Gross: «Wir sind zu einer Überraschung fähig!»

publiziert: Dienstag, 4. Nov 2008 / 16:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Nov 2008 / 19:16 Uhr

Der FC Basel steht in der Champions League vor einer äusserst delikaten Mission. In Barcelona wartet der souveräne Leader der Primera Division auf den Schweizer Meister. Barça könnte vorzeitig die Achtelfinal-Teilnahme sicherstellen.

Der FC Basel trainierte gestern bereits im Stadion Camp Nou.
Der FC Basel trainierte gestern bereits im Stadion Camp Nou.
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Elf Spiele lang ist der FC Barcelona unter Trainer Josep Guardiola in drei verschiedenen Wettbewerben ungeschlagen. Barça liegt an der Spitze der spanischen Meisterschaft und schiesst Tore am Fliessband. 28 Treffer haben Messi und Co. in neun Meisterschaftsspielen schon erzielt. Nur Bundesliga-Aufsteiger Hoffenheim (31) traf in den fünf grossen europäischen Ligen bei allerdings zwei Mehrspielen öfter ins Ziel.

Auch in der Champions League sind die Spanier am treffsichersten. Zehn Tore sind bereits auf dem Konto, einzig Arsenal kann diesbezüglich mit Barcelona mithalten. Dennoch sagt Basels Trainer Gross: «Wir sind im Camp Nou zu einer Überraschung fähig.» Doch eigentlich bleibt ihm nichts anderes übrig. Zu sagen, nicht höher als im Hinspiel verlieren zu wollen, wäre sicherlich keine gute Vorgabe -- obschon das wohl die realistischere Einschätzung der momentanen Kräfteverhältnisse wäre.

«Es fällt mir extrem schwer, in dieser Mannschaft Schwächen auszumachen», versucht Gross einen Gegner zu analysieren, der von Sieg zu Sieg eilt. Nach dem 5:0 in Basel gabs ein weiteres 5:0 gegen Almeria. Danach wurde das unterklassige Benidorm im Cup mit einem minimalen 1:0 bezwungen, ehe in der Meisterschaft das 4:1 in Malaga folgte. Gross: «In diesem Team herrscht eine grosse Solidarität und Spielfreude.»

Highlight der Karriere

Nicht nur für seine Spieler, sondern auch für ihn sei dieses Gastspiel in Barcelona ein Karriere-Highlight. «Ich verspüre eine grosse Vorfreude. Es ist eine riesige Herausforderung für uns, gegen diesen sehr guten Gegner zu spielen. Angst wäre in diesem Moment sicherlich der falsche Begleiter.»

Es sei wichtig gewesen, dass seine Mannschaft nach dem brutalen 0:5 die nächsten Spiele in Bellinzona (3:2) und gegen Sion (3:0) gewonnen habe. Auch nicht unwichtig für das wieder gewachsene Selbstvertrauen sei auch, dass der FCB als Leader der Axpo Super League nach Barcelona gereist sei.

Flug zur Beerdigung

Während die Basler gestern Vormittag nach Barcelona reisten und am Abend ein Training im Camp Nou absolvierten, flog ihr Gegner am Nachmittag schnell nach Pamplona, um bei der Beerdigung des Vaters des Goalietrainers dabei zu sein. Kann man dies als Geringschätzung des kleinen FCB betrachten? «Nein, das wird ihre Vorbereitung in keiner Weise stören. Es spricht vielmehr für den Geist, der in diesem Team herrscht», sagt Gross.

Barça-Coach Guardiola hatte keinen Moment gezögert, diesen Beerdigungs-Besuch in sein Programm aufzunehmen: «Das ist doch normal. Wir arbeiten täglich zusammen. Dann steht man dem Kollegen auch in einer solch schwierigen Situation zur Seite.»

Der frühere Internationale glaubt nicht an einen Selbstläufer im Rückspiel: «Auch dieses Spiel beginnt bei 0:0 und nicht bei 3:0. Also müssen wir etwas für den Sieg unternehmen. Wir sind Erster in der Meisterschaft, gegen Basel wollen wir nun Platz eins in der Champions League festigen.»

Guardiola muss gegen Basel auf die verletzten Gabriel Milito und Eric Abidal verzichten. Sicher wird sich der eine oder andere Fixstarter auf der Ersatzbank wiederfinden, weil das Spiel am Samstag in Malaga auf einem teilweise überfluteten und damit besonders kräftezehrenden Terrain stattgefunden hat. Schon im Hinspiel sassen Andrés Iniesta, Topskorer Samuel Eto´o, Abidal und der frühere Welt- und Europameister Thierry Henry vorerst auf der Bank und konnten zuschauen, wie Lionel Messi, Sergi Busquets, Bojan Krkic und Aleksander Hleb zum Tanz aufspielten.

Jubiläum für Xavi

Das letzte Tor hatte damals Xavi erzielt, der heute gegen Basel sein 100. Europacupspiel bestreitet. Am Samstag traf er in Malaga zwei weitere Male. Was hat sich der Europameister wohl zum Jubiläum vorgenommen? Mit weiteren Treffern könnte er seiner Mannschaft zur vorzeitigen Achtelfinal-Qualifikation verhelfen. Voraussetzung dafür ist, dass Schachtjor Donezk bei Sporting Lissabon nicht gewinnt.

Auch die Basler müssen auf eine Niederlage der Ukrainer hoffen, denn nur so können sie auch nach einer Niederlage in Spanien noch auf den 3. Platz schielen, der zur weiteren Teilnahme am UEFA-Cup berechtigt. Auf einen Sieg von Schachtjor und damit auch noch auf den möglichen zweiten Schlussrang zu spekulieren wäre ziemlich verwegen. Erst einmal in der Geschichte der Champions League schaffte ein Team (Newcastle 2002/03) den Sprung in die Achtelfinals, das die ersten drei Spiele verloren hatte.

Abraham geschwächt

«Wir müssen den Gegner von unserem Tor fernhalten und uns selber Raum verschaffen, wenn wir im Ballbesitz sind. Es gilt, einen frühen Rückstand zu verhindern, sonst wird der Respekt noch grösser», beschreibt Gross die heutige Taktik. Er muss sicher auf den frisch operierten Scott Chipperfield verzichten. David Abraham schlägt sich mit Magen-Darm-Problemen herum.

Gross wird wieder zu einem Ein-Mann-Sturm zurückkehren und das Mittelfeld mit einem 4-1-4-1-System verstärken. Anstelle von Chipperfield wird Valentin Stocker, der klaren Aufwärtstrend verzeichnet, auf der linken Seite eine Chance von Beginn weg erhalten. Carlitos dürfte auf der rechten Seite Eduardo Rubio ersetzen. Im Zentrum neben Ivan Ergic stehen Marko Perovic, Jürgen Gjasula und Marcos Gelabert zur Wahl, während Benjamin Huggel für die defensive Absicherung nach hinten rückt.

FC Barcelona - Basel (Di, 20.45 Uhr)
Die möglichen Startformationen. Barcelona: Victor Valdes; Dani Alves, Marquez, Puyol, Sylvinho; Touré; Iniesta, Messi, Xavi, Hleb; Bojan Krkic. -- Basel: Costanzo; Zanni, Abraham (Ferati), Marque, Safari; Huggel; Carlitos, Ergic, Perovic, Stocker; Streller. -- SR Tudor (Rum).

(Von René Baumann/Si)

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