Notsituation

Immer mehr Kinderarbeit bei Flüchtlingen im Libanon

publiziert: Samstag, 21. Sep 2013 / 09:40 Uhr
Syrische Flüchtlingskinder haben keine Zeit für die Schule.
Syrische Flüchtlingskinder haben keine Zeit für die Schule.

Beirut - Im Libanon gibt es den Vereinten Nationen zufolge immer mehr Kinderarbeit unter syrischen Flüchtlingen. Die Kinder müssten Geld verdienen, damit sich ihre Familien mit dem Nötigsten versorgen könnten, sagte die zuständige Unicef-Direktorin Maria Calivis.

5 Meldungen im Zusammenhang
Daher gingen auch nur 100'000 der 400'000 registrierten syrischen Flüchtlingskinder in öffentliche Schulen. Unicef organisiere zwar auch Unterricht für die anderen Kinder in provisorischen Zeltstädten.

Das sei im Libanon aber schwierig, weil das Land keine offiziellen Camps dulde. «Wir müssen jeden Abend die Zelte wieder abbauen und am nächsten Morgen bauen wir sie wieder auf», sagte Calivis. «Das geht so an 365 Tagen im Jahr: Zeltabbau, Zeltaufbau. Für 300'000 Flüchtlings-Schüler.»

Da der Libanon kein Versorgungsnetz für Flüchtlinge anbiete, müssten sich viele Familien selbst um Essen, Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf kümmern. Oft sei aber der Mann als Oberhaupt der Familie nicht dabei, weil er in Syrien geblieben oder gestorben sei.

Das erhöhe den Druck auf die Kinder, zu arbeiten. Viele würden als fliegende Händler Essen oder Spielzeug verkaufen, was man auch am alltäglichen Strassenbild sehe. Sie verdienten dabei nur zwei, selten mehr als fünf Dollar am Tag.

Grosse Belastung für den Libanon

Den Vereinten Nationen zufolge sind in dem seit zweieinhalb Jahren tobenden Bürgerkrieg mehr als 100'000 Menschen getötet worden. Zwei Millionen Syrer sind geflüchtet, die Hälfte davon Kinder. 750'000 der Flüchtlinge sind der UNO zufolge im Libanon. Die UNO schätzt, dass ihre Zahl bis Januar auf 1,3 Millionen ansteigt und Ende 2014 bei 1,6 Millionen liegen wird.

Für den Libanon ist das eine extreme Belastung, das Land hat selbst nur etwa 4,5 Millionen Einwohner. Flüchtlingscamps sind formell nicht erlaubt, weil das Land schlechte Erfahrungen damit während seines eigenen Bürgerkriegs 1975 bis 1990 gemacht hat. Damals waren palästinensische Flüchtlingscamps von Militanten unterwandert worden.

Unicef fehlt Geld für Projekte

Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef kümmert sich nach eigenen Angaben im Libanon derzeit vor allem um die Schulbildung und verbesserte Hygienebedingungen. Die Projekte seien aber bislang nur zur Hälfte finanziert, sagte Calivis. Allein bis zum Ende dieses Jahres fehlten noch rund 80 Millionen Dollar.

(fajd/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Immer mehr Kinder unter ... mehr lesen
Syrische Kinder müssen oft hart arbeiten.
Evo Morales musste in seiner Kindheit arbeiten.
La Paz - Er war einst selbst ein ... mehr lesen
Genf/Berlin - Elf Prozent aller Kinder ... mehr lesen
Prozentual ist der Anteil der Kinderarbeiter in Afrika südlich der Sahara am höchsten.
Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind bereits zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen.
Genf - Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind bereits zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen. Jeden Tag verlassen nahezu 5000 Syrer ihre Heimat, um vor allem in den Nachbarstaaten ... mehr lesen
Syrische Flüchtlinge in Deutschland
Man mache Krieg, vertreibe Menschen und destabilisiere den nahen Osten und Europa.

Ich weigere mich zu antworten. Selbst nachforschen.

http://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-75-syrische-F...

http://www.taz.de/!124353/
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet.
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine ...
Verbände Schon früh hat der sgv vor den finanziellen Folgen einer 13. AHV-Rente gewarnt. Die Finanzierungsvorschläge des Bundesrates, die eine Anhebung der Lohnprozente vorsahen, werden vom Verband als inakzeptabel bezeichnet. Der sgv spricht sich stattdessen für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet. mehr lesen  
SMON-Opfer, Demonstration gegen Ciba Geigy, Basel 1977.
Fotografie Noch bis zum 16. Juni in der Galerie BelleVue Basel  Die Ausstellung im BelleVue/Basel präsentiert eine spannende fotografische Reise von den turbulenten 1970er-Jahren ... mehr lesen  
In einer Zeit, in der Veränderungen in unseren Städten in einem beispiellosen Tempo voranschreiten, haben Forscher einen innovativen Ansatz gefunden, um die visuellen Spuren ... mehr lesen  
Obwohl man weiss, dass Gentrifizierung oft zu Vertreibungen führt, ist der Zusammenhang nicht immer klar.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 5°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Basel 6°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 5°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 4°C 8°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 6°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 6°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten