Sparkurs auf der Kippe
«Griechenland könnte pleite gehen»
publiziert: Montag, 27. Jun 2011 / 08:22 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Jun 2011 / 09:43 Uhr
Werner Faymann fordert eine Durchsetzung der Sparpläne.
Werner Faymann fordert eine Durchsetzung der Sparpläne.

Wien/Madrid - Der österreichische Kanzler Werner Faymann hält eine Staatspleite Griechenlands für möglich. Er könne eine Pleite nicht ausschliessen, weil er nicht wisse, ob die Bevölkerung den Sparkurs von Ministerpräsident Giorgos Papandreou mittragen werde.

8 Meldungen im Zusammenhang
Trotzdem sei eine Staatspleite das ungünstigste Szenario, sagte Faymann am Sonntag im Fernsehsender ORF. So etwas «soll man sich nicht wünschen». Er hoffe, dass Griechenland und die EU keinen Plan B bräuchten. Um die Schuldenkrise zu lösen, müsse Papandreou seine Sparpläne durchsetzen und eine Mehrheit dafür im Parlament bekommen.

Die Abstimmung im Parlament in Athen über die Sparpläne in Höhe von 28 Milliarden Euro ist auf Mitte Woche angesetzt. Die Debatte beginnt am heutigen Montag.

Sollte das Parlament das Sparprogramm ablehnen, werden die Euro-Länder, die EU und der Internationale Währungsfonds ihre Kredite an Griechenland stoppen und das Land wäre bankrott. Gegen die Sparpläne stellen sich ein Grossteil der griechischen Bevölkerung, die konservative Opposition aber auch Mitglieder der PASOK-Partei des Regierungschefs.

Vorbereitung auf Pleite

Angesichts der Lage bereiten sich die Euro-Länder auch auf eine Staatspleite des hoch verschuldeten Landes vor, wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble der Zeitung «Bild am Sonntag» sagte.

Es werde alles darangesetzt, eine Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise zu verhindern, sagte er. Eine Staatspleite würde die Stabilität der Euro-Zone in Gefahr bringen und schwere Folgen für die Weltwirtschaft haben, warnte Schäuble.

Kein Austritt aus Eurozone

Der griechische Vize-Regierungschef Theodoros Pangalos wies Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone unterdessen als «gewaltige Dummheit» zurück. «Wer so etwas sagt, ist äusserst blöd», sagte er der spanischen Zeitung «El Mundo».

Sollte Griechenland die Drachme wieder einführen, «wären die Banken am nächsten Tag von Leuten belagert, die ihr Geld abheben wollen, die Armee müsste sie mit Panzern beschützen, weil es nicht genug Polizei gäbe», sagte er. «Es würde überall Unruhen geben, die Geschäfte wären leer, manche Leute würden sich aus dem Fenster stürzen.»

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Athen - Im Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft ihres Landes sind die Griechen wenig ... mehr lesen
Zwei von drei befragten Griechen glauben, dass die Staatspleite unvermeidlich geworden ist.
Mit Tränengas gegen protestierende Bürger. (Archivbild)
Athen - Das griechische Parlament ... mehr lesen
Athen - Wenige Stunden vor der ... mehr lesen 19
Die griechische Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein. (Archivbild)
Proteste in Griechenland.
Athen - In Griechenland hat ein Generalstreik am Tag vor der Abstimmung über das Sparpaket im Parlament das öffentliche Leben im Land teilweise lahmgelegt. Am Rande der Proteste in ... mehr lesen
Paris/Berlin/Athen - Französische ... mehr lesen
Protestaktion der kommunistischen Gewerkschaft PAME.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Symbol der Schuldenwirtschaft: Kreditkarten
Etschmayer «Kaufen Sie jetzt, bezahlen sie erst 2013!» Na wenn das keine Ansage ist. Solche Angebote sind erst in den letzten Jahren bei ... mehr lesen
Je nach Einkommen müssen die Griechen eine Solidaritätssteuer zwischen ein und vier Prozent zahlen.
Athen - Die griechische Öffentlichkeit ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Im Hauptort Karyes fand eine kurze feierliche Messe statt.
Auf der Griechenlandreise  Athen - Russlands Präsident Wladimir Putin ist am zweiten Tag seiner Griechenlandreise zur Mönchsrepublik Berg Athos gepilgert. Der Berg Athos ist eine Hochburg des orthodoxen Christentums. mehr lesen 
Politische Gespräche  Athen - Der russische Präsident Wladimir ... mehr lesen  
Privatisierungspläne  Athen - Das hochverschuldete Griechenland will sich von einer fünfprozentigen Beteiligung an seinem führenden Telekomkonzern OTE trennen. Aktualisierte Privatisierungspläne ... mehr lesen
Der Staat hält zehn Prozent an OTE. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -2°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel -2°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen -3°C -1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern -2°C 1°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern -1°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 5°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten