Handys warnen künfig vor Gestank

publiziert: Montag, 20. Sep 2004 / 10:07 Uhr

Mittlerweile lassen sich die Handy-Hersteller allerhand einfallen, um ihre Geräte mit Sonderfunktionen auszustatten, um sich gegenüber anderen Geräten abzuheben. Dass Handys mittlerweile Notizblock, Telefonbuch, Kamera und Walkman überflüssig machen, beeindruckt kaum noch.

Computerchip als Geruchssmelder.
Computerchip als Geruchssmelder.
Inzwischen gibt es auch Mobiltelefone, die sich als Taschenlampe oder als Fernbedienung nutzen lassen, sogar Wegwerf-Handys gab es schon. Siemens-Forschern ist jetzt noch etwas Neues eingefallen: Ein Handy, dass vor üblen Gerüchen warnt und Alarm schlägt, wenn sein Besitzer zu viel Alkohol ausdünstet oder nach Knoblauch oder Zigarettenqualm stinkt.

Dazu werden neuartigen Minisensoren verwendet, die Gase und Gerüche wahrnehmen können. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Mobile elektronische Geräte werden in Zukunft den Ozongehalt der Luft erspüren und bei Überschreitung der Grenzwerte warnen oder auf Brandgeruch und Gasaustritt hinweisen können. So würde ein derart ausgestattetes Handy zum Warngerät, das seinen Besitzer aus dem Schlaf weckt, wenn Gefahr im Verzug ist.

Die winzigen Messfühler sind in der Lage, schon kleinste Mengen an Gasen effektiv aufzuspüren. "Unsere keramischen Sensorchips sind weniger als einen Millimeter klein", erklärt Siemens-Forscher Dr. Maximilian Fleischer. "Obwohl man sie mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmen kann, befinden sich auf den Sensoren zahlreiche miniaturisierte Funktionen, in denen chemische Reaktionen stattfinden." Verschiedene Fühler für unterschiedliche Aufgaben

Für die unterschiedlichen Gase wurden verschiedene Sensortypen entwickelt. Während die FET-Gassensoren bereits bei Zimmertemperatur ansprechen, erkennen die Metalloxid-Gassensoren das Vorhandensein und die Konzentration einzelner Gase, sobald sie auf mehrere 100 Grad Celsius erhitzt werden. Die Gase reagieren mit dem Sensormaterial, das mit Siliziumtechnik kombiniert wird. Diese Technik liest die chemischen Veränderungen elektronisch aus, verstärkt das elektronische Signal und verarbeitet es weiter. Ist das Sensormaterial anschließend wieder der Raumluft ausgesetzt, regeneriert es sich.

Durch ihre geringe Größe, die niedrigen Produktionskosten und den geringen Energieverbrauch sind die neuen Gassensoren für eine Vielzahl von Anwendungen interessant, für die es bisher keine technische Lösung gab. Ein Einsatzfeld sind auch neuartige Brandmelder. "Heutige Brandmelder messen die Temperatur oder die Rauchdichte", erklärte Fleischer. "Unser Sensor warnt, bevor es richtig brennt. Genauso, wie die menschliche Nase erkennt er bereits sehr früh, dass irgendetwas schmort oder anbrennt. Ich bin mir sicher, dass zukünftig viele Menschen sowohl zu Hause als auch auf Reisen ihr eigenes Warngerät dabei haben werden."

(Marie-Anne Winter/teltarif.ch)

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