Hans-Jürg Fehr: eher Coach als Chef

publiziert: Sonntag, 7. Mrz 2004 / 08:31 Uhr

Schaffhausen - Hans-Jürg Fehr, der neu gewählte Präsident der SP Schweiz, gilt als Teamplayer, aber nicht unbedingt als Mann mit viel Charisma. Fehr ist einer der wenigen Schweizer Politiker, die ihr politisches Engagement hauptamtlich betreiben.

Szepterübergabe: Brunner gratuliert Fehr zur Wahl.
Szepterübergabe: Brunner gratuliert Fehr zur Wahl.
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Sein grösster Erfolg als Vizepräsident besteht nach eigenen Aussagen darin, die Beziehungen zwischen den Sektionen und der Parteizentrale verbessert zu haben. Die Sanierung der Parteifinanzen war ihm ebenfalls ein Anliegen.

für die Wirtschaft

Politisch gilt Fehr in Schaffhausen nicht gerade als dogmatischer Linker. Zwar setzte er sich für traditionell sozialdemokratische Anliegen wie Gesamtarbeitsverträge, den Service public, eine ökologische Finanzreform oder das Ausländerstimmrecht ein.

Aber im Gegenzug hat er in seinem Heimatkanton der kantonalen Wirtschaftsförderung zur Existenz verholfen und sich in einem Projekt zur Belebung der heimischen Wirtschaft engagiert.

Seine Stärke ist es, jeweils gut vorbereitet und mit viel Sachkenntnis ausgerüstet ans Rednerpult zu treten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um interne Parteianlässe oder um Sachgeschäfte im Parlament handelt.

In Schaffhausen, wo er seit fast 20 Jahren im Kantonsrat sitzt, wird es noch heute still, wenn Fehr aufsteht, seine Notizen zurecht legt und Klartext redet. Er gilt als intellektueller Kopf, der nüchtern und gut dokumentiert seine Positionen vertritt.

Schlappen nicht schönreden

Der 1948 geborene Fehr ist einer der wenigen Schweizer Politiker, die ihr Engagement hauptamtlich betreiben. Der ehemalige Lehrer war in Schaffhausen AZ-Redaktor und Verlagsleiter, bevor er Profi-Politiker wurde. Seit 1999 sitzt er im Nationalrat. Dort ist er Mitglied der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen sowie Präsident der Kommission für öffentliche Bauten.

In der Politik hält er nichts davon, eine Schlappe im Nachhinein schönzureden. Entgegen der verbreiteten Politiker-Sitte, mit vielen Worten wenig zu sagen, kann es bei Fehr durchaus auch vorkommen, dass er mit Ja oder Nein antwortet.

Fehr war bevorzugter Kandidat der SP-Frauen. Nach einem Hearing mit den beiden Anwärtern hatte der Vorstand mit 32 zu 7 Stimmen für Fehr gestimmt.

(bsk/sda)

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