Notenbank rechnet mit fünftem Rezessionsjahr
Griechenlands Wirtschaft bleibt auf Talfahrt
publiziert: Montag, 3. Dez 2012 / 11:38 Uhr
Die Griechen stecken in einer dramatischen Lage.
Die Griechen stecken in einer dramatischen Lage.

Athen - Die Talfahrt der griechischen Wirtschaft geht ungebremst weiter. Wegen der harten Sparmassnahmen und geringen Investitionen rechnet die griechische Notenbank mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr zwischen 4 und 4,5 Prozent.

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Seit Ausbruch der Krise sei das Bruttoinlandprodukt (BIP) um gut 20 Prozent gefallen. Die Lage sei ähnlich dramatisch wie nach der grossen Rezession im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1929, heisst es in einem Bericht der Notenbank, der dem griechischen Parlament vorgelegt wurde.

Es ist bereits das fünfte Rezessionsjahr. Die Arbeitslosigkeit übertrifft 25 Prozent. Für Griechenland müsse es dringend einen nationalen Plan für Wachstum geben, fordert die Notenbank. Positive Entwicklung: Wegen der harten Sparmassnahmen und Kürzungen habe die griechische Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit grösstenteils wieder gewonnen. Die Eckpunkte des Berichtes wurden am Montag in der griechischen Presse veröffentlicht.

Start des Schuldenrückkaufes

Derweil veröffentlichte Griechenland am Montag die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht.

Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.), wie die zuständige staatliche Behörde PDMA mitteilte. Die Aktion ist wichtiger Bestandteil eines Milliarden-Pakets an Massnahmen, um Griechenland in den kommenden Jahren zusätzlich finanziell zu unterstützen. Ihr Erfolg ist entscheidend dafür, dass dieses Hilfspaket der internationalen Geldgeber auch umgesetzt werden kann.

Am späten Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Eurogruppe in Brüssel über die Details informieren. «Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa nach der Veröffentlichung des Athener Angebots.

Zweifel an Privatanlegern

Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu zehn Mrd. Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Mrd. Euro loswerden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Mrd. Euro.

Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern in Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Mrd. Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden.

In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedge-Fonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen «Plan B» gespochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.

(bg/sda)

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man die Krisenpolitik Griechenlands so versteht, dass der unvermeidbare Crash so lange wie möglich hinausgeschoben werden soll, wird das bisher Geschehene auf erstaunliche Weise schlüssig. So spricht derzeit nichts dafür , dass zB Spanien bei seiner hohen Arbeitslosigkeit und den industriellen Überkapazitäten in ganz Europa in die Lage kommen könnte, allein aus Steuereinnahmen die laufenden Betriebsmittel für den Staatshaushalt samt Schuldendienst aufzubringen. Es sei denn, man entläßt viele Lehrer, Richter, Polizisten, Soldaten etc. Gleiches gilt, wenn auch noch nicht in gleicher Schärfe, für andere Euro-Länder. Selbst D kommt bis jetzt nicht ohne Nettokredit-Aufnahmen aus. Was bedeutet: kein Ende in Sicht für weitere "Rettungsprojekte",... mit weltweit auf dem Kapitalmarkt akquiriertem Geld oder aus der Notenpresse. Und: keine kausale Therapie gegen die Krise in Sicht.
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