Gegen Handys im Flugzeug

publiziert: Montag, 6. Mrz 2006 / 08:48 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Mrz 2006 / 23:31 Uhr

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse einer Untersuchung zur Handy-Nutzung in Flugzeugen werden dem amerikanischen Telekommunikations-Regulierer FCC nicht behagen.

Während dem Fliegen sollte das Handy besser ausgeschaltet werden.
Während dem Fliegen sollte das Handy besser ausgeschaltet werden.
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Die Federal Communications Commission hatte eigentlich gehofft, noch in diesem Jahr das Verbot der Handy-Nutzung in Flugzeugen lockern oder gar aufheben zu können.

Die Untersuchung von Wissenschaftlern der Carnegie Mellon Universität hingegen spricht sich entschieden gegen die Nutzung von Handys und anderen elektronischen Geräten in Flugzeugen aus.

«Wir denken, dass die Nutzung von tragbaren elektronischen Geräten durch Flugzeugpassagiere im Interesse der Sicherheit aller weiterhin untersagt bleiben sollte», sagte Granger Morgan, der Chef der Abteilung Ingenieurwesen und Öffentlichkeitsarbeit der Carnegie Mellon Universität.

Grosses Störpotenzial

In ihrem in der März-Ausgabe des Magazins IEEE Spectrum veröffentlichten Untersuchung beschreiben die US-Wissenschaftler anhand einer Vielzahl von Beispielen das Störpotential von Handys und anderen elektronischen Geräten.

In dem umfassenden Bericht beschreiben die Wissenschaftler, wie sie - mit Genehmigung der Flugbehörde Federal Aviation Administration (FAA) - mit einer unauffällig im Handgepäck untergebrachten Messanlage Frequenzmessungen auf 37 US-Inlandsflügen vornahmen.

Eine erste Analyse der Frequenzdaten zeigte, dass es die amerikanischen Flugpassagiere mit dem Handy-Verbot im Flugzeug nicht so genau nahmen. Pro Flug registrierte das Messgerät ein bis vier Regelverletzungen per Handy-Telefonat.

Auch andere Geräte eingeschaltet

Aber auch die aufgezeichneten elektromagnetischen Strahlungen von anderen elektronischen Geräten wie Spielkonsolen oder Laptops mit WLAN-Karten halten die Wissenschaftler für bedenklich.

«Obwohl wir primär die Handy-Frequenzen untersuchten, haben wir ebenfalls entdeckt, dass auch die Emissionen anderer tragbarer elektronischer Geräte problematisch sind», berichtet Granger Morgan.

Handys machen GPS-Instrumente untauglich

Bei den komplexen Überlappungen der Frequenzbereiche von Bordelektronik und der der Handys und elektronischen Geräten der Passagiere konstatiert der Bericht allem voran eine hochgradig sicherheitsrelevante Gefährdung der GPS-Navigationssysteme der Flugzeuge.

Die Wissenschaftler zogen für ihren Bericht NASA-Studien hinzu und ziehen eine warnende Schlussfolgerung: «Unsere Daten und die Studien der NASA legen nahe, dass es eine klare und gegenwärtige Gefahr gibt: Handys können GPS-Instrumente untauglich für den Landeanflug machen.»

Die Forscher haben für ihre Untersuchung zudem die Daten von 385 Flugzeugabstürzen durchforstet. Sie gestehen zwar ein, kein «Smoking Gun» - den schlüssigen Beweis einer Absturzursache durch die Interferenz eines Handys - gefunden zu haben, sind sich aber sicher, dass die statistische Wahrscheinlichkeit dafür spricht: «Haben Handys Flugzeugunfälle verursacht? Wir können nicht sicher sein, dass sie das haben. Aber die Daten stützen die Ansicht, dass es passiert sein könnte.»

Erhöhung der Gefährdung

Eine Aufhebung des Handy-Verbots und die damit verbundene explosive Steigerung der Handynutzung an Bord der Flugzeuge führe zu einer nicht einzuschätzenden Erhöhung der Gefährdung, warnen die Wissenschaftler.

Die Wissenschaftler schließen ihren Bericht mit einer fünf Punkte umfassenden Empfehlung ab, in denen sie die Regierungsstellen und die Industrie zu einer umfassenden Kooperation im Interesse der Sicherheit der Flugpassagiere auffordern.

Die meisten Airlines hätten auf sich selbst gestellt nicht die nötigen Ressourcen, die Schwachstellen der komplexen Bordelektronik auszuloten, weshalb eine umfassende Initiative vonnöten sei.

Nach Ansicht der Wissenschaftler besteht zudem der dringende Bedarf, Technik zu implementieren, die es der Crew ermöglicht Störfrequenzen in der Flugzeugkabine in Echtzeit zu überwachen.

(Christian Horn, teltarif.de)

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