In Finanzskandal verwickelt

Gericht befragt spanische Infantin Cristina

publiziert: Samstag, 8. Feb 2014 / 13:25 Uhr / aktualisiert: Samstag, 8. Feb 2014 / 23:55 Uhr
Cristina muss in einem Korruptionsskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin als Beschuldigte aussagen.
Cristina muss in einem Korruptionsskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin als Beschuldigte aussagen.

Palma de Mallorca - Als erstes Mitglied der spanischen Monarchie ist die Königstochter Cristina als Beschuldigte in einer Korruptionsaffäre vernommen worden. Die 48-Jährige soll in den Finanzskandal um ihren 46-jährigen Ehemann, Ex-Handballstar Iñaki Urdangarin, verwickelt sein.

7 Meldungen im Zusammenhang
Bei der Befragung stritt die Infantin im Landgericht von Palma de Mallorca nach Angaben von Justizkreisen jede wissentliche Beteiligung an illegalen Geschäften ab. Ermittlungsrichter José Castro, der die Befragung am Samstag leitete, wirft ihr Steuerbetrug und Geldwäscherei vor.

Nach sieben Stunden Vernehmung verliess die jüngste Tochter von König Juan Carlos das Gericht und fuhr in einem Auto davon. «Das Justizsystem funktioniert», sagte ihr Anwalt Miquel Roca beim Verlassen des Gebäudes. «Vor dem Gesetz sind alle gleich - und die Infantin hat es bewiesen.» Ein weiterer Anwalt Cristinas sagte, das Verhör habe die Unschuld der Königstochter gezeigt.

«95 Prozent ihrer Antworten sind ausweichend», sagte der Anwalt Manuel Delgado, der die linke Gruppe Frente Civico vertritt. «Sie versucht, die Fakten, die sie kompromittieren könnten, nicht anzuerkennen.»

Sie habe versichert, dass sie «Vertrauen» in ihren Mann gehabt habe. Ansonsten habe sie gesagt, dass sie nicht Bescheid wisse und dass sich ihr Mann um diese Angelegenheiten kümmerte.

Mehr als fünf Millionen abgezweigt

Cristinas Ehemann steht im Verdacht, zwischen 2003 und 2006 als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos mehr als fünf Millionen Euro staatlicher Mittel in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben.

Als Teilhaberin eines mit ihrem Mann gemeinsam betriebenen Zweig-Unternehmens von Nóos, das als Strohfirma fungiert haben soll, soll die Infantin, Nummer sieben in der spanischen Thronfolge, echte und fiktive Privatausgaben als Firmenkosten deklariert haben.

Protest der Monarchie-Gegner

Dutzende Monarchie-Gegner hatten sich bereits am frühen Vormittag vor dem Gerichtsgebäude in Palma versammelt. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie «Gerechtigkeit!» und «Weg mit der Krone». Vor einem grossen Polizeiaufgebot von rund 300 Einsatzkräften und mehr als 400 Journalisten aus aller Welt forderten sie das Ende der Monarchie.

Die Anhörung der Königstochter in der Korruptionsaffäre um ihren Ehemann ist ein schwerer Schlag für das Ansehen der spanischen Monarchie. König Juan Carlos erwarb sich Respekt durch seine Rolle bei der Umwandlung Spaniens in eine Demokratie nach dem Tod des Diktators Francisco Franco 1975.

Zuletzt litt das Ansehen des Monarchen aber. Neben der Affäre um Urdangarin sorgte auch eine luxuriöse Elefantenjagd 2012 inmitten der Rezession für Negativschlagzeilen. Inzwischen sind Umfragen zufolge 62 Prozent der Spanier dafür, dass er abdankt.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Madrid - Ein spanischer Ermittlungsrichter hat den Weg für einen Korruptionsprozess gegen Infantin Cristina freigemacht. Richter José Castro entschied, dass die Schwester von König Felipe VI. und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin sich wegen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen vor Gericht verantworten müssen. mehr lesen 
König Juan Carlos wird sich auch noch persönlich an die Spanier wenden.
Madrid - Der spanische König Juan ... mehr lesen
Gegen Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin laufen seit Ende 2011 Ermittlungen wegen Veruntreuung. (Archivbild)
Madrid - Aus Mangel an Beweisen ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Palma de Mallorca - Auch Prinzessin Cristina von Spanien soll in einem Finanzskandal verwickelt sein. Die zweitälteste Tochter von König Juan Carlos wurde von einem der Angeklagten mitverantwortlich gemacht. mehr lesen 
Palma de Mallorca - Der unter Korruptionsverdacht stehende ... mehr lesen
Der Schwiegersohn von König Juan Carlos von Spanien muss sich dem Gericht stellen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gleicher Zugang zu Glasfaser für alle, auch die Mitbewerber von Swisscom.
Gleicher Zugang zu Glasfaser für alle, auch die Mitbewerber von ...
Wettbewerb gesichert  Die Swisscom bekommt kein Recht im Glasfaserstreit. Das schweizerische Bundesgericht hat eine Swisscom-Beschwerde in letzter Instanz abgewiesen. mehr lesen 
Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sind ab 1. Dezember frei in ihrer Preis- und Angebotsgestaltung. Dann setzt der Bundesrat die Änderung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft. Mit der neuen Regelung im UWG werden Paritätsklauseln bezüglich Preis, Verfügbarkeit oder Konditionen in Verträgen zwischen Online-Buchungsplattformen und Beherbergungsbetrieben verboten. mehr lesen  
Versicherungen Der Bundesrat sieht sich nicht veranlasst, die Einzelvergütung von Medikamenten speziell bei krebskranken Kindern zu verbessern. Seiner Einschätzung, die Krankenversicherer würden den jährlich rund 270 eingereichten Gesuchen für eine Kostengutsprache nahezu zu hundert Prozent entsprechen, widerspricht der Dachverband «Kinderkrebs Schweiz». mehr lesen  
Vernetzte Geräte müssen die Privatsphäre ihrer Benutzerinnen und Benutzer besser schützen. Neue Bestimmungen in der Verordnung des BAKOM über Fernmeldeanlagen (VFAV) erhöhen die Cybersicherheit von ... mehr lesen
Jedes drahtlose Gerät und Produkt, das mit dem Internet verbunden werden kann, muss über Funktionen verfügen, die den Schutz von Personendaten gewährleisten.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -1°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel 0°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
St. Gallen -1°C 1°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt wechselnd bewölkt
Bern -1°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern 0°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt wechselnd bewölkt
Genf -1°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 2°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten