Thaci-Interview

Hashim Thaci vergleicht Dick Marty mit Goebbels

publiziert: Donnerstag, 30. Dez 2010 / 09:38 Uhr
Hashim Thaci weist die Vorwürfe von sich.
Hashim Thaci weist die Vorwürfe von sich.

Bern - Kosovos Premier Hashim Thaci wehrt sich erneut vehement gegen die Vorwürfe des Organ- und Drogenhandels. In einem Zeitungsinterview kündigt der ehemalige UCK-Chef an, «mit allen juristischen und politischen Mitteln» gegen Dick Martys Bericht zu kämpfen.

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Der Bericht des Schweizer Ständerates und Europarats-Abgeordneten Dick Marty enthalte viele Lügenmärchen und stütze sich auf Gerüchte, sagte Thaci im Interview mit den Zeitungen «Der Bund» und «Tages-Anzeiger» vom Donnerstag.

«Die Art und Weise, wie Marty seinen Bericht geschrieben hat, erinnert mich an die Propaganda von Joseph Goebbels», vergleicht der ehemalige Geschichts-Student Thaci den Schweizer mit dem nationalsozialistischen Propagandaminister.

«Der Unterton dieses Pamphlets ist rassistisch», wirft der kosovarische Premier dem Schweizer weiter vor. Er verneint sämtliche Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen gegen ihn und die ehemalige kosovarische Befreiungsarmee UCK erhoben worden waren.

Keine Beweise

Der Verdacht des Organhandels sei bereits von der UNO, der UNO-Verwaltung im Kosovo sowie von der EU-Rechtsstaatsmission Eulex untersucht und entkräftigt worden. «Dennoch: Ich bin offen für weitere Ermittlungen», sagt der kosovarische Ministerpräsident. Allerdings müssten sich sämtliche Staatsanwälte darauf einstellen, dass es «kein einzige Beweisstück» gebe.

Auch von UCK-Gefängnissen in Nordalbanien will Thaci nichts wissen: Dazu gebe es weder Fakten noch Beweise. Und Bankkonten in der Schweiz besitze er auch nicht: «Die Vorwürfe über sogenannte Bankkonten in der Schweiz stammen aus serbischen Krawallblättern.» Er habe bloss ein Schweizer Bankkonto besessen, als er Ende der Neunzigerjahre in Zürich studiert habe.

Eine Einreisesperre gegen ihn habe die Schweiz ebenfalls nie verhängt, stellt Thaci klar: «Nie wurde mir eine solche Massnahme kommuniziert.»

Serben nach Albanien verschleppt

In einem vom Schweizer Ständerat Dick Marty verfassten Bericht des Europarates heisst es, UCK-Rebellen hätten während des Bürgerkrieges Serben nach Albanien verschleppt, um ihnen dort Organe zu entnehmen. Diese seien dann im Ausland zur Transplantation verkauft worden.

Als einer der Drahtzieher wurde Kosovos Regierungschef Hashim Thaci bezeichnet. Er soll als «Mafiaboss» auch in den Drogen- und Waffenhandel verstrickt sein.

Vor rund zehn Tagen berichtete Marty in einem Zeitungsinterview von einer Schweizer Einreisesperre gegen Thaci. Das Aussendepartement bestätigte darauf, dass Bern im Jahr 2002 Thaci, der zu dieser Zeit Vorsitzender der UCK-Nachfolgepartei PDK war, ein Einreisevisum verweigert hatte.

(fkl/sda)

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