Russische Virenjäger warnen vor Geheimdienst-Angriff

Hat der NSA Zugriff auf alle Festplatten?

publiziert: Dienstag, 17. Feb 2015 / 15:25 Uhr
Seit dem Jahr 2001 habe es Tausende Angriffe in über 30 Ländern gegeben.
Seit dem Jahr 2001 habe es Tausende Angriffe in über 30 Ländern gegeben.

Moskau - Selbst nach eineinhalb Jahren Snowden-Enthüllungen klingt das noch wie ein grosses Ding: Laut russischen Virenjägern können unbemerkt Daten von nahezu allen Festplatten abgeschöpft werden. Sie sehen eine Verbindung zu westlichen Geheimdiensten - sprich: der NSA.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab warnt vor einer mächtigen Hacker-Gruppe, die in grossem Stil Daten von Festplatten abgreifen kann. Betroffen sei die Hardware führender Hersteller, ein Angriff sei kaum zu entdecken.

Kaspersky legt eine Verbindung zu westlichen Geheimdiensten nahe: Zum Teil seien Schwachstellen ausgenutzt worden, auf die später auch die gegen das iranische Atomprogramm gerichtete Schad-Software Stuxnet zugegriffen habe.

Hinter Stuxnet stecken nach bisherigen Informationen vor allem amerikanische und israelische Geheimdienst-Experten. Direkt nennen die russischen Virenforscher die Urheber jedoch nicht.

Virenscanner erkennen Programm nicht

Die Programme der Hackergruppe mit dem Namen «Equation Group» könnten Festplatten von rund einem Dutzend bekannter Hersteller infizieren, erklärte Kaspersky. Dabei werde ein unsichtbarer Bereich geschaffen, in dem Informationen zum späteren Abruf gespeichert werden.

Die Schadsoftware überlebe auch eine Neuformatierung der Festplatten sowie eine Neuinstallation des Betriebssystems. Von üblichen Virenscannern könne das Programm nicht erkannt werden.

Die Equation Group sei so etwas wie der «Todesstern» der Schadsoftware-Galaxie, schrieb Kaspersky in Anspielung an die Superwaffe aus den «Star Wars»-Filmen, die ganze Planeten zerstören konnte.

Tausende Angriffe seit 2001

Seit dem Jahr 2001 habe es Tausende Angriffe in über 30 Ländern gegeben. Unter den Zielen seien Regierungsbehörden, Institutionen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Nuklearforschung sowie Medien, Finanzinstitute und Unternehmen, die Verschlüsselungstechnologien entwickeln.

Besonders steche der Wurm «Fanny» heraus, mit dessen Hilfe auch Daten von Computern abgegriffen werden können, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Dafür ist allerdings zuvor nötig, dass ein Anwender einen infizierten USB-Stick in den Rechner steckt.

Die Informationen werden dann heimlich auf dem Stick geparkt - und erst weitergeleitet, wenn er an einen ebenfalls mit «Fanny» verseuchten Computer mit Internet-Anschluss angeschlossen wird.

Sonderrolle unter Schadprogrammen

Stuxnet nimmt unter den Schadprogrammen bisher eine Sonderrolle ein. Die Schadsoftware war darauf ausgerichtet, den Betrieb von Industrieanlagen in einer für Uran-Zentrifugen typischen Konfiguration zu stören. Sie verwischte dann ihre Spuren und wurde Jahre später nur durch Zufall in Weissrussland entdeckt.

Seit den Snowden-Enthüllungen ist eine tiefgreifende Überwachung des Internets und der Kommunikation durch den US-Abhördienst NSA und seinen britischen Partner-Service GCHQ bekanntgeworden. Auch über das Hacken von Hardware wurde bereits berichtet. Die Möglichkeit, Informationen von Festplatten in der jetzt von Kaspersky beschriebenen Dimension abzugreifen, wäre aber neu.

(bert/sda)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
San Francisco - Das Online-Lexikon ... mehr lesen
Die Wikipedia-Schreiber sollten sich keine Sorgen über Überwachung machen müssen.
Die Geheimdienste der USA und Grossbritanniens sollen SIM-Karten in Mobiltelefonen knacken können.
Washington - Die Geheimdienste der USA und Grossbritanniens sollen einem Medienbericht zufolge in der Lage sein, die Verschlüsselung von vielen SIM-Karten in Mobiltelefonen zu knacken. ... mehr lesen
Washington - Die US-Geheimdienste haben laut einem Zeitungsbericht ... mehr lesen
Dem Dokument zufolge brechen US-Computerspezialisten bei einem Projekt in ausländische Netzwerke ein, um sie heimlich unter ihre Kontrolle zu bringen. (Symbolbild)
München - Beginnend mit dem russisch-estnischen Cyberkonflikt 2007 gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle, die zum Krieg im Cyberspace hochstilisiert wurden. Doch wirklich begonnen hat das Zeitalter der Cyberkriegsführung nach Ansicht der Kaspersky Labs wohl erst 2010 mit der Entdeckung des Wurms «Stuxnet», so Chief Malware Expert Vitaly Kamluk im Rahmen des Kasperky Security Symposium. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Computerwurm Stuxnet besorgt ... mehr lesen
«Stuxnet» wird auch über USB übertragen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 
Die Schweiz setzt FATCA derzeit nach dem sogenannten Modell 2 um.
Die Schweiz setzt FATCA derzeit nach dem sogenannten Modell 2 um.
Die Schweiz und die USA haben am 27. Juni 2024 in Bern ein neues FATCA-Abkommen unterzeichnet. Derzeit liefert die Schweiz einseitig Informationen zu Finanzkonten an die USA. In Zukunft wird sie im Rahmen eines automatischen Informationsaustauschs auch entsprechende Informationen aus den USA erhalten. Der Modellwechsel soll voraussichtlich ab 2027 gelten. mehr lesen 
Statistik zur Fernmeldeüberwachung  Die Statistik der Schweizer Strafverfolgungsbehörden und des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB) weist im letzten Jahr acht Prozent weniger Überwachungsmassnahmen auf. Dieser Rückgang ist ... mehr lesen
Die meisten Überwachungsmassnahmen wurden zur Aufklärung von Vermögensdelikten angeordnet.
Berühmtes Deepfake: Papst Franziskus in fetter Daunenjacke.
Um der steigenden Verbreitung manipulierter Inhalte entgegenzuwirken, haben sich Google, Meta und OpenAI der C2PA angeschlossen. Ihr Ziel ... mehr lesen  
Publinews Die Paysafecard ist ein elektronisches Zahlungsmittel, das auf dem Prepaid-Prinzip basiert. Es ermöglicht ... mehr lesen  
Die Paysafecard bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die sie zu einer beliebten Wahl für Online-Zahlungen machen.
DIGITAL LIFESTYLE: OFT GELESEN
Der Wow Cube ist ein Werkzeug für Kreativität, Lernen und Unterhaltung, das Menschen jeden Alters und jeder Fähigkeit anspricht.
eGadgets Der Wow Cube: Ein Würfel voller Wunder Der Wow Cube sticht in der ständig Grenzen ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Basel 20°C 34°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
St. Gallen 17°C 29°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
Bern 16°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Luzern 18°C 31°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wolkig, aber kaum Regen
Genf 19°C 32°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
Lugano 21°C 34°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten