Vierter im Bunde: Das HTC Desire S im Test
Im Test: Android-Smartphone HTC Desire S
publiziert: Sonntag, 17. Apr 2011 / 22:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Apr 2011 / 07:46 Uhr
Nicht besser als das HTC-Vorgängermodell Desire HD, trotzdem Oberklasse: Das Desire S.
Nicht besser als das HTC-Vorgängermodell Desire HD, trotzdem Oberklasse: Das Desire S.

HTC legt eine Überarbeitung des Erfolgshandys Desire vor: Das HTC Desire S.

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«Schuld» ist Nokia. Bereits in den neunziger Jahren war die Produktphilosophie der Finnen so ausgelegt, dass man zu Erfolgsmodellen kurzerhand Nachfolger auf dem Markt brachte. Die hatten allerdings oftmals mehr den Charakter eines Updates, was sich auch an der schlichten Namensänderung zeigte. So wurde beispielsweise aus dem Nokia 6310 bereits ein paar Monate später das 6310i, das als eines der erfolgreichsten Business-Mobiltelefone der Finnen in die Geschichte einging. Um es aber gleich vorweg zu nehmen: Ein blosses Upgrade vom HTC Desire ist die neue S-Klasse nicht, denn dafür steckt zu viel mehr an PS unter der Haube.

Metall aus einem Guss

Der optische Unterschied gegenüber dem Desire HD fällt nicht so gross aus, wie gegenüber dem Ur-Desire. Auch das Desire S weist auf der Frontseite keine physische Taste mehr auf, und auf den Trackball wurde ebenfalls komplett verzichtet. Im Zusammenspiel mit der bis zum Rand eben abschliessenden Displayverglasung hat das Desire S einen optisch elegant-schlichten Auftritt. Zu kritisieren ist dabei allerdings die optische Beliebigkeit, da dieses Designkonzept zu Verwechslungen führen kann, vor allem mit dem Modell HTC Legend.

Sehr überzeugend ist der Materialeinsatz. Das HTC Desire S besteht wie das HTC Legend zum Grossteil aus einem Metallrahmen aus einem Guss, der den insgesamt hochwertigen optischen Auftritt zusätzlich unterstreicht. Nur auf der Rückseite wird der Aluminiumblock durch zwei gummierte Hartplastik-Partien unterbrochen. Der untere Block lässt sich entfernen und gibt so den Zugang zum SIM-Karten- und microSD-Speicherkarten-Slot frei. Klingt nach einer eleganten Lösung, die aber in der Praxis mit viel Krafteinsatz und Geduld verbunden ist.

Rein äusserlich hat sich am Display gegenüber dem Desire HD nur dezent etwas an der Grösse verändert - es ist etwas kleiner geraten. Doch das Datenblatt verrät, dass statt AMOLED- die SuperLCD-Technologie eingesetzt wird. Um einen qualitativen Unterschied zu erkennen, muss man schon genauer hinsehen. Unter dem Strich ist das AMOLED-Display ein Hauch leuchtintensiver und heller, was aber im Alltag nicht weiter auffällt. Insgesamt ist die Darstellungsqualität farbintensiv, klar und dank 800 mal 480 Pixel hochauflösend. Eine also insgesamt der Preisliga angemessene Leistung.

Feine Details

Bei einem Smartphone, das im Internet ab 410 Franken gehandelt wird, kommt es beim Komfort vor allem auf die Details an, denn Funktionen wie Bluetooth, GPS-Empfänger samt Google Maps Navigation oder die grundlegenden Business-Funktionen, inklusive der Bearbeitungsmöglichkeit von Office-Dateien, sind in dieser Preisklasse obligat. Die Finessen können sich absolut sehen lassen. So werden Daten beispielsweise mit der derzeit maximalen mobilen Bandbreite transportiert: WLAN-n, HSPA mit maximal 14,4 MBit/s im Download und bis zu 5,76 MBit/s bei Uploads. Die Werte sind zwar eher theoretischer Natur, doch ist es für den Käufer beruhigend, dass das Desire S in diesem Sektor perspektivisch aufgestellt ist.

Gibt es etwas Neues gegenüber dem Ur-Desire? Ja, eine Frontkamera für Videotelefonie mit VGA-Auflösung. Das ist zwar nichts spektakuläres, doch da Apple Videotelefonate mit FaceTime wieder populärer gemacht hat, möchte HTC offensichtlich diesen Zug nicht verpassen, denn Skype ist bereits vorinstalliert. Netter Gag: Mit der Spiegel-Funktion kann man sich per Frontkamera schnörkellos selbst betrachten. Die 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Licht leistet im Praxistest einen mittelprächtigen Dienst. Fotos werden angenehm flott und mit einer guten Farbnatürlichkeit eingefangen - auch in geschlossenen Räumen. Leider sind aber gerade ab halber Distanz die Fotos häufig etwas unscharf. Erfreulich leicht lassen sich auch Videos in guter Qualität in HD-Auflösung festhalten, was natürlich entsprechend viel Speicherplatz frisst.

Gut daher, dass bereits eine 8-GB-microSD-Speicherkarte zum Lieferumfang gehört und dass HTC den internen Speicher gegenüber dem Desire auf 1,1 Gigabyte verdoppelt hat. Musikalisch hat das Desire S auch einiges zu bieten. Der «Music Player» ist gut ausgestattet, der beigelegte Kopfhörer recht hochwertig, der 3,5-Millimeter-Klinkestecker schafft Flexibilität und auch das UKW-Radio sorgt für Kurzweil.

Mehr Leistung, schlechte Sprachqualität

Android 2.3 und das neueste Sense-UI sind bei HTC ein kongeniales Team - noch. Denn laut Google sollen ab Android 3.0 keine UIs mehr über das System installiert werden. Das wäre schade. Zum einen sieht Sense viel charmanter und lebendiger aus, zum anderen sorgt es im Zusammenspiel mit Android für ein Maximum an Flexibilität und Personalisierungsmöglichkeiten. Allein die sieben Startbildschirme ermöglichen es, einmal nach eigenen Bedürfnissen eingerichtet, dass man nicht mehr in das ellenlange und schnörkellose Hauptmenü abtauchen muss. Hinzukommen zahlreiche «Shortcuts» mit den man stets die Übersicht hat, was gerade passiert oder welche Funktionen man am häufigsten benutzt hat.

Der Nutzer sollte sich ausserdem ruhig einmal die Zeit nehmen, auf jedes Fenster den Finger kurz und lange gedrückt zu halten. Fast immer öffnet sich dann ein hilfreiches Untermenü mit passenden Funktionen. Ein Einsteiger dürfte sich angesichts dieses (Über-)Angebotes an Personalisierungsmöglichkeiten zwar anfangs etwas überfordert fühlen, doch wenn man sich die Zeit nimmt, ist das Desire S nach ein paar Tagen ein vertrauter Sekretär.

Auch Texteingaben über die virtuelle Volltastatur gehen sehr leicht von der Hand. Durch die intelligente Eingabehilfe Swift werden zudem stets sinnvolle Wortvorschläge unterbreitet, was die Eingabegeschwindigkeit zusätzlich beschleunigt. Auch das Surfen im Internet klappt einwandfrei. Der Seitenaufbau ist flott und der Fingerspreiz-Zoom funktioniert fast so flüssig wie auf dem iPhone 4. Und das hat auch einen Grund.

Mehr Power

Ein 1 GHz schneller 8255-Snapdragon-Prozessor von Qualcomm sorgt unter der Metallhaube, dass auch anspruchsvollere Anwendungen reibungslos laufen. Im Alltag treten tatsächlich keine nennenswerten Wartezeiten auf. Programme öffnen sich sofort, das kinetische Scrolling ist äusserst flüssig und auch Multitasking ist wie bereits erwähnt kein Problem. Etwas problematisch wird es allerdings für den Akku, wenn man unterwegs das Multimedia-Potpourri intensiver nutzt. In mehreren Testzyklen waren vier volle Tage Rufbereitschaft das Maximum, wenn man Schnittstellen wie etwa WLAN aktiviert hat. Im Zweifelsfall sollte daher über das Wochenende das Netzteil stets dabei sein.

Problematisch ist die Sprachqualität. Sicherlich unterliegen Verbindungen im Allgemeinen qualitativen Schwankungen, doch nicht gerade selten scheppern die Stimmen und die Verständigung leidet im Allgemeinen unter einer zu geringen Lautstärke. Im Zusammenspiel mit Umgebungsgeräuschen fiel daher der Satz «Ich habe Sie nicht verstanden» des Öfteren. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass während der Testphase ein langer Empfangsbalken beileibe nicht die Regel ist. Gerade durch den Metallkorpus scheint das Desire S nicht der pflichtbewussteste Funker zu sein, was in ländlichen Gebieten problematisch sein könnte.

Fazit

HTCs langjähriges Smartphone Know How stecken selbst für Laien unverkennbar in dem mittlerweile vierten Desire-Modell. Die Ausstattung ist entsprechend breit aufgestellt und überzeugt auch bei Detailfragen. Auch im Bereich Leistung, Verarbeitungsqualität und Handhabungskonzept agiert das HTC Desire S in allen Belangen souverän in der obersten Liga. Es ist daher umso ärgerlicher, dass das Desire S bei den Messwerten schwächelt. Insbesondere die teilweise ziemlich mässige Sprachqualität stört im Alltag. Da es gegenüber dem Desire HD Modell ohnehin zu wenige qualitative Unterschiede gibt, ist diese Desire-Variante unter dem Strich sogar schlechter als das Schwestermodell.

Die Einzelnoten im Handy-Test: (CH-Notensystem 1-6)
Technische Ausstattung: 6
Bedienung, Handling, Software: 5
Hardware, Verarbeitung, Material: 6
Basis-Feature des Smartphones: 3
Subjektiver Eindruck: 5
Gesamtnote: 2

(Ulf Schneider/teltarif.ch)

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