Hilfe erreicht Flüchtlinge nur langsam

publiziert: Montag, 3. Jan 2005 / 18:55 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Jan 2005 / 22:06 Uhr

Jakarta - Mehr als eine Woche nach den tödlichen Flutwellen in Südasien versinken viele Hilfsaktionen im Chaos vor Ort. Probleme gibt es vor allem in Sri Lanka und Indonesien.

Insgesamt 1,8 Millionen Menschen müssen in den Katastrophengebieten mit Nahrungsmitteln versorgt werden.
Insgesamt 1,8 Millionen Menschen müssen in den Katastrophengebieten mit Nahrungsmitteln versorgt werden.
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Gemäss UNO-Angaben ist die Insel Sumatra von allen betroffenen Gebieten am schwierigsten zu versorgen. 90 Prozent unserer Probleme gibt es in dieser Region, sagte der UNO-Koordinator der Hilfseinsätze, Jan Egeland, in New York.

Hilfsgüter stapeln sich

Auf den Flughäfen der Provinz Aceh stapeln sich die Hilfsgüter, sie kommen aber nicht zu den Bedürftigen. Die gesamte Region sei derart verwüstet, dass es kaum möglich sei, auf dem Landweg oder mit normalen Flugzeugen zu den Betroffenen vorzudringen, erklärte eine Sprecherin des Roten Halbmonds. Mehr als 270 000 Menschen leben in der Provinz in provisorischen Auffanglagern.

Gemäss UNO-Angaben müssen insgesamt 1,8 Millionen Menschen in den Katastrophengebieten mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Bisher haben die Vereinten Nationen Spenden in Rekordhöhe von 1,5 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Franken) gesammelt.

Grosse Erwartungen an Krisengipfel

Grosse Hoffnungen setzen die Helfer auf den Krisengipfel am Donnerstag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Neben den wichtigsten Hilfsorganisationen wollen auch viele Staats- und Regierungschefs an der Geberkonferenz teilnehmen.

Die Schweiz ist am Krisengipfel nicht dabei, wohl aber an späteren Konferenzen in New York und Genf. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono kündigte an, dass sein Land gemeinsam mit anderen Staaten in der Region ein Frühwarnsystem für Naturkatastrophen einrichten wolle.

Opferzahl steigt weiter

Die Gesamtzahl der Opfer der Flutkatastrophe stieg derweil auf 144 000. Nach neuesten Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums kamen auf Sumatra mehr als 94 000 Menschen ums Leben. Das sind 14 000 mehr als zunächst bekannt.

Sri Lanka meldete über 30 000 Tote, Indien mehr als 15 000 und Thailand über 5000. Tausende gelten weiterhin als vermisst, darunter unzählige ausländische Touristen. Allein die USA vermissen bis zu 5000 ihrer Landsleute.

(sl/sda)

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