Häusliche Gewalt als Offizialdelikt

publiziert: Freitag, 27. Mai 2005 / 18:32 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Mai 2005 / 19:06 Uhr

La Chaux-de-Fonds - Ein Jahr nach Einführung der neuen Gesetzgebung zur häuslichen Gewalt als Offizialdelikt liegt eine erste Bilanz vor.

Das Bewusstsein dafür, dass solches Tun kriminell sei, habe ganz eindeutig zugenommen.
Das Bewusstsein dafür, dass solches Tun kriminell sei, habe ganz eindeutig zugenommen.
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Häusliche Gewalt
Weitere Informationen zur gesetzlichen Lage.
www.ofj.admin.ch/themen/hausgewalt/intro-d.htm

In Neuenburg, dem ersten Schweizer Kanton mit eigener Gesetzgebung, ist die Zahl der Polizeieinsätze zurückgegangen.

In der Zeit vom 2. Juni 2004, als die neue Gesetzgebung in Kraft getreten ist, bis zum 30. April 2005 musste die Neuenburger Kantonspolizei 325 Mal wegen häuslicher Gewalt ausrücken. Im Jahr zuvor gab es durchschnittlich einmal pro Tag einen solchen Einsatz, sagte Olivier Guéniat, Chef der Kriminalpolizei vor den Medien in La Chaux-de-Fonds.

Erfreulicher Rückgang

Nur in zwölf Fällen handelte es sich um Wiederholungstäter, was einen deutlichen und somit sehr erfreulichen Rückgang bedeute. Das Bewusstsein dafür, dass solches Tun kriminell sei, habe ganz eindeutig zugenommen, sagte Guéniat weiter.

In 29 Fällen wurde der Urheber von häuslicher Gewalt für vier Tage aus der gemeinsamen Wohnung weggewiesen. In fünf Fällen betrug die Dauer der Wegweisung auf Antrag des Untersuchungsrichters 10 Tage.

Neue Gesetzgebung

Die Neuenburger Gesetzgebung entspricht jener des Schweizerischen Strafgesetzbuches, die am 1. April in Kraft getreten ist. Sie sieht insbesondere vor, einen gewalttätigen Partner aus der gemeinsamen Wohnung fernzuhalten und falls nötig zu inhaftieren.

In Kanton Aargau sind 2004 über 216 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt verzeichnet worden, wie die Regierung mitteilte. 265 Personen, allesamt Frauen, hätten die Opferberatungsstelle aufgesucht. 95 Frauen mit insgesamt 100 Kindern sind zudem wegen gewalttätiger Ehe- oder Lebenspartner ins Frauenhaus geflüchtet.

Pionier St. Gallen

St. Gallen war vor zwei Jahren der erste Schweizer Kanton, der die Aussperrung des Täters aus der gemeinsamen Wohnung vorsah. Im letzten Jahr waren dort 125 Personen, darunter 120 Männer, von der Massnahme betroffen. Im Jahr 2003 waren es noch 158 gewesen.

Diese Praxis wird inzwischen auch von Appenzell-Ausserrhoden, Luzern und Uri angewendet. Die meisten anderen Kantone wollen nachziehen.

(bert/sda)

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