Irak

ISIS-Extremisten exekutieren 21 Menschen

publiziert: Sonntag, 22. Jun 2014 / 09:52 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Jun 2014 / 22:06 Uhr
Sunnitische Terrorgruppen wie Isis kämpfen gegen Schiiten, die sie als «Abweichler» von der wahren Lehre des Islams ansehen. (Symbolbild)
Sunnitische Terrorgruppen wie Isis kämpfen gegen Schiiten, die sie als «Abweichler» von der wahren Lehre des Islams ansehen. (Symbolbild)

Bagdad - Dschihadisten haben in zwei westirakischen Städten 21 Menschen hingerichtet. Das wurde am Sonntag von Offizieren und Ärzten mitgeteilt. Bei den Getöteten handelte es sich den Angaben zufolge um Repräsentanten der bisherigen Autoritäten.

11 Meldungen im Zusammenhang

Die Exekutionen erfolgten am Wochenende in den Städten Rawa und Ana, die von Kämpfern der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIS) gestürmt worden waren. Die irakische Armee hatte sich nach eigenen Angaben aus «taktischen» Gründen von den Ortschaften zurückgezogen.

Mit der Eroberung der Städte Rawa, Ana sowie Al-Kaim und Husseiba hat die ISIS ihre Machtposition im Westen des Iraks gefestigt. Die sunnitische Dschihadisten-Miliz kontrolliert nun grosse Gebiete beiderseits der syrisch-irakischen Grenze.

Durch die Einnahme des Grenzpostens Al-Kaim kann die Gruppierung nunmehr unbehindert ihre Kämpfer im Irak und Syrien mit Waffen versorgen. Die Dschihadisten streben die Errichtung eines Gottesstaates vom Irak bis zum Mittelmeer an.

Wichtige syrische Städte erobert

Die ISIS eroberte nach Angaben der syrischen Opposition auch drei strategisch wichtige syrische Städte im Grenzgebiet. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft die ISIS gegen Regierungstruppen sowie gegen andere Dschihadisten-Gruppen.

Kampfflugzeuge der syrischen Luftwaffe bombardierten am Samstag ISIS-Stellungen an der Grenze. Allein 16 Menschen kamen bei einem Angriff auf die Ortschaft Muhassan ums Leben. Die Stammesältesten des Ortes hatten sich am Vortag ISIS angeschlossen.

Im Irak ist ISIS in den vergangenen Tagen nach einer Blitzoffensive ins Umland von Bagdad vorgestossen. Die Miliz kontrolliert bereits die grösste Stadt des Nordens des Irak, Mossul. Ihre Kämpfer griffen auch die nördlich von Tikrit gelegene Stadt Al-Alam an. Das Staatsfernsehen berichtete von 40 getöteten ISIS-Kämpfern.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht die schiitische Regierung derweil, den Widerstand zu organisieren. Am Samstag paradierten Tausende Freiwillige in Tarnanzügen durch das Slumviertel Sadr.

Wie im benachbarten Syrien regt sich auch im Irak unter den Sunniten Widerstand gegen die ISIS. In Hawidscha südwestlich von Kirkuk kam es nach Stammesangaben zu Gefechten mit der Nakschbandi-Armee, einem Zusammenschluss früherer Armeeoffiziere und Anhänger der Baath-Partei des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Dabei seien mindestens zehn Menschen getötet worden.

Kerry berät mit Verbündeten

Angesichts des Vormarsches der Dschihadisten im Irak schalten sich die USA verstärkt in den Konflikt ein. US-Aussenminister John Kerry startete am Sonntag eine Initiative, die ihn von Kairo über Amman auch zur NATO in Brüssel führen wird. Auch in den Irak will Kerry reisen.

Kerry wolle mit den «Partnern und Verbündeten» darüber beraten, wie Sicherheit, Stabilität und die Bildung einer Einheitsregierung im Irak unterstützt werden könnten, sagte seine Sprecherin Jen Psaki. Die USA boten die Entsendung von 300 Sondereinsatzkräften zur Beratung der irakischen Regierung bei der Rückeroberung der von ISIS eroberten Gebiete an.

Iran gegen US-Einmischung

Das geistliche Oberhaupt im schiitischen Iran, Ajatollah Chamenei, sprach sich nachdrücklich gegen eine Intervention der USA im Nachbarland aus.

Die Iraker seien selbst in der Lage, die Gewalt zu stoppen, sagte Chamenei am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Irna. Der Konflikt sei kein religiöser, sondern werde zwischen denjenigen ausgetragen, die den Irak an der Seite der USA sehen wollten und denjenigen, die sich für die irakische Unabhängigkeit einsetzten.

(asu/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Unter der Deckung von ... mehr lesen 1
US-Aussenminister John Kerry. (Archivbild)
Kairo - US-Aussenminister John Kerry ... mehr lesen
Bagdad - Der Vormarsch der sunnitischen ISIS-Miliz im Irak hat nach Schätzungen ... mehr lesen 1
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki weigert sich, eine neue Einheitsregierung zu bilden.(Archivbild)
Vom 5. bis zum 22. Juni habe es mindestens 1075 Todesopfer gegeben.(Symbolbild)
Genf - Der Verwaltungschef der ... mehr lesen
Bagdad - Die Organisation Islamischer ... mehr lesen 1
Die Dschihadisten hatten sich in den vergangenen Tagen schwere Gefechte mit den Regierungstruppen geliefert.(Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Fahrzeug des Typs Humvee.
Beirut - Die Islamisten der Dschihadistengruppe ISIS setzt in Syrien nach Angaben von Beobachtern im Irak erobertes Militärmaterial im Kampf gegen die syrische Armee. Darunter ... mehr lesen
Washington - Nach dem Beschluss ... mehr lesen 1
Obama will die 300 beratenden Soldaten ohne Zustimmung vom Kongress in den Irak schicken.
Bagdad - Iraks oberster schiitischer Geistlicher, Grossayatollah Ali al-Sistani, hat am Freitag die Bildung einer neuen Regierung gefordert, die auch Sunniten und Kurden einbezieht. Gebraucht werde eine effiziente Regierung, die auf nationaler Ebene akzeptiert wird und die Fehler der Vergangenheit vermeidet. mehr lesen 
Die Islamistengruppe ISIS habe den Komplex Al-Muthanna besetzt, erklärte Jen Psaki.(Archivbild)
Washington - Die Dschihadisten im Irak haben nach Angaben der US-Regierung die einstige Chemiewaffenfabrik besetzt, in welcher der frühere Machthaber Saddam Hussein Giftgase herstellen ... mehr lesen 1
Washington - Die USA sind bereit, im ... mehr lesen
Nach einem Treffen mit Top-Sicherheitsberatern im Weissen Haus äusserte sich Obama zu der momentanen Situation. (Archivbild)
Barack Obama will den Irak im Kampf gegen die ISIS unterstützen.
Washington - Die USA ist bereit, dem Irak im Kampf gegen den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) beizustehen. Das sagte US-Vizepräsident Joe Biden am ... mehr lesen
Die...
USA und Russland wären gut beraten, zusammen mit der Türkei und Israel eine Allianz zu schmieden. Was zukünftig in Saudi Arabien und Katar geschehen wird, ist völlig unklar. Die dortigen Risiken bezüglich einer Explosion dürften jedoch sehr hoch sein. Diese Länder sind bis ins Mark hochproblematisch. Die bei einem Zusammenbruch dieser Länder entstehenden Kollateralschäden werden unabsehbar sein. Hier läuft bereits ein Prozess, der nicht mehr aufzuhalten ist.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
KI wird in Zukunft gross im Militär eingesetzt werden.
KI wird in Zukunft gross im Militär eingesetzt ...
Forscher aus den USA haben GPT-4 in einem Kriegsspiel zur Planung von Gefechten eingesetzt. Dabei schnitt das Modell besser ab als bisher veröffentlichte militärische Künstliche Intelligenzen. Das berichtet heise.de. mehr lesen 
Nach Berichten aus den USA plant SpaceX den Bau eines neuen Satellitennetzwerks für einen US-Geheimdienst. Dieses Netzwerk namens «Starshield» soll die gesamte Erdoberfläche überwachen. mehr lesen
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche Überwachung der Erdoberfläche, insbesondere für militärische Zwecke.
Obwohl künstliche Intelligenz komplexe Probleme lösen kann, hat sie auch ihre Grenzen. In einem virtuellen Test des US-Militärs mit KI-gesteuerten Drohnen sollen laut einem Bericht des britischen Guardian unerwartete und tödliche Folgen aufgetreten sein. Es wird behauptet, dass die Drohne jeden attackierte, der sich einmischte. mehr lesen  
Das neue Material kann nicht nur den Aufprall von Basaltpartikeln und grösseren Aluminiumsplittern absorbieren, sondern diese Geschosse auch nach dem Aufprall konservieren. (Symbolbild)
SynBio-Material TSAM besteht aus Proteinen  Ein Team aus Kent unter der Leitung der Professoren Ben Goult und Jen Hiscock hat ein bahnbrechendes neues stossdämpfendes Material entwickelt und ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 11°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 13°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 7°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 9°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 10°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 12°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten