Genfer Strafgericht spricht Didier Piguet schuldig

publiziert: Montag, 30. Nov 2009 / 20:01 Uhr

Genf - Der ehemalige Geschäftsführer der Vermögensverwalterin Golden Lion ist vom Genfer Strafgericht der Veruntreuung, des gewerbsmässigen Betrugs und der Urkundenfälschung für schuldig befunden worden. Er muss für sechs Jahre ins Gefängnis - ohne Bewährung.

Keine Bewährung für die Angeklagten.
Keine Bewährung für die Angeklagten.
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Sein Komplize Serge Rouiller, der als Verwaltungsratspräsident amtete, muss für fünf Jahre hinter Gitter - ebenfalls ohne Bewährung. Das Strafgericht sah seine Mitschuld als erwiesen an. Rouiller hatte behauptet, er habe von den Machenschaften Piguets nicht mitbekommen.

144 Mio. Kundengelder abgezweigt

Zwischen 1998 und 2003 hatten Piguet und Rouiller Kundengelder von rund 144 Millionen Franken abgezweigt, um damit ihre aufwändigen Lebensstile zu finanzieren. Zudem hatten sie Gelder aus der Firma entwendet, um jene Kunden auszubezahlen, die ihr eingebrachtes Geld zurück haben wollten. Ab 2000 stellte Piguet überdies falsche Rechnungen aus.

In dieser Zeit war der Golden Lion-Geschäftsführer einer breiteren Öffentlichkeit als Minderheitsaktionär und Sponsor des FC Servette bekannt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde der Lebemann gar als Präsident des Genfer Fussballclubs gehandelt. Mittlerweile besteht kein Kontakt mehr zum Club.

Seit zwei Jahren in Untersuchungshaft

Der heute 46-jährige Piguet sitzt bereits seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird ihm von seiner sechsjährigen Freiheitsstrafe abgezogen. Der Verurteilte wurde überdies mit einem fünfjährigen Berufsverbot als Vermögensverwalter belegt. Zu gross sei die Gefahr, dass er rückfällig werde, begründeten die Richter ihren Entscheid.

Rouiller war über das Strafmass schockiert. Die Strafe sei zu hoch und stehe im Widerspruch zur angestrebten Resozialisierung, sagte sein Anwalt Robert Assaël. Rouillers Anwalt akzeptiert deshalb das Urteil nicht und will es weiterziehen.

(fest/sda)

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