Im Kunstmuseum Winterthur ist Félix Vallotton erstmals als Zeichner zu entdecken
publiziert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 15:18 Uhr

Die Ausstellung umfasst 130 Blätter und vermittelt einen faszinierenden Einblick in das eigenständige, zeichnerische Oeuvre von Félix Vallotton (1865-1925).

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Kunstmuseum Winterthur
Félix Vallotton: Zeichnungen ist eine gemeinsame Produktion des Kunstmuseums Solothurn und des Kunstmuseums Winterthur.
www.kmw.ch

Félix Vallotton (1865-1925) ist in den vergangenen Jahren mit umfassenden Ausstellungen geehrt worden. Dabei standen die Malerei, zuweilen auch die berühmten Holzschnitte im Zentrum. Vallottons Zeichnungen dagegen wurden nur selten gezeigt und wenn, dann meist nur die Vorstudien für Illustrationen oder für druckgraphische Blätter.

Der Künstler selbst verstand sein zeichnerisches Schaffen jedoch durchaus als eigenständige Ausdrucksform und stellte es sogar noch über seine Bilder. Erstmals ist eine Ausstellung ausschliesslich Vallottons Zeichnungen gewidmet. Anhand von 130 Blättern - darunter auch Aquarelle und Pastelle -, von denen viele noch unpubliziert sind, werden alle Facetten von Vallottons zeichnerischem Werk präsentiert - eine Entdeckung für die Schweizer Kunstgeschichte.

Im realistischen Stil seiner Jugend zeichnete Vallotton in den 1880er Jahren vorerst im Familienkreis. In die Ausbildungszeit fallen gezeichnete Kopien nach Werken alter Meister. Eindringlich sind die Selbstporträts des jungen Künstlers; die realistischen Darstellungen von befreundeten Pariser Künstlern und Literaten zeigen ihn bereits auf der Höhe seines Könnens. Mit den Vorzeichnungen zu Holzschnitten und Illustrationen trat Vallotton in den 1890er Jahren als formaler Neuerer ebenso wie als sarkastischer Beobachter des zeitgenössischen Lebens hervor.

Ein zentrales Thema von Vallottons Malerei ist der Akt. Die zahlreichen Zeichnungen von Modellen lassen eine reiche Typologie von Kauern, Liegen, Stehen und Sitzen sowie eine Vielzahl von Perspektiven erkennen, aus denen sich der Zeichner dem menschlichen Körper nähert. Neben fein ausgearbeiteten Bleistiftzeichnungen, die seine Verehrung für Ingres ahnen lassen, stehen expressive Kreide-Blätter, in denen der Künstler schnell und sicher Formen und Gebärden erfasst. Bemerkenswert ist eine Gruppe lavierter Tuschen; neben der handwerklichen Meisterschaft fällt der stimmungsvolle Einsatz von Licht und Schatten auf.

Landschaftliche Motive finden sich über das ganze Schaffen verteilt, sowohl Veduten wie einzelne Motive, die Vallotton besonders anzogen, etwa einzelne Bäume oder der Blick ins Unterholz. Intensiv widmete sich Vallotton der Zeichnung während Ferienaufenthalten auf Guernsey (1907), in Dax (1917) und Cagnes (1920-21). Im Unterschied zur linearen Schärfe, mit der er Brücke und Alleen von Dax wiedergab, setzte Vallotton die Ansichten des mediterranen Cagnes in der malerisch weichen Technik «à l'estompe» um. Die Kreide wählte er auch für eine Reihe später Stilleben mit Blumen und Früchten, welche die Ausstellung abrunden.

Félix Vallotton: Zeichnungen ist eine gemeinsame Produktion des Kunstmuseums Solothurn und des Kunstmuseums Winterthur.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Aufsätzen von Marina Ducrey, Marc Fehlmann, Dominique Radrizzani, Dieter Schwarz und Christoph Vögele. Festeinband, 224 Seiten, 154 farbige und 29 s/w Abbildungen. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Verlag Scheidegger & Spiess. Der Katalog ist auch in einer französischen Ausgabe erhältlich.

(Mélanie Moser/news.ch)

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