Hamas-Gespräche: Israels Botschafter im Bundeshaus
publiziert: Donnerstag, 16. Jul 2009 / 17:40 Uhr

Bern - Nach Unmutsäusserungen Israels zu einem Gespräch zwischen Schweizer Diplomaten und einem Vertreter der Hamas ist der israelische Botschafter Ilan Elgar am Morgen im Bundeshaus empfangen worden.

Israel kritisierte die Gespräche der Schweiz mit der Hamas.
Israel kritisierte die Gespräche der Schweiz mit der Hamas.
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Der stellvertretende Staatssekretär Pierre Helg habe dem israelischen Botschafter die Dialogpolitik der Schweiz erläutert, erklärte die Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Nadine Olivieri, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die Schweiz spreche mit allen Parteien und damit auch mit der Hamas, erläuterte die Sprecherin die Schweizer Aussenpolitik. Gleichzeitig habe Helg die Sorge der Schweiz über die humanitäre Lage im Gazastreifen zum Ausdruck gebracht. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sei beim Gespräch kurz dabeigewesen.

Nachdem in den Medien über das vertrauliche Gespräch zwischen einem Schweizer Diplomaten und dem Hamas-Vertreter Mahmud al-Zahar berichtet worden war, verlangte Israel von der Schweiz Erklärungen. Diese wurden von Jerusalem als nicht genügend erachtet.

Calmy-Rey: «Wichtiger Akteur»

Für Jerusalem ist die Hamas, die seit zwei Jahren den Gazastreifen kontrolliert, eine Terrororganisation, mit der man nicht spricht. Für die Schweiz hingegen ist die radikalislamische Organisation «ein wichtiger Akteur, den man bei der Lösung des Nahost-Konfliktes nicht ignorieren kann», wie Calmy-Rey am Vorabend im Westschweizer Fernsehen erklärt hatte.

Zwischen der Schweiz und Israel gibt es seit längerem Differenzen. Auf Kritik stiess in Jerusalem etwa der im März 2008 abgeschlossene Gas-Deal zwischen der Schweiz und dem Iran sowie in diesem April das kurze Treffen zwischen Bundespräsident Hans-Rudolf Merz mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad am Rande der Antirassismuskonferenz in Genf.

(ht/sda)

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Stellvertreter
Zuerst Ahmadinedschad und jetzt die Hamas. Die Schweizer Diplomatie sollte sich nicht zu sehr auf eine Seite im Dialog konzentrieren.
Sollte die Schweiz als Vertreterin der USA im Iran Obamas neue Politik der Öffnung den Mullahs gegenüber signalisieren und als Überbringerin von Botschaften ihre Dienste tun, sollte doch darauf geachtet werden, dass man dabei neutral bleibt. Die Glaubwürdigkeit hängt davon ab.
Mir stellen sich dabei Fragen.
Kommt jetzt als nächstes die auch vom Iran unterstützte Hisbollah zu Besuch? Können wir darauf hoffen, dass die Amis bald selber mit den ausgewiesenen Fundis der Region sprechen werden? Bekommen wir im Gegenzug für die Vernichtung der Tinner Akten und der Servilität gegenüber den Mullahs und deren Adlaten bessere Konditionen in den bilateralen Verträgen mit den USA? Es ist zu hoffen, dass der Ärger auch etwas einbringt.
Unverständlich
So weit kommt's noch, dass wir uns gegen Israel rechtfertigen müssen.
.
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