Gedenkstätte für die Opfer des Attentats vom 27. September 2001 eingeweiht worden. Sie erinnert an die 14 Menschen, die bei dem Attentat umgebracht wurden.

Zug erhält einen Ort zur Besinnung und Begegnung.
Zug erhält einen Ort zur Besinnung und Begegnung.
An der Einweihungsfeier nannte der Kantonsratspräsident Peter Rust die Gedenkstätte einen Ort der dunkelsten Erinnerungen, aber auch einen Ort der Besinnung und der Begegnung. Er solle auch an die unzähligen Lichtblicke erinnern, so etwa an die weltweite Solidarität in diesen schweren Tagen.

Das Leben nach dem Attentat sei zu einer Gratwanderung geworden, sagte Rust weiter. Momente des wieder gefundenen, stillen Glücks wechseln ab mit Stunden der Wut, der Ohnmacht, der Trauer. Die Gedenkstätte könne Kraft und Ruhe schenken, um mit neuem Mut in den Alltag zu treten.

Vertreter der reformierten und katholischen Kirche weihten und segneten darauf die Gedenkstätte - damit Vergangenheit bewältigt, Gegenwart mit Liebe und Frieden erfüllt und Zukunft vertrauensvoll eröffnet wird, so die Worte des katholischen Pfarrers Alfredo Sacchi.

Die Stätte heisst Einschnitt. Sie ist eine gekieste Schneise in der bestehenden Grünfläche vor dem Regierungsgebäude. In diese Schneise ist eine grüne Glasplatte eingelassen. Darunter sind 14 schimmernde Lichtpunkte für die 14 Opfer. Zur Erinnerung an die Opfer des Attentats vom 27. September 2001, steht auf der Platte.

Ende Oktober bezieht dann auch das Parlament wieder seinen angestammten Kantonsratssaal. Er war nach dem Attentat geschlossen worden. Dar Parlament tagte seither im Polizeigebäude.

Am 27. September 2001 drang Friedrich Leibacher, der sich in einen Streit mit Zuger Behörden verbissen hatte, während einer Sitzung des Parlamentes in den Kantonsrat. Er tötete 14 Menschen, bevor er sich selbst richtete.

15 Personen wurden verletzt. Drei Jahre nach dem Attentat sind vier Betroffene immer noch in ärztlicher Behandlung.

(rr/sda)

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