Gewalttätige Proteste nach Hinrichtung von Christen

publiziert: Freitag, 22. Sep 2006 / 12:40 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Sep 2006 / 16:26 Uhr

Jakarta - Nach der Hinrichtung dreier Christen in Indonesien ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Aufgebrachte Christen zündeten Autos an, warfen Steine und plünderten Läden.

Für die Verurteilten hatte sich auch Papst Benedikt XVI. eingesetzt.
Für die Verurteilten hatte sich auch Papst Benedikt XVI. eingesetzt.
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Die drei Männer im Alter von 42, 48 und 60 Jahren waren wegen religiös motivierter Gewalt zum Tode verurteilt worden. Sie wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara kurz nach Mitternacht an einem geheim gehaltenen Ort auf der Insel Sulawesi erschossen.

Auf Sulawesi setzten hunderte Christen als Reaktion auf die Hinrichtungen Autos in Brand, es kam zu Plünderungen. Tausende, vor allem junge Männer, machten Jagd auf Muslime. Über Verletzte oder Tote wurde zunächst nichts bekannt.

In West-Timor bewarf eine aufgebrachte Menge nach Polizeiangaben das Büro der Staatsanwaltschaft mit Steinen und blockierte Strassen. Sie öffnete die Tore eines Gefängnisses, wodurch mehr als 200 Häftlinge entkamen.

Nach Behördenangaben konnte die Lage dort und auf Sulawesi im Laufe des Tages jedoch wieder unter Kontrolle gebracht werden. Die Sicherheitskräfte blieben aber in erhöhter Alarmbereitschaft.

Gnadengesuch abgelehnt

Die Hinrichtung der drei Männer war bereits für Mitte August geplant gewesen, war aber nach internationalen Protesten verschoben worden. Für die Verurteilten hatte sich auch Papst Benedikt XVI. eingesetzt.

Die drei Männer hatten ihre Unschuld beteuert. Noch am Donnerstag hatten ihre Anwälte ein Gnadengesuch an den Präsidenten gerichtet.

In Zentral-Sulawesi starben in den Jahren 1998 bis 2001 bei den Unruhen zwischen Christen und Muslimen rund 2000 Menschen. Die drei Verurteilten sollen 2001 einen Mob aus Christen angestiftet haben, eine muslimische Grundschule anzugreifen. Rund 85 Prozent der Indonesier sind muslimisch.

(bert/sda)

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