Haushoher Favorit dank Federer

publiziert: Freitag, 22. Sep 2006 / 09:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Sep 2006 / 10:00 Uhr

Das Davis-Cup-Team muss übers Wochenende im Genfer Palexpo Serbien bezwingen, um nicht wie zuletzt vor 13 Jahren in die Europa-Zone abzusteigen. Dank dem Mitmachen von Roger Federer steigen die Schweizer als haushohe Favoriten in die Partie.

Das Schweizer Davis Cup-Team um Roger Federer ist bereit.
Das Schweizer Davis Cup-Team um Roger Federer ist bereit.
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Die Auslosung ergab, dass Roger Federer am Freitag um 13.00 Uhr gegen Janko Tipsarevic (ATP 92) das Abstiegsspiel eröffnet. Die beiden stehen sich erstmals gegenüber.

Das zweite Einzel bestreiten danach Stanislas Wawrinka (ATP 44) und Serbiens Nummer 1 Novak Djokovic (ATP 21). Dieses Duell gab es schon dreimal. Die ersten zwei Partien gewann Djokovic, diesen Sommer profitierte Wawrinka im Final von Umag davon, dass Djokovic bei 6:6 im ersten Satz aufgeben musste.

Djokovic: «In Umag hatte Wawrinka Glück. Er ist ein guter, talentierter und äusserst hartnäckiger Gegner. Aber ich weiss, wie man gegen ihn gewinnen muss. Im Umag war ich dazu nicht in der Lage, weil ich in der Vorwoche mein erstes Turnier gewonnen hatte und im zehnten Spiel in elf Tagen an meine Grenzen stiess.»

Die Auslosung ergab keine Überraschungen. Fürs Doppel vom Samstag nominierte der Schweizer Captain Severin Lüthi wie erwartet Yves Allegro und Federer. Die Serben meldeten Ilia Bozoljac und Nenad Zimonjic. Diese Nominierungen können bis eine Stunde vor Spielbeginn geändert werden. Neue Denkweise

In der Partie gegen die Serben ist der Sieg absolute Pflicht. Die Schweizer sind auf beiden Einzelpositionen besser besetzt als der Gegner und können vor eigenem Publikum antreten, was im Davis Cup schon oft entscheidend war.

Zudem verkündete René Stammbach, der neue Präsident des Tennisverbandes (Swiss Tennis), im Sommer die Denkweise «think bigger». Wer die überlegene Nummer 1 der Welt in seinem Team einsetzen kann, der möchte lieber nicht jedes Jahr gegen den Abstieg kämpfen. In dem Sinn gilt für die Schweizer in Genf: erst siegen und dann träumen - vom möglichen Gewinn des Davis Cups in einem der nächsten Jahre.

Die Zuversicht im Schweizer Team ist zumindest für den ersten Schritt auf diesem langen Weg recht gross. «Das Handicap der Serben ist ihre Nummer 2», analysierte der Berner Captain Severin Lüthi. «Zwar verfügen sie mit Ilia Bozoljac über eine Alternative, aber beide (Tipsarevic und Bozoljac) haben auf Hartplatz nicht annähernd das gleiche Potenzial wie Stanislas Wawrinka.»

Auch Roger Federer gibt sich gelassen: «Ich habe das US Open gut verdaut und fühle mich topfit. Im Training stellte ich fest, dass auch Stan (Wawrinka) im Moment ausgezeichnet spielt.»

Erster Einsatz der «Serben»

Unterschätzen dürfen die Schweizer den Gegner aber auf keinen Fall. Die Serben arbeiteten sich in den letzten beiden Jahren von ganz unten (Europazone II) hoch, weil Kroatien und nicht Serbien-Montenegro den Davis-Cup-Platz in der Weltgruppe des einstmaligen Jugoslawiens «erbte».

Diese Woche treten die Serben erstmals ohne den «Zusatz» Montenegro und unter ihrer eigenen Flagge und Hymne an, «was für uns alle im Team sehr wichtig und emotional ist» (Nenad Zimonjic).

Die Serben gewannen seit 2004 sechs von sieben Partien, heuer auswärts in Israel (4:1) und Grossbritannien (3:2). Ihre Nummer 1 Novak Djokovic ist erst 19-jährig, im Ranking schon die Nummer 21 und derzeit der jüngste Spieler unter den Top 30.

Heuer besiegte er Guillermo Coria auf Sand, nahm Roger Federer in Monte Carlo einen Satz ab, gewann gegen Fernando Gonzalez und Tommy Haas am French Open gegen Tommy Robredo in Wimbledon. Djokovic will bis in einem Jahr unter die Top Ten vorstossen und «irgendwann einmal die Nummer eins werden».

Serbische Trumpfkarte im Doppel

Der 22-jährige Janko Tipsarevic versucht im Gegensatz zu Djokovic immer noch mit bescheidenem Erfolg, auf der ATP-Tour Fuss zu fassen. Er bevorzugt schnellere Beläge als der Hartplatz im Palexpo. Exploits gelangen ihm in dieser Saison auf Rasen, wo er in London Queen´s Andy Murray und in Wimbledon Paradorn Srichaphan besiegte.

Über eine Trumpfkarte verfügen die Serben im Doppel mit Nenad Zimonjic (ATP 11 im Doppel). Ausserdem spielten die Schweizer in dieser Disziplin zuletzt nicht mehr so unwiderstehlich wie von 1997 bis 2001, als mit Lorenzo Manta im Team neun Doppel in Serie gewonnen wurden. Seit 2002 triumphierten die Schweizer nur noch in der Hälfte aller Doppel (5:5).

Selbst Roger Federer kann es nicht immer richten (4:4-Bilanz im Doppel seit 2002 mit Federer). Federer bestritt in dieser Saison erst drei Doppelturniere und in den letzten fünf Monaten keines mehr.

Federers Lieblingsunterlage

Gespielt wird in Genf auf einem Rebound-Ace-Belag, der auf eine Holzunterlage aufgezogen wurde. Am Australian Open und an diversen Hallenturnieren wird ebenfalls auf diesem Belag gespielt.

Ein Vorteil dieses Hartplatzes liegt darin, dass der gastgebende Verband (Swiss Tennis) beim Bau das «Tempo» des Belags beeinflussen kann. Ausserdem ist Rebound-Ace die Lieblingsunterlage Federers, weil «ich darauf meine ersten Erfolge feierte».

Programm: Freitag (13.00 Uhr): Roger Federer - Janko Tipsarevic, anschliessend Stanislas Wawrinka - Novak Djokovic.

Samstag (13.00 Uhr): Yves Allegro/Federer - Ilia Bozoljac/Nenad Zimonjic.

Sonntag (12.00 Uhr): Federer - Djokovic, anschliessend Wawrinka - Tipsarevic.


Schweiz: Roger Federer (ATP 1), Stanislas Wawrinka (ATP 44), Marco Chiudinelli (ATP 189), Yves Allegro (ATP 37 im Doppel). - Captain: Severin Lüthi. - Trainer: Ivo Werner.

Serbien: Novak Djokovic (ATP 21), Janko Tipsarevic (ATP 92), Ilia Bozoljac (ATP 131) und Nenad Zimonjic (ATP 11 im Doppel). - Captain: Dejan Petrovic. - Trainer: Jovan Lilic.

(bert/Si)

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