Immer mehr Schaden durch Kriminelle

publiziert: Donnerstag, 16. Dez 2004 / 12:09 Uhr

Die Angriffe im Internet durch Viren, Würmer und andere Schädlinge haben in diesem Jahr erneut Rekorde aufgestellt. Allein die Zahl neuer Viren ist im Jahr 2004 um 51,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wie der Viren-Spezialist Sophos berichtet.

Das Internet ist besonders attraktiv für dubiose Geschäftsmacher.
Das Internet ist besonders attraktiv für dubiose Geschäftsmacher.
2 Meldungen im Zusammenhang
Doch inzwischen befürchten Experten eine völlig neue Form der Bedrohung, die die Internet-Nutzer künftig teuer zu stehen kommen könnte. Experten erwarten, dass sich sowohl Methoden als auch Ziele künftiger Angreifer im Internet in den kommenden Jahren dramatisch verändern werden.

Mit professionell eingesetzten Spionage-Programmen und Verteilersystemen für Spam-Mails gehen organisierte Banden immer erfolgreicher im weltweiten Datennetz auf Raubzug. "Die Zeiten, in denen die 14- bis 18-jährigen Teenager die Viren in Umlauf bringen, sind endgültig vorbei", sagt Eugene Kaspersky, Chef des russischen Anti-Viren-Spezialisten Kaspersky Lab.

Hat bislang der zweifelhafte Enthusiasmus vor allem jugendlicher Programmierer Internet-Nutzer in aller Welt in Atem gehalten, entdecken inzwischen mehr und mehr Kriminelle entsprechende Schadprogramme für sich.

Schutzgelderpressung im Internet

Entsprechende Diebstahl-Attacken, mit denen sich die "Bad Boys" zu bereichern versuchen, machten inzwischen fast 90 Prozent der Angriffe aus, sagt Kaspersky. Eine Zunahme solcher Raubzüge bestätigt auch der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer.

Im Internet könne man Geld machen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. "Es gibt natürlich immer noch Spinner, die das aus reinem Spass machen." Möglicherweise sei der Anstieg mit 90 Prozent zu hoch angesetzt. "Aber die Tendenz stimmt."

Eine neue Form der Internet-Kriminalität seien zum Beispiel simple Schutzgelderpressungen, sagte Kaspersky. Die Drohung, einen Angriff auf den Firmen-Server zu starten, reiche häufig aus, um einen Unternehmer zur Zahlung zu bewegen. Zuletzt hatten auch so genannte Phishing-Attacken immer häufiger für Schlagzeilen gesorgt.

Dabei werden ahnungslose Nutzer über E-Mails auf zum Teil professionell gefälschte Web-Sites etwa von Banken gelotst und aufgefordert, dort ihre persönlichen Daten wie PIN- oder Konto-Nummern zu bestätigen. Mit den abgefangenen Daten versuchen die Räuber dann, die entsprechenden Konten abzuräumen.

Mix verschiedener Angriffsmethoden

Angriffe wie die der Internet-Würmer Sasser, Netsky und MyDoom, bei denen weltweit Millionen von Rechnern infiziert wurden, wird es nach Einschätzung vieler Experten künftig vermutlich immer weniger geben. Denn gezielte, räuberische Attacken können bereits "erfolgreich" sein, wenn sie nur wenige tausend PCs ins Visier nehmen.

"Heute reicht es längst nicht mehr, nur über Viren zu sprechen", sagt Natalya Kaspersky, Geschäftsführerin des Anti-Viren-Spezialisten. Die "modernen" Angriffe nutzten mehr und mehr einen ganzen Cocktail aus verschiedenen Angriffsmethoden. Unerwünschte E-Mails (Spam) werden inzwischen mit Hilfe von Trojanern, Hintertür-Programmen und Würmern rund um den Globus verschickt. Und die Software wird immer intelligenter, kann sich selbst verändern und untereinander kommunizieren.

Eine grosse Gefahr geht nach Meinung der Experten derzeit von modernen Spionage-Werkzeugen wie etwa Anzeigen-Software, so genannter Adware, aus. "Der normale Nutzer kann oft gar nicht ermessen, was damit alles möglich ist", sagt Fischer. Dabei handelt es sich um Programme, die auch für werbefinanzierte, kostenlose Software genutzt werden.

Der Kunde erklärt sich dabei bereit, dass bestimmte Daten von ihm zum Beispiel für die Platzierung kontextbezogener Werbung erhoben werden. Die dahinter stehenden Programme seien jedoch äusserst aggressiv, sagt Fischer. Prinzipiell lassen sich damit die Bewegungen eines Nutzers im Internet nachverfolgen und Gewohnheiten analysieren, was Betrügereien aller Art ermöglichen könnte. "Da kann man ganze Horrorszenarien entwerfen."

(rp/teltarif.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Das Sasser-Virus brachte weltweit User zur Verzweiflung.
Verden - Der 19-jährige deutsche ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gemeinsam, nicht einsam.
Gemeinsam, nicht einsam.
Publinews Einsamkeit ist keine Frage des Alters. Ohne soziale Kontakte kann das Leben zur Herausforderung werden, da der Mensch im Grunde ein soziales Wesen ist. Zwischenmenschliche Beziehungen bereichern den Alltag. Freundschaft, Liebe und Geborgenheit funktionieren jedoch nur im Austausch mit anderen. mehr lesen  
Moderne Fahrzeuge haben eine Vielzahl von elektronischen Systemen, die miteinander vernetzt sind. Da diese Systeme durch Cyberangriffe gefährdet sind, ... mehr lesen  
Mehr Sicherheit in Fahrzeugsystemen mit dem CANsec Controller IP-Core CAN-SEC des Fraunhofer IPMS.
Sichere Kommunikation mit Lichtteilchen  Quantencomputer bieten viele neuartige Möglichkeiten, bedrohen aber auch die Sicherheit des Internets: Denn die Superrechner machen gängige Verschlüsselungsverfahren angreifbar. Auf Grundlage der sogenannten Quantenschlüsselverteilung haben Forschende der TU Darmstadt ein neuartiges, abhörsicheres Kommunikationsnetzwerk entwickelt. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Journal «PRX Quantum» vorgestellt. mehr lesen  
Die Auswahl der Anbieter ist häufig entscheidend  Das immer wichtiger werdende Smart Home kann erhebliche Lücken beim Datenschutz aufweisen. Unterschiedliche Systeme setzen dabei verschiedene Schwerpunkte. Doch auch das Verhalten der User spielt eine wichtige Rolle. Denn die Datenschutzeinstellungen der Geräte und Anbieter können und sollten angepasst und kontrolliert werden. mehr lesen  
Wer sich nicht so gut mit dem Messenger auskennt, der sollte grundsätzlich bei unbekannten Nummern vorsichtig sein.
eGadgets Vorsicht: WhatsApp-Klau via GSM-Codes Bei der Verwendung eines Smartphones stehen einem ...
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 15°C 22°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 13°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 15°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 16°C 23°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 17°C 22°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 19°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 20°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten