Handy als Droge: Zwei Teenager in Entzugsklinik

publiziert: Sonntag, 15. Jun 2008 / 11:11 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Jun 2008 / 17:16 Uhr

Lérida - Ihre Handy-Sucht hat zwei spanische Teenager in eine Entzugsklinik gebracht. Die beiden 12 und 13 Jahre alten Kinder hätten täglich bis zu sechs Stunden ohne elterliche Kontrolle telefoniert.

Experten raten, Kindern und Jugendlichen nicht vor 16 Jahren ein Handy zu kaufen.
Experten raten, Kindern und Jugendlichen nicht vor 16 Jahren ein Handy zu kaufen.
1 Meldung im Zusammenhang
Wie die Zeitung El Mundo am Samstag auf ihrer Internetseite berichtete, werden die zwölf und 13 Jahre alten Teenager in der Kinderpsychiatrie der Stadt Lleida im Nordosten Spaniens betreut.

Nach Angaben der Klinikleiterin Maite Utgés wurden sie zunächst wegen ihrer Abhängigkeit von so genannten Instant Messenger-Diensten eingeliefert, bei denen sich Internetnutzer in Echtzeit Nachrichten schicken. Die Ärzte hätten dann festgestellt, dass sie auch nach ihren Mobiltelefonen süchtig seien.

Die beide Teenager hätten seit eineinhalb Jahren Handys besessen und diese ständig und ohne elterliche Kontrolle benutzt, sagte Utgés zu «El Mundo». Darunter hätten die schulische Leistungen stark gelitten. Die Behandlung der Sucht werde mindestens zwei Jahre dauern, sagte die Klinikleiterin weiter. In Lleida werden den Angaben zufolge derzeit 20 Kinder und Jugendliche wegen ihrer Abhängigkeit von neuen Kommunikationsmitteln wie dem Internet behandelt.

Laut «El Mundo» geht die spanische Anti-Sucht-Behörde davon aus, dass rund zehn Prozent der Heranwachsenden in Madrid süchtig nach ihrem Handy oder dem Internet sind. Die jungen Spanier bekommen durchschnittlich im Alter von zwölf bis 14 Jahren ihr erstes Mobiltelefon. Experten raten dagegen, Kindern und Jugendlichen nicht vor 16 Jahren ein Handy zu kaufen.

(Marie-Anne Winter, AFP/teltarif.ch)

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Traurig
Ich finde es ziemlich traurig wie das die Gesellschaft ansieht. Wenn zwei Teenager fast täglich ohne Aufsicht der Eltern telefonieren, liegt es dann nicht in erster Instanz an den Eltern einzugreifen, bevor es so weit kommt?
Vermutlich waren beide Elternteile immer auf der Arbeit und hatten auch sonst keine Zeit für die Kinder. Da verwundert es mich nicht, dass ein Kind ein übergrosses Verlangen nach Aufmerksamkeit entwickelt. Nun stehn die zwei Jugendlichen da wie zwei schwarze Schafe, aber es gehören dazu ja immer mehrere Faktoren wie: Die eigene Persönlichkeit eines Menschen, der Freundeskreis aber auch Eltern die Kindern Grenzen setzen, damit sie lernen mit Dingen massvoll umzugehen.
Wenn nicht die Eltern, wer ist dann dafür zuständig ihnen dies beizubringen?

Ich frage mich nur eins, wo waren dann die Eltern die ganze Zeit?
Weshalb sind sie nicht eingeschritten bevor es soweit kam?
Weshalb haben sie als sie merkten, dass es Probleme gibt und sie damit alleine nicht klar kommen nicht früher professionelle Hilfe aufgesucht?
Ich finde es ganz schlimm, wie diesen zweien nun der schwarze Peter zugeschoben wird!
Eine Familientherapie wäre da wohl mehr angesagt als eine Handytherapie. Ich hoffe diese Teenager haben es jemals in ihrer Kindheit erlebt, dass ihnen ihre Eltern ein Märchen vorgelesen haben und dass man mit ihnen Eile mit Weile oder so gespielt hat.
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