Hugues Ansermoz: Erste Medaillen dank Lara Gut
publiziert: Dienstag, 10. Feb 2009 / 21:31 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Feb 2009 / 10:28 Uhr

Hugues Ansermoz, der Cheftrainer der Schweizer Frauen, durfte sich in Val d´Isère über «seine» ersten Medaillen freuen. Der einzige Negativ-Punkt: Das Team Schweiz war eigentlich nur ein Team Gut. Werner Eisenring sprach mit dem Westschweizer.

Cheftrainer Hugues Ansermoz: «Wir haben noch viele Ziele.»
Cheftrainer Hugues Ansermoz: «Wir haben noch viele Ziele.»
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Hugues Ansermoz, Sie sind im dritten Jahr Cheftrainer der Schweizer Frauen und dürfen nun an Ihren zweiten WM die ersten Medaillen feiern. Sind Sie erleichtert?

Hugues Ansermoz: Das ist schon eine ganz beruhigende Situation. Wir hatten bereits den ganzen Winter viele Erfolge, deshalb ist es wichtig, auch an den Weltmeisterschaften gut abzuschneiden. Unser Ziel war mindestens eine Medaille, jetzt haben wir dank Lara Gut zwei.

Das Team Schweiz war aber in den ersten drei Frauen-Rennen fast ausschliesslich ein Team Gut.

Hugues Ansermoz: Es gab sicher Enttäuschungen, keine Frage. Dominique Gisin, Fabienne Suter oder Andrea Dettling standen alle in diesem Winter schon auf dem Podest und konnten hier die Erwartungen alle nicht erfüllen. Im Weltcup jedoch haben sie schon einige Male gezeigt, dass auch ohne Lara Gut sehr gute Resultate möglich sind. Aber die Saison geht weiter. Wir haben noch viele Ziele.

Lara Gut hat in Ihrer Mannschaft einen Sonderstatus, mit eigenem Team und Privattrainer. Haben Sie nicht Angst, dass dadurch bei den anderen Fahrerinnen Neid oder Missgunst aufkommt?

Hugues Ansermoz: Was Lara Gut macht, könnte grundsätzlich auch eine andere tun. Ihr Team finanziert alles selbst, und in der Vorbereitung gehen sie ihren eigenen Weg. Wir arbeiten nur im Winter zusammen. Letzes Jahr, als sie ganz neu gekommen war, hat es einige Probleme gegeben. Wir versuchten ihr genügend Freiheit zu geben. Da war es ganz schwierig. Da haben sich einige Mädchen beklagt, dass Lara mehr darf als andere. Dieses Jahr war alles viel ruhiger. Lara braucht die Mannschaft, das sagt auch ihr Trainer Mauro Pini.

Nun hat Lara Gut in Val d´Isère aber alles überstrahlt.

Hugues Ansermoz: Das ist so. Die Differenz zu den anderen war zu gross. Ein solch aussergewöhnliches Talent wie Lara Gut im Team zu haben, ist natürlich sehr wertvoll. Eine wie sie zieht gewöhnlich die ganze Mannschaft mit. Das war in der ganzen bisherigen Saison so. In der WM-Abfahrt jedoch hat sie mit ihrer unglaublichen Leistung die anderen mehr blockiert als motiviert.

Insbesondere auf Dominique Gisin trifft das zu.

Hugues Ansermoz: Für sie war es ganz hart. Sie kam hierher als zweifache Siegerin, die Erwartungen waren dementsprechend gross. Die Abfahrt hier ging aber eher in Richtung Super-G, und so hat sie schnell gespürt, dass es schwer werden würde. Insgesamt hat sie nur zwei Trainingsläufe fahren können, weshalb wir auch diskutiert haben, sie in der Kombi-Abfahrt einzusetzen. Aber auch mit einem Lauf mehr hätte sie auf dieser Piste kaum den Schritt machen können, um aufs Podest zu kommen.

Es kommen wieder andere Strecken...

Hugues Ansermoz: Genau. Für Dominique Gisin steht aber in Tarvisio wieder ein spezielles Rennen an. Dort hat sie sich schwer verletzt vor zwei Jahren. Deshalb wird auch ihr Vater sie begleiten.

Und in einem Jahr stehen die Olympischen Spiele auf dem Programm.

Hugues Ansermoz: Dort wird vieles wieder anders aussehen. Die Pisten in Whistler sind nicht zu vergleichen mit denen von Val d´Isère. Es wird wieder lange Kurven geben oder Gleitpassagen.

(fest/Si)

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