Gül eindeutig gegen Angriff auf Irak

publiziert: Montag, 6. Jan 2003 / 07:19 Uhr

Kairo - Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül hat bei der Arabischen Liga betont, sein Land sei eindeutig gegen einen Angriff auf Irak. Es müsse alles getan werden, um den Krieg zu verhindern, sagte er nach einem Treffen mit Liga-Generalsekretär Amre Mussa.

Abdullah Gül betonte seine Ablehnung gegen einen Angriff.
Abdullah Gül betonte seine Ablehnung gegen einen Angriff.
Sollte dieser unerwünschte Krieg Wirklichkeit werden, würden alle in der Region davon betroffen sein, sagte Gül. Die Türkei bemühe sich um eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts. Die Hauptverantwortung liege jedoch bei der Regierung von Präsident Saddam Hussein, die alle UNO-Resolutionen vollständig umsetzen müsse.

Der Ministerpräsident, der am Sonntag auch den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak getroffen hatte, betonte in Kairo, sein Land sei strikt gegen eine Zersplitterung Iraks.

Gleichzeitig machte der türkische Regierungschef den Arabern Hoffnung auf eine Verbesserung des arabisch-türkischen Verhältnisses, das in den letzten Jahren unter anderem durch die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit der Türken mit Israel belastet worden war. Unsere Meinungen nähern sich einander an, sagte Gül.

Am Samstag hatte sich Gül mit dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad bereits auf gemeinsame Anstrengungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und Irak verständigt. Die Türkei lehnt als einziges moslemisches NATO-Land einen US-Angriff auf ihren Nachbarn Irak aus politischen und wirtschaftlichen Gründen ab.

Washington erhöhte zuletzt den Druck auf Ankara, einen Krieg zu unterstützen. Den US-Stützpunkten in der Türkei käme dabei grosse strategische Bedeutung zu.

(bert/sda)

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