Guttenberg will dauerhaft auf Doktortitel verzichten

publiziert: Montag, 21. Feb 2011 / 20:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Feb 2011 / 23:10 Uhr
Karl-Theodor zu Guttenberg will mit dem Doktortitel nicht mehr hausieren gehen.
Karl-Theodor zu Guttenberg will mit dem Doktortitel nicht mehr hausieren gehen.

Berlin - Der wegen Plagiatsvorwürfen massiv unter Druck stehende deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will dauerhaft auf seinen Doktortitel verzichten. Er bat die Universität Bayreuth darum, ihm den Doktortitel abzuerkennen.

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Guttenberg habe der Uni am Montagabend einen Brief zugeleitet und darin um die Rücknahme des Titels gebeten, sagte ein Universitätssprecher auf Anfrage. Guttenberg habe dies mit dem Hinweis auf «gravierende handwerkliche Fehler» getan, die er bei nochmaliger Durchsicht seiner Dissertation festgestellt habe.

«Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde», sagte Guttenberg am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim bei Frankfurt. «Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.»

Er wolle mit seiner Entscheidung auch dazu beitragen, dass sein ehemaliger Doktorvater und seine frühere Universität keinen Schaden nähmen, erklärte Guttenberg.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag erstmals angedeutet, dass sie an dem Minister auch dann festhalten würde, wenn ihm der Doktortitel aberkannt würde. Für sie sei allein seine Arbeit als Minister entscheidend, und die mache er hervorragend. Sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder Inhaber eines Doktortitels berufen.

Fehler eingeräumt

Guttenberg räumte erneut Fehler ein: «Ich habe Fehler gemacht, ich habe sie nicht bewusst gemacht», sagte der Verteidigungsminister. Auch «Peinliches» sei dabei passiert, gab er zu und verwies auf nicht ausgewiesene Zitate aus der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» in der Einleitung seiner Promotionsarbeit.

«In der mir abgesprochenen Demut entschuldige ich mich bei allen, die ich verletzt habe», sagte Guttenberg.

Er habe sechs bis sieben Jahre an seiner Promotion geschrieben, sagte der Politiker und fügte hinzu: «Möglicherweise habe ich an ein oder anderer Stelle den Überblick über die Quellen verloren.» Jedoch habe er die Arbeit selbst verfasst. «Daher stehe ich auch zu dem Blödsinn darin», bekräftigte er. Rücktrittsforderungen wies der Verteidigungsminister allerdings zurück.

(fest/sda)

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Wie immer
Politik ist der Spiegel der Gesellschaft:

Wer zahlt befiehlt.
Iron Fraulein gegen Von und Zu
Ja genau Midas. Merkel kommt die Sache sicher gelegen, grundsätzlich. Ausser Guttenberg muss trotzdem noch zurücktreten. Aber selbst dann könnte er in ein paar Jahren ein Comeback feiern.
Das hat man ja schon zuhauf gesehen bei ehemals gefallenen deutschen Politikern.

Merkel stufe ich als sehr gefährlich ein. Sie drückt ganz Europa ihre Idee von Marktwirtschaft auf und kann das weil ohne Deutschland momentan nichts mehr laufen würde in der EU.
Ich nenne diese jetzt auch nur noch dEUtschland.

Nur auf das Volk darf man noch hoffen. Siehe Hamburg. Das Superwahljahr könnte Merkel zum Verhängnis werden, so fern das Volk dies will.

Ich frage mich in wie fern diese Machtverschiebung von Brüssel nach Berlin wieder rückgängig gemacht werden kann wenn überhaupt. Und vergessen wir nicht, wir sind auch von Deutschland abhängig und verhalten uns dementsprechend, wie man es sich nicht anders gewohnt ist, komplett bekloppt (um es mal deutsch zu nennen).
Dame gegen Herzubube
Da sollten die anderen in Deutschland mal aufpassen. Wahrscheinlich hat die Hälfte der Politiker bei solchen Arbeiten getrickst.

Ich persönlich finde lustige wie sich Angela verhält. Die steckt nämlich mit Sicherheit hinter dem ganzen. Die will ihn gar nicht weg haben, aber so angeschossen dass er nie bis zu ihr auf's Treppchen kommt und gefährlich wird.

Diese machtgeile Angela fasziniert mich immer mehr. Von dieser Intrigantin können die anderen (männlichen) Politiker nur lernen.
Die spinnen die Deutschen
Unglaublich wie solch eine Geschichte bis zum Erbrechen aufgebauscht wird. Politiker fallen in Deutschland wie Dominosteine wegen zum Teil lächerlichen Dingen.

Man stelle sich so eine Rücktrittskultur bei uns vor.
Dann hätten in den letzten 12 Jahren etwa die Hälfte aller Bundesräte zum Rücktritt gezwungen werden müssen und etwa ein Viertel aller Parlamentarier.

Unsere Notrecht Verbrecher BR Bande oder gesichtslose Versager wären in Deutschland längstens gehängt worden.
tiefer Fall
Nach den Beteuerungen kommt diese Einsicht zu spät. Nun bleibt nur noch der Rücktritt aus Amt und Würden. Vielleicht stellt sich jetzt sogar die Frage, ob der Adelstitel echt ist? Wer höher steigt als er sollte, fällt tiefer als er wollte.
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