Hälfte des Web-Traffics ist illegal
publiziert: Samstag, 30. Mai 2009 / 10:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 2. Jun 2009 / 18:41 Uhr

London - Mehr als die Hälfte des gesamten Internet-Datenverkehrs in Grossbritannien betrifft illegale Inhalte. Rund sieben Mio. Menschen im Land betreiben Online-Piraterie und kosten der Wirtschaft dadurch Einnahmen in Mrd.-Höhe.

Sollen Provider die Netze nach Raubkopien der Kunden durchforsten müssen?
Sollen Provider die Netze nach Raubkopien der Kunden durchforsten müssen?
6 Meldungen im Zusammenhang
Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuell präsentierter Bericht des Strategic Advisory Board for Intellectual Property (SABIP). Demnach nutzen an einem ganz normalen Wochentag im Durchschnitt an die 1,3 Mio. Bürger Filesharing-Dienste im Internet.

Über das ganze Jahr gerechnet haben sie dabei Zugriff auf urheberrechtlich geschütztes Material in einem Gesamtwert von 120 Mrd. Pfund (rund 138 Mrd. Euro). «Diese Zahlen zeigen den enormen Einfluss, den illegale Downloads auf die kreativen Branchen und die britische Wirtschaft im Allgemeinen haben», erklärt David Lammy, Intellectual Property Minister Grossbritanniens, gegenüber BBC News.

Musik von morgen betroffen

«Geistiges Eigentum hat hohe kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Es schafft Identität und sichert zugleich Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Rund 42'000 Personen sind in der österreichischen Musikbranche beschäftigt, die jährliche Wertschöpfung beträgt etwa zwei Milliarden Euro. Durch Urheberrechtsverletzungen im Internet entsteht für die österreichische Musikbranche ein Schaden von rund zehn Mio. Euro jährlich», rechnet Thomas Böhm, Sprecher IFPI Austria vor.

Darüber hinaus entsteht aber auch nachhaltiger Schaden. «Die Einnahmen von heute finanzieren die Musik von morgen. Betroffen sind alle, die direkt oder indirekt ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen - von Musikern, Sängern, Komponisten und Autoren über Tonstudios, Managements, Verlage und Labels bis zu Mitarbeitern im Handel, in Presswerken oder in Mobile- und Online-Shops», fasst Böhm zusammen.

Kritik der Kreativwirtschaft

Um die Wirtschaft Grossbritanniens vor einem weiteren finanziellen Schaden zu bewahren, will die SABIP in erster Linie die Internet Service Provider (ISPs) des Landes stärker in die Pflicht nehmen. Diese sollen zur Überwachung der Online-Aktivitäten der eigenen Kunden gezwungen werden. Zur Durchsetzung dieser Forderung hatten sich erst kürzlich einige der grössten Namen der britischen Unterhaltungsindustrie zusammengetan, um gemeinsam Druck auf ISPs und Politik auszuüben.

«Die wachsende Bedrohung durch illegale Filesharing-Dienste im Internet führt dazu, dass Filme nicht fertig produziert werden, DVD-Verkäufe einbrechen und Arbeitsplätze in der Produktion und Distribution vernichtet werden», fasst John Woodward, Vorsitzender des britischen Film Councils, die Kritik der Kreativwirtschaft gegenüber BBC News zusammen.

Verbannung aus dem Netz

Zur Bekämpfung der illegalen Downloads schlägt die Anti-Piraterie-Allianz die Einführung eines «Three-Strike-Modells» nach Vorbild Frankreichs vor. Dieses sieht vor, das Nutzer, die dreimal beim illegalen Download erwischt wurden, vom Internetanbieter aus dem Netz verbannt werden.

«Um dem Piraterieproblem im digitalen Zeitalter wirkungsvoll zu begegnen, sieht die GVU ein Kooperationsmodell mit ISPs auf technischer Ebene als sinnvolle Ergänzung zum bestehenden rechtlichen Instrumentarium», erklärt Christine Ehlers, Sprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Im Unterschied zur Forderung in Grossbritannien wolle man die Provider in Deutschland aber nicht dazu anhalten, eigenständig die Netze nach Raubkopien ihrer Kunden zu durchforsten, so Ehlers.

(ht/pte)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Viele europäische Stationen warten zu lange mit der Ausstrahlung neuer Serien oder Staffeln.
Los Angeles - Das illegale ... mehr lesen
Hamburg - 78 Prozent der Chinesen ... mehr lesen 1
«Illegal Downlad Sucks», findet EMI. In China laden sich trotzdem 78 Prozent Musik herunter ohne zu bezahlen.
Ein Gesetz soll nun neue Möglichkeiten im Kampf gegen das illegale Herunterladen von Filmen, Musik oder Software bieten.
Paris - Raubkopierer müssen in Frankreich eine Sperre ihres Internetzugangs befürchten. Die französische Nationalversammlung stimmte am Dienstag für einen Gesetzestext, der neue ... mehr lesen
Paris - Raubkopierer müssen in ... mehr lesen
Raubkopierer müssen in Frankreich eine Sperre ihres Internetzugangs fürchten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Logistep übermittelt die gesammelten Daten an ihre Auftraggeber. (Symbolbild)
Bern - Die Schweizer Firma Logistep ... mehr lesen
Kosten in Milliarden Höhe ??
Wenn kein Download für X verfügbar wäre, würde man die Software X nicht nur nicht kaufen, man würde sie sogar gar nicht kennen, also muss man die sowieso fiktiven und nicht nachweisbaren Kosten mit den offensichtlichen Nutzen kumulieren und wer weiss, vielleicht wird das Resultat nicht mehr auf der Kostenseite aufgelistet.

Wer würde Microsoft kennen, wenn jede einzelne Software gekauft worden wäre?

Zudem finde ich, dass das Urheberrecht zeitlich befristet werden muss, zb. auf 1- oder max. 5 Jahre. Was wäre, wenn ich rückwirkend Anspruch darauf erhebe, dass meine Vorfahren das Feuer, das Rad und das Spülklosett erfunden haben, und ich bei jedem Benutzen von Feuer - oder den daraus ermöglichten weiteren Erfindungen, dem Benutzen eines Rades (zb. 0.0001 Rp. pro Umdrehung jedes Rades) oder den daraus entstandenen Erfindungen, sowie bei jedem Spülen in einer Toilette Tantiemen erheben dürfte. Somit wäre die ganze Sache umgekehrt, denn alle diese "kopierten", illegalen Sachen würden mir gehören. Danke.
Kosten in Milliarden Höhe?
Hm... Da schaut man mal wie viel Blödsinn gelabert wird, nur um an noch mehr Geld zu gelangen. Ich behaupte mal mind. 60 - 80% aller gedownloadeter Software würde nicht gekauft, wenn es diese nicht zum Download geben würde... Das heisst wenn kein Download für X Verfügbar wäre, würde man die Software X trotzdem nicht kaufen... Also wo sind denn da bitte die entstehenden Kosten???
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Angriffe auf KMU werden im kommenden Jahr ebenso zunehmen, wie die auf Städte und Gemeinden.
Die Angriffe auf KMU werden im ...
Konzentration auf Ransomware begünstigt Angriffe auf weniger geschützte Bereiche  Jena - Wenn die Kassen in Elektro-Flächenmärkten nicht mehr klingeln, im Strassenverkehrsamt keine Kfz zugelassen werden können oder Kliniken neue Patienten abweisen müssen - dann ist in der Regel ein Virus schuld. Dieser heisst jedoch nicht Corona, sondern beispielsweise Ransomware und verbreitet sich digital so schnell wie die Omikron-Variante. mehr lesen 
Bern - Der Cyber-Defence (CYD) Campus von armasuisse arbeitet erstmalig mit dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Bereich der Cybersicherheit zusammen. mehr lesen  
Social Media Schuldeintreiber in der USA dürfen seit kurzem auch säumige Schuldner per Social Media kontaktieren. Ein entsprechendes Gesetz des Consumer ... mehr lesen  
Auf Social Media-Kanälen sind Schuldner nicht mehr vor Inkassobüros sicher.
Watering‑Hole‑Angriffe im Nahen Osten.
Spyware der israelischen Firma Candiru im Fokus der Ermittlungen  Jena - Die Forscher des europäischen IT-Sicherheitsherstellers ESET haben strategische Angriffe auf die ... mehr lesen  
Viele Funktionen können zentral gesteuert werden. Warum? Weil's geht.
eGadgets Smart Home: Bequeme Steuerung der ganzen Wohnung Smart Home Technologien bieten Ihnen eine ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -2°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Schneeregenschauer
Basel 0°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Schneeregenschauer
St. Gallen -1°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Schneeschauer
Bern -2°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder wolkig, wenig Schnee
Luzern -1°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Schneeregenschauer
Genf 1°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Schneeregenschauer
Lugano 8°C 11°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten