Streikwelle geht weiter

Griechenland im Schockzustand

publiziert: Donnerstag, 19. Sep 2013 / 16:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Sep 2013 / 19:21 Uhr
In mehreren griechischen Städten kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. (Symbolbild)
In mehreren griechischen Städten kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. (Symbolbild)

Athen - In Griechenland liegen die Nerven blank. Die Tötung eines linken Aktivisten durch einen Rechtsradikalen heizt das durch die Sparmassnahmen gereizte Klima weiter an. Hinzu kommt ein Streik im öffentlichen Dienst.

8 Meldungen im Zusammenhang
Nach dem gewaltsamen Tod eines linken Aktivisten hat Ministerpräsident Antonis Samaras die rechtsextremen Kräfte im Land scharf angegriffen und ihnen den Kampf angesagt.

Die Regierung werde den «Nachfahren der Nazis» auf keinen Fall erlauben, «das soziale Leben zu vergiften, Verbrechen zu begehen, zu provozieren und die Grundlagen des Landes, das die Demokratie hervorgebracht hat, zu unterminieren», sagte Samaras in einer Fernsehansprache. «Die Demokratie ist viel stärker, als ihre Feinde sich vorstellen können», sagte Samaras am Donnerstag weiter.

Rapper Killah P. erstochen

Der in der Nacht zum Mittwoch von einem Rechtsradikalen erstochene 34-jährige Rapper und Aktivist Pavlos Fyssas wurde bei Piräus beigesetzt. Er war mit seinen Anti-Rassismus-Liedern unter dem Künstlernamen Killah P. bekannt.

Aus Empörung über die Bluttat gingen am Mittwoch tausende Menschen auf die Strasse. Am Abend kam es in mehreren griechischen Städten zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Der Tod des linken Aktivisten löste auch eine erregte Debatte über die Grenzen der Demokratie und die Verfassungskonformität einzelner Parteien aus. Ein Abgeordneter der regierenden Konservativen warf dem oppositionellen Bündnis der radikalen Linken (Syriza) vor, nicht mehr auf dem Boden der Verfassung zu stehen.

Die zweitgrösste Parlamentspartei erwiderte: Die Konservativen würden das Klima seit Monaten mit ihrer Theorie von den beiden Extremen des politischen Spektrums anheizen, indem sie die Syriza mit der neonazistischen «Chryssi Avgi» (Goldene Morgenröte) gleichsetzten.

Die rechtsextreme Partei wiederum leugnet jede Verstrickung in die Tat. Der 45-jährige, geständige Täter sei nicht einmal Mitglied der «Chryssi Avgi» gewesen.

Keine Schweigeminute

Man habe den Mordanschlag vom ersten Moment an scharf verurteilt, sagte ein Parteisprecher im Parlament. Als die Syriza am Donnerstag im Parlament eine Schweigeminute einlegen wollte, schloss sich die «Chryssi Avgi» dem Antrag an. Die Linke zog diesen daraufhin zurück.

Die rechtsextreme «Chryssi Avgi» ist ein Kind der griechischen Finanz- und Wirtschaftskrise. Bei den Parlamentswahlen 2012 wurde die einstige Splitterpartei auf knapp 7 Prozent katapultiert und ist mit 18 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament vertreten. In Umfragen liegt sie derzeit bei 13 Prozent. Die Partei leugnet den Holocaust. Ihre Mitglieder grüssen mit dem Hitlergruss.

Streikwelle

Zugleich legt eine Streikwelle einen Teil des öffentlichen Lebens in Griechenland lahm. Für Donnerstag war das Ende des zweitägigen Streiks im öffentlichen Dienst unter dem Motto «Dauerkampf gegen die Sparpolitik» vorgesehen. Vom Arbeitskampf gegen geplante Massenentlassungen waren vor allem Behörden und die Schulen sowie die Spitäler und die Justiz betroffen.

(fajd/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 3 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Athen - Rund zwei Wochen nach einem tödlichen Anschlag auf zwei Mitglieder der ... mehr lesen
Die Mitglieder der Goldenen Morgenröte waren mit mehreren Schüssen aus einer Pistole getötet worden.
Ein neuer Generalstreik am Mittwoch hat weite Teile Griechenlands lahmgelegt. (Archivbild)
Athen - Ein neuer Generalstreik aus ... mehr lesen
Athen - Die griechische Polizei hat am späten Dienstagabend Räume der ... mehr lesen
Die griechische Polizei durchsuchte Räume der Neonazi-Partei Chrysi Avgi. (Archivbild)
Athen - Aus Protest gegen geplante Massenentlassungen sind in Griechenland Staatsbedienstete in einen zweitägigen Streik getreten. Von dem am Dienstag begonnenen Ausstand waren nach Angaben der Gewerkschaft Ministerien, Stadtverwaltungen, Schulen und Universitäten betroffen. mehr lesen 
Athen - Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras erlebt eine neue Streikwelle in Griechenland. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Mitglieder der Chrysi Avgi hatten zahlreiche Angriffe auf Einwanderer, Politiker und linksgerichtete Aktivisten verübt.
Athen - Drei Tage nach dem Mord an einem bekannten griechischen Rapper und Linksaktivisten ist in Piräus Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen worden. Der 45-Jährige ... mehr lesen
Athen - Bei einem Kampf in der Vorstadt von Athen ist in der Nacht zum Mittwoch ... mehr lesen
Griechenland im Schockzustand. (Symbolbild)
Tausende gingen in Athen und anderen Städten des Landes auf die Strassen. (Archivbild)
Athen - Aus Protest gegen geplante ... mehr lesen
Träumen Sie weiter, Jorian
Politiker und Verantwortung. Irgendwas haben Sie wohl falsch verstanden, oder?!
Lustig?
Nein zombie mit Jahrgang 1969, dies ist nicht lustig!

Anstatt sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, würden die Linken und die Rechten gescheiter 'gen Brüssel ziehen. Dort haben sie ja das Schlamassel eingebrockt.

Auch das eigene Parlament. Die Griechen haben ja geschummelt, damit sie den € erhalten. Jetzt haben sie ihn und merken nicht, wie ihre Wirtschaft dank dem € noch schlechter wird. Ja Asterix hatte schon recht.

Warum heisst es wohl; Teile und Herrsche?

Ich hoffe, dass wen es in der CH mal so weit ist, die Menschen so klug sind und die Politiker zur Verantwortung ziehen. (Nicht morden und nicht foltern!)

Die parlamentarische Immunität gehört abgeschafft genauso wie die Immunität vom Diplomatencorps.

Hier noch etwas für die Eidgenossen: http://www.nidwaldner-museum.ch/dynamic/page_detail.asp?seiid=5&nwcid=...

Liebe Eidgenossen was ich damit sagen will ist folgendes. Überlegt euch gut wen ihr bekämpfen wollt. Ob euresgleichen oder die, wo euch alles eingebrockt haben.
Linksradikale...
gegen Rechtsradikale, somit Bodensatz gegen Bodensatz! Für den neutralen Beobachter äusserst köstlich. Glücklicherweise sind bis jetzt noch keine unbeteiligten Passanten zu Schaden gekommen bei solchen Auseinandersetzungen zwischen diesen extremen Gruppen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Im Hauptort Karyes fand eine kurze feierliche Messe statt.
Auf der Griechenlandreise  Athen - Russlands Präsident Wladimir Putin ist am zweiten Tag seiner Griechenlandreise zur Mönchsrepublik Berg Athos gepilgert. Der Berg Athos ist eine Hochburg des orthodoxen Christentums. mehr lesen 
Treffen in Athen  Athen - Russland und Griechenland setzen trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation fort und wollen sie weiter ausbauen. Dies teilten am Freitag der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach einem Treffen in Athen mit. mehr lesen  
Politische Gespräche  Athen - Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Freitag zu politischen Gesprächen in Athen ... mehr lesen  
Der Staat hält zehn Prozent an OTE. (Symbolbild)
Privatisierungspläne  Athen - Das hochverschuldete Griechenland will sich von ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 10°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt mit Gewittern wolkig, aber kaum Regen
Basel 12°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass freundlich
St. Gallen 8°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 10°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt
Luzern 10°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 11°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen recht sonnig
Lugano 12°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten